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Johannes Teyssen führt seit Mai 2026 den Aufsichtsrat der Lufthansa und bleibt damit auch nach seinem Abschied beim Energiekonzern Alpiq eng mit der Schweiz und der Swiss verbunden. Bilder: Lufthansa Group

Lufthansa-Chef warnt vor Swiss-Nostalgie

Der neue Lufthansa-Aufsichtsratschef Johannes Teyssen äussert sich zur Rolle der Swiss im Konzern und zu den Sorgen um ihre Eigenständigkeit. Für ihn steht fest: Die Schweizer Airline braucht den Lufthansa-Verbund, soll sich aber weiterhin durch ihre eigenen Stärken auszeichnen.

Der neue Lufthansa-Aufsichtsratschef Johannes Teyssen äussert sich unverblümt zur Strategie der Swiss. In einem Interview mit der «NZZ» (Abo) begegnet er den in der Schweiz verbreiteten Sorgen um einen schleichenden Verlust der Swiss-Eigenständigkeit mit deutlichen Worten.

Teyssen, der seit Mai den Lufthansa-Aufsichtsrat führt, kennt die Schweizer Tochter auch als Passagier. Privat fliege er regelmässig mit der Swiss und schätze deren Service: «Ich selbst empfinde den Service bei der Swiss manchmal als noch etwas persönlicher als bei anderen Airlines der Gruppe», sagt er.

Gleichzeitig lässt er keinen Zweifel daran, dass eine Airline von der Grösse der Swiss auf einen starken Konzern angewiesen sei. Das Fliegen sei ein Skalengeschäft. «Die Swiss ist beides: eigenständig, aber auch Teil einer Gruppe. Anders geht es nicht.» Die Diskussion darüber, wie stark sich die einzelnen Marken innerhalb der Lufthansa-Gruppe unterscheiden, hält er für zweitrangig.

Klare Worte zur Eigenständigkeit

Besonders deutlich wird Teyssen bei der Frage nach der Eigenständigkeit: «Es gibt für die Zukunft nur ein Miteinander und kein Entweder-oder. Alles andere ist Nostalgie.» Die Lufthansa-Gruppe müsse als zentrale europäische Verkehrsinfrastruktur gestärkt werden.

Die in der Schweiz immer wieder geäusserte Sorge, Swiss könnte von Frankfurt aus entmachtet werden, kann Teyssen zwar nachvollziehen. Er hält die Debatte aber teilweise für rückwärtsgewandt: «Ich verstehe die Sorgen in der Schweiz um die Swiss. Aber manchmal kommen sie mir vor wie Phantomschmerzen, die man noch Jahre nach einer Amputation empfindet.» Stattdessen müsse es darum gehen, gemeinsam besser zu werden.

(RSU)