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Kurze Wartezeiten und wenige verspätete Züge tragen zum guten Abschneiden des Bahnhofs Bern im europäischen Vergleich bei. Bild: TN

Diese 3 Schweizer Bahnhöfe sind in den Top 15 von Europa

Der aktuelle European Railway Station Index nimmt die meistfrequentierten Bahnhöfe Europas bei Pünktlichkeit, Komfort und Service unter die Lupe. Die Schweiz schneidet im internationalen Vergleich erneut ausgezeichnet ab.

Die Schweizer Bahnhöfe spielen im europäischen Vergleich ganz vorne mit. Im «European Railway Station Index 2026» der Konsumentenschutz-Organisation Consumer Choice Center schaffen es Zürich, Bern und Luzern unter die besten 15.

Für die siebte Ausgabe des Rankings wurden 60 der meistfrequentierten Bahnhöfe Europas untersucht. Das Consumer Choice Center bewertete unter anderem Wartezeiten und Verspätungen, Öffnungszeiten der Ticketschalter, Ticketangebote, Barrierefreiheit, Geschäfte und Restaurants, WLAN, Apps, Verkehrsverbindungen sowie die Auswahl an Bahnanbietern.

Ganz oben thront erneut Zürich. Mit 101 Punkten lässt der Hauptbahnhof die Pariser Gare du Nord (100,5 Punkte) und Amsterdam Centraal (98,5) hinter sich. Auf den weiteren Plätzen folgen Wroclaw Główny und der Berner Hauptbahnhof, der mit 94,5 Punkten gemeinsam mit Paris Montparnasse Rang fünf belegt.

Zürich bleibt Europas Nummer eins

Bemerkenswert ist die Leistung des Zürcher Hauptbahnhofs auch angesichts seiner Grösse: Laut Studie nutzen ihn jährlich rund 175 Millionen Reisende. Trotz dieses gewaltigen Passagieraufkommens beträgt die durchschnittliche Wartezeit lediglich 72 Sekunden, nur vier Prozent der Züge gelten als verspätet. Als Schwächen nennt die Studie unter anderem die fehlende Lounge und eine vergleichsweise eingeschränkte Auswahl bestimmter Ticketangebote.

Auch Bern behauptet sich in der europäischen Spitzengruppe. Zwar fällt der Hauptbahnhof gegenüber dem Vorjahr vom dritten auf den fünften Platz zurück, seine Punktzahl bleibt mit 94,5 jedoch unverändert. Die durchschnittliche Wartezeit in Bern liegt bei lediglich 30 Sekunden, der Anteil verspäteter Züge bei 1,8 Prozent.

Der Bahnhof Luzern ist neu im Index und steigt mit 86 Punkten direkt auf Rang 14 ein. Damit liegt er gleichauf mit Utrecht Centraal und noch vor Bahnhöfen wie Stockholm Centralstation oder London Paddington.

Der Bahnhof Luzern taucht dieses Jahr erstmals im Ranking auf. Bild: SBB

In der separaten Rangliste der neu aufgenommenen Bahnhöfe schafft es Luzern sogar auf Platz vier. Besonders gut schneidet der Bahnhof bei der Pünktlichkeit ab: Die Wartezeit wird als praktisch null angegeben, verspätete Verbindungen seien äusserst selten. Abzüge gibt es unter anderem für die Verbindungen in gewisse Landesteile, die mit 48 Geschäften und 19 Restaurants vergleichsweise kleine Shopping- und Gastro-Auswahl sowie die fehlende Lounge.

Mehrere deutsche Bahnhöfe am Schluss des Rankings

Insgesamt stellt die Studie den Schweizer Bahnhöfen ein ausgezeichnetes Zeugnis aus. Die Autoren schreiben, dass die Schweiz wie schon in den Vorjahren den Standard setze.

Als wichtigen Grund nennen sie die hohe Pünktlichkeit: Für das Schweizer Bahnnetz wird ein Wert von 94,1 Prozent ausgewiesen. Allerdings weisen die Autoren ausdrücklich darauf hin, dass die Daten der verschiedenen Länder nicht immer direkt vergleichbar sind und teilweise aus unterschiedlichen Jahren stammen oder nach abweichenden Kriterien erhoben werden. Das Ranking sei deshalb als quantitative Bewertung und nicht als abschliessendes Qualitätsurteil zu verstehen.

Der European Railway Station Index 2026 vergleicht die meistfrequentierten Bahnhöfe Europas anhand verschiedener Kriterien. Bild: TN / KI

Am anderen Ende der Tabelle dominiert Deutschland. Vier der fünf schlechtesten Bahnhöfe des gesamten Rankings liegen dort: Stuttgart erreicht mit 56 Punkten Rang 56, München-Ost mit 52,5 Punkten Rang 57 und Dortmund mit 52 Punkten Rang 58. Dazwischen liegt Wien-Meidling mit 51,5 Punkten auf dem vorletzten Platz. Europas Schlusslicht ist Bremen Hauptbahnhof mit lediglich 47 Punkten.

(RSU)