On The Move
Das läuft bei Swiss, Kuoni und Hotelplan auf Social Media
Die Debatte unter Freunden, in der Familie ist meist sehr rege, wenn es darum geht, wer denn welche Social-Media-Kanäle nutzt und für welche Inhalte. X wird zur Seite geschoben, Tiktok hält Einzug, Facebook hat schon bessere Zeiten gesehen, lauten aktuelle Aussagen. Doch die Meinungen und das Nutzerverhalten unterscheiden sich stark.
Wie schaut die praktische Nutzung aktuell bei Schweizer Reiseunternehmen aus? Travelnews hat Swiss, Kuoni und Hotelplan einige Fragen gestellt über den Einsatz der verschiedenen Social-Media-Kanäle. Die Antworten geben einen treffenden Einblick, wie die Unternehmen die Kanäle nutzen, sie gewichten und welche Inhalte sich für die Verbreitung heutzutage eignen.
Welche Social-Media-Kanäle werden bei Ihnen aktiv genutzt?
Dertour Suisse, André Plöger (Marketingchef): «Bei Dertour Suisse konzentrieren wir uns aktuell auf eine gezielte Auswahl an Social Media Plattformen. Unser Hauptfokus liegt auf Meta, insbesondere Instagram und Facebook, sowie auf LinkedIn und TikTok. Wir verfolgen dabei eine Qualitäts-vor-Quantität-Strategie: Statt unsere Ressourcen auf zu viele Kanäle zu verteilen, setzen wir lieber auf wenige, dafür aber intensiv gepflegte Plattformen. Weitere für unsere Zielgruppe relevante Kanäle beobachten wir interessiert, werden aber erst aktiviert, wenn wir sie mit der gewünschten Regelmässigkeit und Qualität bespielen können.»
Hotelplan Suisse, Muriel Wolf Landau (Unternehmenssprecherin): «Hotelplan Suisse ist auf LinkedIn aktiv. Mit unseren Marken Hotelplan, Migros Ferien, travelhouse und tourisme pour tous sind wir jeweils mit eigenen Facebook- und Instagram-Kanälen vertreten. Zusätzlich führen wir auch noch eine Blogseite und haben Youtube-Kanäle.»
Swiss, Meike Fuhlrott (Unternehmenssprecherin): «Wir nutzen Youtube, Threads, X, Facebook, TikTok, Instagram und LinkedIn.»
Wie hat sich die Nutzung oder Gewichtung der einzelnen Kanäle in den letzten Monaten verändert?
Dertour Suisse, André Plöger: «In der Social Media Landschaft beobachten wir seit geraumer Zeit eine kontinuierliche Verlagerung von Facebook zu Instagram. Diese Entwicklung ist nicht neu, hat sich aber in den letzten Monaten weiter verstärkt. Besonders bemerkenswert ist das rasante Wachstum von TikTok in der Schweiz, sowohl in Bezug auf die Nutzungszahlen als auch auf die demografische Ausweitung. Was einst als 'Tanz-App für Jugendliche' begann, hat sich zu einer Plattform entwickelt, auf der mittlerweile zwei Drittel der Schweizer Nutzerinnen und Nutzer über 24 Jahre alt sind. Diese Entwicklung hat uns dazu veranlasst, unsere Präsenz auf TikTok auszubauen. Parallel dazu verstärken wir auch unser Engagement auf LinkedIn, um unsere professionelle Zielgruppe noch besser zu erreichen.»
Hotelplan Suisse, Muriel Wolf Landau: «In den letzten Monaten hat sich insbesondere die Produktion von Reels und Kurzvideos auf Facebook und Instagram bewährt. Diese Inhalte tragen nicht nur zur Inspiration der Nutzerinnen und Nutzer bei, sondern steigern auch die Interaktionsrate auf beiden Plattformen deutlich. Auf dem WhatsApp-Kanal liegt der Fokus auf der Bewerbung der attraktiven Reiseangebote von Migros Ferien. Damit stärken wir das Preis-Leistungs-Verhältnis in der Kommunikation und fördern gleichzeitig das organische Wachstum der Community. YouTube nutzen wir zudem vermehrt nicht nur zur Verbreitung bestehender Videos, sondern auch gezielt für die Produktion von beispielsweise Campaign Ads – und setzen die Plattform damit strategisch vielseitiger ein.»
Swiss, Meike Fuhlrott: «Sowohl auf TikTok als auch auf Instagram verzeichnen wir einen deutlichen Anstieg in der Nutzung unserer Inhalte, weshalb diese Kanäle verstärkt in den Fokus gerückt sind. Vor allem TikTok ist eine zeitgemässe Plattform, die von einer jungen Zielgruppe zunehmend als alleinige Quelle für Reiseinspiration genutzt wird. Gleichzeitig haben wir auf LinkedIn in den letzten zwölf Monaten ein kontinuierliches Wachstum an Followern und Interaktionen gesehen.»
Auf welchen Kanälen publiziert ihr welche Art von Inhalten? Mit welchem Ziel?
Dertour Suisse: «Unsere Content Strategie ist kanalspezifisch ausgerichtet, um die jeweiligen Stärken und Nutzungsgewohnheiten optimal zu nutzen. Auf Meta Plattformen verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz, der Inspiration, konkrete Angebote und informative Inhalte, beispielsweise zum Thema Nachhaltigkeit, miteinander verbindet. LinkedIn nutzen wir primär zur Positionierung als attraktiver Arbeitgeber, zur Akquise neuer Talente sowie zur Information über unsere Engagements. Zudem dient es als Multiplikator für unsere erfolgreichsten Meta-Beiträge, um unsere Markenpositionierung im professionellen Umfeld weiter zu stärken. Bei TikTok folgen wir dem Motto «make tiktoks not ads». Hier setzen wir auf authentische POV-Videos unserer Mitarbeitenden, die ihre eigenen Reiseerfahrungen aufzeigen. Damit zielen wir darauf ab, unsere Marke sympathisch zu präsentieren und gleichzeitig unsere Reiseexpertise zu vermitteln. Übergreifendes Ziel all dieser Aktivitäten ist es, unsere Markenbekanntheit zu erhöhen, die Sympathie für die jeweilige Marke zu steigern und die potenzielle Kundschaft zu einer tiefergehenden Auseinandersetzung mit unseren Angeboten zu motivieren.»
Hotelplan Suisse: «LinkedIn nutzen wir fürs Employer Branding sowie um News aus unserem Unternehmen zu verbreiten. Auf Facebook und Instagram (sowie Youtube) posten wir mehrheitlich Ferien- und Reiseinspirationen mit wirkungsvollen Bildern und Videos respektive Reels.»
Swiss: «Wir setzen auf sogenannte 'Content-Cluster', die von informativen über inspirierende bis hin zu aktivierenden und unterhaltenden Inhalten reichen. Jeder Kanal wird mit sämtlichen Content-Arten bespielt, allerdings mit unterschiedlicher Gewichtung: Auf X liegt der Fokus beispielsweise auf informativen Inhalten, während auf Instagram vor allem unterhaltender Content im Vordergrund steht. Bei der Entwicklung unserer Inhaltsformate achten wir besonders auf Authentizität und Relevanz. Unser Ziel ist es, der Zielgruppe echten Mehrwert zu bieten – etwa mit Behind-the-Scenes-Einblicken in eine Flugzeugtaufe oder mit Gewinnspielen. Durch eine durchdachte Kanal- und Content-Strategie stellen wir sicher, dass unsere Inhalte sowohl brandkonform als auch zielgruppengerecht sind.
Wie wichtig sind generell Ihre Social-Media-Aktivitäten?
Dertour Suisse, André Plöger: «Social Media spielt eine zentrale Rolle in unserer digitalen Marketingstrategie, die neben Social Media Plattformen auch Google und Bing als wichtigen Kanal umfasst. Für uns ist Social Media das wichtigste Instrument, um in direkten Kontakt mit unserer Community zu treten, unsere Themen zeitnah und ansprechend zu kommunizieren und unmittelbares Feedback zu erhalten. Social Media nutzen wir als Inspirations- und Kommunikationskanal, aber zunehmend auch für den direkten Abverkauf. Mittlerweile generieren wir darüber einen beachtlichen Umsatz. Es zeigt, wie wichtig eine strategische Social Media Präsenz für den gesamten Entscheidungsprozess unserer Kundschaft ist – von der ersten Idee bis zur Buchung.»
Hotelplan Suisse, Muriel Wolf Landau: «Wir ermöglichen unseren Kundinnen und Kunden wunderbare Reiseerlebnisse – und das wollen wir auch auf unseren Social-Media-Plattformen vermitteln. Auf den Facebook-, Instagram- und Youtube-Kanälen unserer Marken findet unsere Community Inspiration für ihre Reisen und konkrete Tipps für die Reiseplanung. Darüber hinaus möchten wir natürlich auch das Engagement stärken und im direkten Austausch mit unserer Community stehen. LinkedIn spielt für Hotelplan Suisse insgesamt eine wichtige Rolle im Employer Branding sowie für die Verbreitung von News aus unserem Unternehmen.»
Swiss, Meike Fuhlrott: «Menschen informieren sich zunehmend auf Social Media oder lassen sich da unterhalten. Deswegen sind wir dort, wo unsere Kundinnen und Kunden oder zukünftige Mitarbeitende sind. Deshalb ist Social Media ein wichtiges Instrument einer ganzheitlichen Kommunikations- und Marketingstrategie. Durch Social Media können wir täglich mit unserer Kundschaft, Aviatikfans und der breiten Öffentlichkeit in Kontakt treten. Die Social-Media-Kanäle gelten wegen ihrer grossen Reichweite als wichtige Kommunikationskanäle und sind deshalb von strategischer Bedeutung.»