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Die unentdeckte Alternative zu Lappland
Elisabeth ZirkUnter den Schuhen knirscht der Schnee, zwischen den Bäumen ist kaum ein Geräusch zu hören. Wer die Wege rund um Ruka-Kuusamo erkundet, findet schnell jene Stille, die im Alltag selten geworden ist. Die Wälder rund um Kuusamo sind auch Heimat von Braunbären. Während sie im Winter ihre Ruhe halten, lassen sie sich in den wärmeren Monaten von Beobachtungshütten aus entdecken.
Ruka-Kuusamo liegt nahe der russischen Grenze in Nordösterbotten. Der Flughafen befindet sich in der Stadt Kuusamo, rund 25 Kilometer weiter nördlich liegt der Ferienort Ruka. Während Namen wie Rovaniemi und Levi bei vielen Winterfans längst bekannt sind, lohnt sich ein Blick auf diesen unentdeckten Teil Finnlands. Das sind fünf Gründe, warum es sich lohnt, die Region zu besuchen.
1. Saunieren zwischen Rauch und Eis
Saunas gehört in Finnland zum Alltag. Wie unterschiedlich sie sein können, zeigt ein Besuch bei Pyhäpiilo am Pyhäjärvi. Zwischen Wald und See warten hier gleich zwei besondere Varianten des Finnischen Bads: eine traditionelle Rauchsauna und eine Sauna komplett aus Eis. In der Rauchsauna wird der Ofen über Stunden beheizt, bevor die Gäste eintreten. Der Rauch wird vorher abgelassen, sein unverkennbarer Duft bleibt im Raum. Wenige Schritte weiter folgt die nächste Überraschung: Auch zwischen Eiswänden kann geschwitzt werden. Zum Abkühlen geht es nach draussen; wer mag, kann sogar ein Bad im eiskalten See nehmen.
Bei Pohjolan Pirtti steht wiederum die Tradition im Mittelpunkt. Auf dem historischen Anwesen führen die Gastgeber persönlich durch die finnische Saunakultur. In einem ehemaligen Kuhstall befinden sich heute verschiedene Saunen, darunter eine Dampfsauna mit Birkenduft sowie eine holzbeheizte Blocksauna. Dazwischen werden bei einer Tasse Tee Geschichten aus der finnischen Saunakultur erzählt. Das anschliessende Abendessen macht aus dem Besuch einen unvergesslichen Abend auf dem Land.
2. Bewegung und Genuss in der Wildnis kombinieren
Die klare Winterluft auf den Wangen und ringsum verschneite Wälder: Rund um Ruka-Kuusamo lässt sich die Natur besonders schön beim Langlaufen erkunden. Die breiten Ski tragen auch abseits präparierter Loipen durch die Winterlandschaft. Das Tempo ist gemächlich, immer wieder öffnet sich zwischen den Bäumen der Blick auf zugefrorene Seen.
Mit Adventure Apes geht es rund um das Dorf Vasaraperä hinaus in die Natur. Anschliessend wird gemeinsam über dem offenen Feuer gekocht. Nach der Bewegung in der Kälte wärmt die Glut die Hände, während das Essen langsam seinen Duft verbreitet.
Diesen Gedanken greift auch Wild Out auf. Beim Wild-Food-Lunch in einer Kota, einer traditionellen Hütte mit Feuerstelle, stehen wilde und regionale Zutaten sowie die Geschichten dahinter im Mittelpunkt. Gäste könnten bei der Zubereitung mithelfen und den Gastgebern beim Kochen am offenen Feuer zuschauen.
3. Natur pur im Oulanka-Nationalpark
Wer ganz in die Natur eintauchen möchte, sollte einen Ausflug in den Oulanka-Nationalpark einplanen. Mit einem Guide von Basecamp Oulanka geht es je nach Schneelage auf Schneeschuhen durch den stillen Winterwald zum Kitkajoki-Fluss und zu den Stromschnellen von Myllykoski. Zwischen tief verschneiten Bäumen und vereisten Ufern rauscht das Wasser tosend vorbei. Eine Pause am Feuer muss sein: Hände wärmen, heissen Tee trinken und eine Makkara am Stock grillen.
Hier gibt es eine reiche Auswahl an Wanderwegen: von kurzen Ausflügen bis zu Mehrtagestouren. Die kleine Bärenrunde, Pieni Karhunkierros, ist zwölf Kilometer lang; der grosse Karhunkierros führt über rund 80 Kilometer durch die Region. Im Winter bieten sich kürzere Abschnitte je nach Schneelage an.
4. Action im zweitgrössten Skigebiet Finnlands
Dass Ruka-Kuusamo auch eine lebendigere Seite hat, zeigt sich in Ruka Village. Restaurants, Geschäfte und Unterkünfte liegen hier nahe an den Pisten und laden zum sportlichen Abenteuer ein. Der Berg lässt sich mit und ohne Ski erleben. Neben Schlittelangeboten sorgt der Ruka Coaster für Tempo: Auf der über 750 Meter langen Strecke geht es mit bis zu 40 Kilometern pro Stunde durch die Landschaft – die Geschwindigkeit lässt sich per Bremshebel selbst bestimmen.
Für den ruhigeren Teil des Abends lohnt sich die Gondelfahrt auf den Saarua. Oben verbindet das BASE Eat & Heat ein Panoramarestaurant mit Sauna. Nach einem aufregenden Tag im Schnee kann man hier erst saunieren und anschliessend ein Dinner in besonderer Atmosphäre geniessen – mit Blick über die märchenhafte Winterlandschaft. Runter geht’s auf dem Schlitten beim Nachtrodeln oder mit der Gondel.
5. Finnische Hütten mit Hygge-Feeling
Die Holzchalets von Rukan Salonki vermitteln jenes gemütliche Hüttengefühl, das zu diesen Ferien passt: graue Blockholzwände, ein gemeinsamer Wohnbereich und draussen der meterhohe Schnee. Je nach Chalet gehören eine eigene Sauna, eine Küche und ein Cheminée dazu. Gerade für Familien oder eine Reise mit Freunden eine schöne Möglichkeit, den finnischen Winter zu geniessen und am Abend gemeinsam am Kaminfeuer zu sitzen.
Und auch die beliebten Wintererlebnisse des Nordens wie Husky-Safaris oder Schneemobiltouren lassen sich in einen Aufenthalt einbauen. Ruka-Kuusamo bietet viele Wege, den finnischen Winter auf einmalige Weise zu entdecken. Dazwischen bleibt Zeit für das, was die Region besonders macht – die Ruhe und die Nähe zur Natur.