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Der Zusammenprall eines AVE-Hochgeschwindigkeitszug der spanischen Staatsbahn Renfe und eines Zuges des privaten Bahnunternehmens Iryo ereignete sich kurz nach 9 Uhr zwischen den Ortschaften Los Yébenes und Urda. Bild: Guardia Civil

Zugkatastrophe in Spanien – viele Tote

Bei einem schweren Zusammenstoss zweier Hochgeschwindigkeitszüge in der spanischen Provinz Toledo sind mindestens 64 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 80 Personen wurden verletzt, 50 davon schwer. Die Ursache des Unglücks ist noch unklar.

Auf der viel befahrenen Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen der Hauptstadt Madrid und Andalusien hat sich am Mittwochmorgen eines der schwersten Zugunglücke der jüngeren spanischen Geschichte ereignet. Nahe der Ortschaft Urda in der zentralspanischen Provinz Toledo stiessen kurz vor 9.00 Uhr zwei Hochgeschwindigkeitszüge zusammen.

Nach ersten Informationen des Bahnnetzbetreibers Adif war ein Zug des privaten Anbieters Iryo aus bislang unbekannten Gründen auf der Strecke zum Stehen gekommen. Ein nachfolgender Zug der staatlichen Bahngesellschaft Renfe prallte anschliessend von hinten auf den stehenden Zug. Durch die Wucht des Aufpralls entgleisten zwei Waggons und stürzten eine angrenzende Böschung hinunter.

Hohe Opferzahl

Die Bilanz der Katastrophe ist verheerend: Nach Angaben des Regionalpräsidenten von Kastilien-La Mancha, Emiliano García-Page, stieg die Zahl der Todesopfer auf mindestens 64. Eine Sprecherin der Regionalregierung befürchtet, dass die Zahl weiter steigen könnte, da die Bergungsarbeiten in den Trümmern andauern. Insgesamt befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks 147 Personen im Iryo-Zug sowie 397 Passagiere im Renfe-Zug.

Vor Ort ist ein Grossaufgebot an Rettungskräften und Zivilschutz im Einsatz. Der Bürgermeister von Urda veranlasste auf Bitte der Behörden die Herrichtung einer lokalen Sporthalle, um Verletzte und betroffene Fahrgäste rasch erstzuversorgen und zu betreuen.

Wie es zu der Auffahrkollision kommen konnte, ist Gegenstand intensiver Ermittlungen. Gemäss «El País» wird auch mögliches menschliches Versagen geprüft.

Der Bahnverkehr auf der Hauptachse zwischen Madrid, Ciudad Real und Andalusien wurde in beiden Richtungen komplett unterbrochen. Der Vorfall weckt schmerzhafte Erinnerungen an das schwere Zugunglück vom Januar nahe Adamuz, Provinz Córdoba, bei dem nach einer Entgleisung und anschliessenden Kollision zweier Züge 46 Menschen starben.

(TN)