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Die Londoner Oxford Street ist jetzt autofrei
Wer bisher über die Londoner Oxford Street flanierte, brauchte gute Nerven. Rund eine halbe Million Menschen drängen sich täglich vorbei an Traditionshäusern wie Selfridges, Zara und John Lewis – stets getrennt von einer dicht befahrenen Kette aus den typischen roten Doppelstockbussen, Taxis und Lieferwagen. Damit ist jetzt Schluss. Auf einem knapp ein Kilometer langen Teilstück zwischen der Orchard Street und der Great Portland Street gilt ab sofort ein striktes Fahrverbot. Weder Autos, Busse und Taxis noch Fahrräder oder E-Scooter dürfen die neue Zone befahren.
Der radikale Schritt ist eine Reaktion auf den Niedergang der einstige Parade-Shoppingmeile. In den vergangenen Jahren prägten zunehmend Leerstände, Billigläden und Souvenirshops das Strassenbild und beschädigten das exklusive Image der Metropole.
Londons Bürgermeister Sadiq Khan will dem Verfall nicht länger tatenlos zusehen. Er rief gemäss «Tagesschau.de» eine «neue Ära» für die Hauptstadt aus und sieht in dem Projekt eine längst überfällige Wiederbelebung.
Insgesamt rund 150 Millionen Pfund (165 Millionen Franken) soll der umfassende Umbau kosten, der von der eigens gegründeten Oxford Street Development Corporation gesteuert wird. Ziel ist es, die Strasse in eine Liga mit weltweiten Top-Shoppingzielen wie dem Times Square in New York oder den Champs-Élysées in Paris zurückzuholen.
Bäume, Bänke und Plätze zum Verweilen
Die reine Sperrung für den Verkehr bildet dabei nur den Auftakt. Bis im Frühling 2027 soll aus der einstigen Asphaltschneise ein grüner Erlebnisraum werden: Über 50 neue Bäume werden gepflanzt, zahlreiche Bänke und Stühle laden zum Verweilen ein. Die Fahrbahn wird angehoben, um einen ebenerdigen, zusammenhängenden Fussgängerbereich zu schaffen. Und es entstehen zwei grosse öffentliche Plätze für Veranstaltungen und Gastronomie.
Zunächst soll die neu gewonnene Fläche rechtzeitig zum anstehenden Weihnachtsgeschäft genutzt werden – einer Zeit, in der traditionell hunderttausende Besucher unter den berühmten Lichterketten einkaufen. Die Erfahrungen aus dieser ersten Testphase sollen direkt in die Feinabstimmung der weiteren Bauarbeiten im neuen Jahr einfliessen.