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Unter anderem in der norditalienischen Provinz Pordenone haben die starken Regenfälle Spuren hinterlassen und zu Überschwemmungen geführt. Bild: X / Vigili del Fuoco

Unwetter am Mittelmeer: Die Lage in der Übersicht

Starkregen, Überschwemmungen und Erdrutsche haben zahlreiche Ferienregionen rund ums Mittelmeer getroffen. Travelnews zeigt, welche Länder aktuell am stärksten betroffen sind und mit welchen Einschränkungen Reisende rechnen müssen.

Die Unwetterserie am Mittelmeer reisst nicht ab. Bereits in den vergangenen Tagen hatten heftige Gewitter und Starkregen in mehreren beliebten Ferienregionen Überschwemmungen, Verkehrsprobleme und teilweise massive Schäden verursacht. Mehrere Menschen kamen ums Leben.

Inzwischen haben schwere Regenfälle weitere Gebiete erfasst. Besonders betroffen sind Teile Italiens, Südfrankreich und die kroatische Adriaküste. Das ist die aktuelle Übersicht:

Italien

Am Mittwochabend (21. Oktober) trafen starke Gewitter den Nordosten Siziliens. Im Raum Messina standen zahlreiche Strassen unter Wasser, kleinere Flüsse und Bäche führten Hochwasser. Mehrere Gemeinden reagierten mit Vorsichtsmassnahmen, unter anderem wurden Schulen geschlossen. Auch in Norditalien richteten die Regenfälle Schäden an. Besonders betroffen waren Ligurien und das Piemont. Bei Savona riss ein Erdrutsch einen Teil einer Strasse weg. Im Raum Vicenza und in der Provinz Pordenone wurden ebenfalls grosse Regenmengen gemessen.

Bereits am Dienstag (20. Oktober) hatten Unwetter auf der Ferieninsel Elba erhebliche Schäden angerichtet. Im Westen der Insel fielen örtlich bis zu 200 Liter Regen pro Quadratmeter. In Pomonte, Patresi und Sant'Andrea lösten die Wassermassen Erdrutsche aus, beschädigten Mauern und überfluteten Strassen. In Patresi spülten sie Schlamm und Geröll bis in den Hafen. Ebenfalls am Dienstag trafen starke Regenfälle Sardinien. Im Norden und Osten der Insel, unter anderem bei Siniscola, Posada und Orosei, verwandelten sich Strassen in reissende Bäche. Rettungskräfte mussten Menschen aus überfluteten Wohnungen in Sicherheit bringen.

Frankreich

In Südfrankreich sind bei den jüngsten Unwettern drei Menschen gestorben. Bei den Todesopfern handelt es sich laut der Zeitung «La Provence» um zwei Frauen im Alter von 86 und 26 Jahren, die in Lançon-Provence ertrunken in einem Keller gefunden wurden. Eine weitere Person im Alter von 75 Jahren kam in Saint-Mitre-les-Remparts ums Leben. Im Département Bouches-du-Rhône führten die starken Regenfälle zu grossflächigen Überschwemmungen, Stromausfällen und erheblichen Verkehrsbehinderungen. Zahlreiche Strassen waren unpassierbar, Bahnverbindungen unterbrochen. Auch das Telefonnetz war teilweise gestört.

Stark betroffen sind insbesondere die Städte Arles und Saint-Martin-de-Crau, wo rund 250 Menschen in Notunterkünften untergebracht werden mussten. Für Donnerstag (22. Oktober) wurden zusätzliche Einsatzkräfte des Zivilschutzes erwartet, um überflutete Gebäude auszupumpen.

Kroatien

Am Mittwochabend (21. Oktober) erreichten heftige Gewitter die kroatische Adriaküste. Am stärksten betroffen waren Split, Trogir, Solin, Kaštela und Podstrana. In Split und Solin standen Strassen teilweise mehr als 30 Zentimeter unter Wasser. Keller und Garagen wurden überflutet, stellenweise drückten die Wassermassen Schachtdeckel aus der Fahrbahn.

Auch der Schiffsverkehr war betroffen. Mehrere Fähr- und Katamaranverbindungen mussten vorübergehend eingestellt werden. Für Reisende, die von Split aus zu den vorgelagerten Inseln unterwegs sind, können sich deshalb weiterhin Einschränkungen ergeben.

Spanien

Auf Mallorca, Ibiza und Formentera hatten die Unwetter bereits zu Wochenbeginn für zahlreiche Überschwemmungen gesorgt (Travelnews berichtete). Inzwischen haben die Behörden Bilanz gezogen. Sie zählten über 400 wetterbedingte Zwischenfälle auf den Balearen. Ein besonderer Fokus lag auf Formentera. Dort rückten die Einsatzkräfte an mehr als 100 Orten aus, hauptsächlich wegen überfluteter Strassen und Wasseransammlungen. Mittlerweile hat sich die Situation auf den Balearen entspannt. Die meisten Einsätze sind abgeschlossen.

(RSU)