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Bombenzyklon trifft Island
Ein aussergewöhnlich kräftiges Sturmtief hat sich über dem Nordatlantik gebildet und zieht seit dem frühen Mittwochmorgen, 14. Oktober, mit voller Wucht über Island hinweg. Der isländische Wetterdienst hat gemäss «20 Minuten» landesweit Warnungen herausgegeben, die bis Donnerstagmorgen in Kraft bleiben.
Verantwortlich für das Unwetter ist eine sogenannte explosive Zyklogenese – im Volksmund als «Bombenzyklon» bekannt. Ein solches Phänomen entsteht, wenn der Luftdruck im Zentrum eines Tiefs innerhalb von 24 Stunden um mindestens 24 Hektopascal (hPa) abstürzt. In diesem Fall trifft eisige Polarluft auf vergleichsweise warmes Atlantikwasser und heizt den Sturm extrem an.
Für den Mittwochnachmittag schätzen Wettermodelle den Kerndruck nahe der Südostküste auf bis zu 936 Hektopascal, schreibt die isländische Tageszeitung «Morgunblaðið». Ein Meteorologe verweist auf die Seltenheit dieses Ereignisses: In Island wurde im Monat Oktober erst ein einziges Mal ein Luftdruck von unter 940 hPa gemessen – damals auf den Westmännerinseln.
Ringstrasse gesperrt – Reisepläne zwingend anpassen
Aufgrund der lebensgefährlichen Bedingungen haben die Behörden frühzeitig reagiert. Ein zentraler Abschnitt der isländischen Hauptverkehrsader – der Ringstrasse östlich von Markarfljót in Richtung Vík í Mýrdal – wurde am frühen Mittwochmorgen komplett gesperrt.
Die Rettungsdienste und die Zivilschutzplattform Safetravel.is raten dringend von jeglichen Reisen ab. In den kommenden Stunden drohen Niederschläge von 20 bis 50 Zentimetern Neuschnee, in Hochlagen und auf Gletschern noch deutlich mehr.
Anwohner und Reisende werden aufgerufen, lose Gegenstände im Freien zu sichern. Auch im Flugverkehr muss mit Verzögerungen und Ausfällen gerechnet werden. Während der internationale Flughafen Keflavík am frühen Morgen noch nach Flugplan operierte, sind Inlandsflüge nach Akureyri, Egilsstaðir und Höfn stark gefährdet.
Strümische Woche
In diesen Tagen tobt es auch anderswo: Bei schweren Überschwemmungen durch die Wirbelstürme «Simon» und «Rachel» sind an der mexikanischen Pazifikküste mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Durch Tropensturm «Rachel» starben vier Mitglieder einer Familie, darunter zwei Kinder, wie die Staatsanwaltschaft des nordwestlichen Bundesstaates Niederkalifornien erklärte. Fünf weitere Menschen würden noch vermisst, 32 Menschen seien mit Hubschraubern gerettet worden.
In den USA sind durch den Wirbelsturm «Isaias» vier Menschen ums Leben gekommen. Hunderttausende sind nach offiziellen Angaben aus Florida und Alabama ohne Strom. Der Wirbelsturm traf am frühen Samstag in Florida auf Land und schwächte sich danach zu einem Sturmtief ab, wie die Behörden mitteilten. Am Mittag waren noch rund 670.000 Haushalte in Florida, Alabama, Georgia und Mississippi ohne Strom.