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Der Flughafen Riad wurde bei den jüngsten Angriffen schwer beschädigt und steht auch am Montagmorgen weiterhin im Visier. Die Auswirkungen auf den Flugverkehr in der Region sind erheblich. Bild: Adobe Stock

Anhaltende Angriffe auf Saudi-Arabien

Nach mehreren Angriffen der Huthi-Miliz auf saudische Flughäfen verschärft sich die Lage in Saudi-Arabien. Zahlreiche Todesopfer und Hunderte Flugausfälle treffen das Land ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem es als aufstrebenden Tourismus- und Wirtschaftsstandort präsentieren will.

Der Konflikt zwischen der Huthi-Miliz im Jemen und Saudi-Arabien eskaliert. Nach dem Angriff der Huthi-Miliz auf den internationalen Flughafen Riad Samstagnacht, bei dem zwölf Menschen ums Leben kamen, gingen die Angriffe auch am Sonntag weiter. Bei einem neuen Angriff auf den Flughafen am Sonntag sei ein pakistanischer Staatsbürger getötet worden, teilte die saudische Luftfahrtbehörde mit. Elf weitere Menschen wurden demnach verletzt.

Auch der King-Fahd-Airport in Damman wurde attackiert. Saudische Flughäfen und der saudische Luftraum seien «legitime Ziele», verkündete die Miliz. Zudem erklärte sie, Saudi-Arabien habe seinerseits in der Zeit mehr als 120 Luftangriffe auf die jemenitische Hauptstadt Sanaa und weitere Provinzen geflogen. Die Angaben liessen sich nicht unabhängig überprüfen. Ziele waren neben den beiden Flughäfen eine Gasanlage sowie eine Raffinerie des staatlichen Ölkonzerns Aramco.

Lufthansa stellt Flüge ein

Als Reaktion auf die Angriffe hat die Lufthansa-Gruppe ihre Flüge nach Riad bereits am vergangenen Freitag bis vorerst zum 16. Oktober gestrichen. Am Montagmorgen wurden am King Khalid International Airport in Riad über 430 Flüge annulliert, was knapp 65 Prozent der geplanten Flüge entspricht. Am King Abdulaziz International Airport in Jeddah wurden 115 Flüge als gestrichen gemeldet, während am King Fahd International Airport in Dammam 63 Annullierungen verzeichnet wurden.

Der Angriff trifft nicht nur die saudischen Flughäfen und die Industrie, sondern auch das Geschäftsmodell des Landes. In den vergangenen Jahren hat Saudi-Arabien stark in den Tourismus investiert. Hinzu kommt, dass am 12. Oktober der Weltenergiekongress in Riad beginnen soll, in zwei Wochen folgt dann eine grosse Investorenkonferenz. Für Saudi-Arabien sind diese Grossveranstaltungen wichtige Aushängeschilder der Vision 2030. Mit dem Ausbau des Tourismus, der Expo und der Fussball-WM will sich das Königreich international neu positionieren und seine Abhängigkeit vom Erdöl verringern.

(TN)