Here & There
Fluglotsen-Fehler führen fast zu Katastrophe in Sydney
In den vergangenen zwei Wochen kam es am Kingsford Smith International Airport in Sydney beinahe zu gefährlichen Zwischenfällen auf dem Rollfeld: Zwei Zusammenstösse von Flugzeugen konnten im letzten Moment verhindert werden.
Der jüngste Vorfall hatte sich am Sonntagmorgen um circa 7 Uhr ereignet: Eine Boeing 777 von Qatar Airways und eine Maschine der australischen Billig-Airline Jetstar kamen sich auf dem Rollfeld gefährlich nahe (siehe Instagram-Post), wobei der Jetstar-Pilot abrupt bremsen musste, um eine Kollision zu vermeiden. Dabei wurde ein Crewmitglied von Jetstart verletzt und musste medizinisch versorgt werden.
Bereits Ende Juli kam es zu einem ähnlichen Zwischenfall am Flughafen von Sydney, wie «Nau.ch» schreibt. Dabei erhielten die Crews zweier Maschinen widersprüchliche Anweisungen von den Fluglotsen. Beide Vorfälle werden von der australischen Flugsicherheitsbehörde ATSB untersucht. Ein Fluglotse und ein Bodenmitarbeiter wurden bereits vom Dienst suspendiert.
Nun gerät der grösste Flughafen des Landes zunehmend unter Druck: Seit Jahren ächzt Airservices Australia unter Personalmangel, während der Flugbetrieb am Kingsford Smith International Airport stetig wächst. Das schlägt sich jetzt auch in der Sicherheit nieder.
Der Personalmangel ist so prekär, dass immer wieder zahlreiche Starts und Landungen reduziert werden müssen, was gleichzeitig zu enormen Verspätungen führt. Dies war auch beim jüngsten Vorfall am Sonntagmorgen der Fall. Australische Zeitungen sprechen von «chaotischen» und «inakzeptablen» Zuständen.
Auch die Regierung des Bundesstaates New South Wales hat sich zu den Vorfällen geäussert: Der Regierungschef Chris Minns befürchtet, dass diese Vorfälle dem internationalen Ruf von Sydney als Wirtschaftsmetropole und Touristenziel schaden könnten. Eine «Katastrophe» zu vermeiden, habe aber grundsätzlich immer Vorrang.