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Branchentreff in Pattaya bringt neuen Drive ins Thailand-Reisebusiness
Jürg Morf«Healing is the New Luxury». So heisst die neue Strategie, die Tourism Authority of Thailand (TAT) dem internationalen Fachpublikum in Pattaya präsentierte. Statt auf reines Mengenwachstum setzt Thailand nun noch stärker auf Qualitätstourismus.
Im Zentrum stehen Themen wie Wellness- und Erholung, Entschleunigung, nachhaltige Reisen und «Hidden Gems». Die beiden Schweizer Reiseveranstalter, Asia365/Dertour Suisse und Thailandtravel.ch, begrüssen die Neuausrichtung und blicken trotz der aktuell herausfordernden Rahmenbedingungen optimistisch in die Zukunft.
Schweizer Reiseprofis bleiben zuversichtlich
Das Motto «Healing is the New Luxury» spielt vielen Schweizer Thailand-Reiseprofis in die Karten, für sie kommt die TTM+ zu einem spannenden Zeitpunkt. «Für uns Thailand-Spezialisten ist das der wichtigste Event im Jahr, wir sind bereits zum vierten bzw. fünften Mal dabei», bestätigt Fabian Reber, Mitinhaber des Familienunternehmens Thailandtravel.ch. «Hier sind hunderte von Thai-Partnern, Hotels und Veranstalter vor Ort anwesend, deshalb ist es für uns ein Muss, dabei zu sein. Als Stammgäste und dank guter Connections haben wir sogar zwei Tickets erhalten. So kann ich zusammen mit unserer Sales Managerin Brigitte Rohrbach noch effizienter networken.»
Claudia Spring, Head of Product, asia365/Dertour Suisse AG, betont auch die sozialen Aspekte des Treffs. «Tourismus ist ein Beziehungsgeschäft. Die Partner vor Ort persönlich zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen ist in unserem Business das A und O. Bei einem Cocktail am Abend erfährt man oft mehr als an den offiziellen Anlässen. Viele Partner trifft man hier immer wieder, einige von ihnen sind über die Jahre zu guten Freunden geworden. Deshalb freue ich mich immer sehr auf das Wiedersehen.»
Unter dem Motto «Healing is the New Luxury»
In seinem Vortrag präsentierte Nithee Seeprae, Deputy Governor for Marketing Communications, TAT, die neue Strategie «Healing is the New Luxury». Thailand positioniert sich demnach verstärkt als Reiseziel, das Wohlbefinden durch Natur, Kultur, thailändische Gastfreundschaft, Gastronomie, Wellness und Kontakte mit der lokalen Bevölkerung fördert. Veranstaltungen und Festivals bleiben wichtige Treiber für den ganzjährigen Tourismuswert.
Zu den diesjährigen Höhepunkten zählen die InterPride 2026, der Global Wellness Summit in Phuket, die Jahrestagung des IWF und der Weltbankgruppe, Pride ShowBangkok 2026 und weitere.
Die Gastronomie bleibt ein starkes kulturelles Gut. Bangkok geniesst einen weltweiten Ruf als Food-Metropole, Songkhlas trägt den Titel einer UNESCO-Kreativstadt der Gastronomie und die Anzahl an Restaurants mit Michelin-Auszeichnung hat sich weiter vergrössert. Die TAT fördert zudem mit «Travel with Care» einen verantwortungsvollen Tourismus für Reisende mit hohen Ansprüchen an Nachhaltigkeit, Transparenz, Sicherheit und Servicequalität.
Schweizer Markt hat sogar dieses Jahr zugelegt
Viele Thailand-Reisende buchen aufgrund der unsicheren Weltlage kurzfristiger oder entscheiden sich bewusst für näher gelegene Destinationen in Europa. Das gilt für Schweizer Touristen nur bedingt. Das bestätigen die Zahlen, die Suladda Sarutilavan, Executive Director Europe Region, TAT, an der TTM+ präsentierte.
So verzeichnete der Schweizer Markt vom Jahresbeginn bis zum 7. Juni ein Plus von 2,99 Prozent. «Die Schweiz zählt seit Jahren zu den wichtigsten Qualitätsmärkten Europas. Wir sind beeindruckt von der Treue unserer Schweizer Gäste, freuen uns, dass sie perfekt zu unserer neuen Strategie passen und schon seit vielen Jahren das Premium- und Boutique-Segment buchen und anspruchsvolle Wellness- und Entspannungsangebote schätzen.»
Networking ohne Grenzen
Die grösste Thailand-Fachmesse TTM+ ist ein Fixtermin für alle Marktplayer, die sich dem Land des Lächelns verschrieben haben. Gemeinsam mit über 400 internationalen Einkäufern treffen die beiden Schweizer Reiseveranstalter auf eine ähnlich grosse Zahl thailändischer Hotel- und Resort-Anbieter, Airlines und andere Tourismus- und Entertainment-Dienstleister. Wichtig sind ihnen vor allem die im Voraus vereinbarten Geschäftstreffen: Über ein digitales Matchmaking-System wurden über 11'000 bilaterale Gespräche zwischen Anbietern und Einkäufern koordiniert. In diesen Gesprächen und auch an den Partys am Abend ist Networking ohne Grenzen angesagt. Es werden bestehende Partnerschaften gepflegt, neue Kontakte geknüpft und viele Inspirationen für neue Hotels, Resorts und für neue Geheimtipps gesammelt.
Thailand bleibt Sehnsuchtsziel – trotz Unsicherheiten
Travelnews hat in Pattaya mit den zwei anwesenden Schweizer Reiseveranstaltern gesprochen.
Für Claudia Spring, Head of Product und Asienexpertin bei Asia365/Dertour Suisse, gehört Thailand seit Jahren zu den verlässlichsten Destinationen im Fernreisegeschäft. Das Land sei weit mehr als nur ein klassisches Badeferienziel. «Thailand bietet eine aussergewöhnliche Vielfalt auf vergleichsweise kleinem Raum», sagt sie. Kultur, Natur, Kulinarik und Gastfreundschaft liessen sich auf einer Reise ideal miteinander verbinden. Gerade für Menschen, die erstmals nach Asien reisen, sei Thailand eine ideale Einstiegsdestination.
Besonders gefragt sind bei ihren Kundinnen und Kunden Rundreisen, die verschiedene Facetten des Landes miteinander verbinden. Häufig beginne die Reise mit einigen Tagen in Bangkok, gefolgt von einem Aufenthalt im authentischen Norden und anschliessenden Badeferien an einem tropischen Strand. Neben bekannten Regionen wie Phuket, Khao Lak oder Ko Lanta rücken dabei auch kleinere Inseln und nachhaltige Angebote stärker in den Fokus. «Wir möchten unseren Gästen möglichst authentische Erlebnisse und Begegnungen ermöglichen», betont Spring.
Gleichzeitig spürt auch sie die Auswirkungen der aktuellen geopolitischen Unsicherheiten. Nach den Erfahrungen der Pandemie und den jüngsten Konflikten im Nahen Osten seien viele Menschen vorsichtiger geworden. «Die Lust auf Thailand-Ferien ist nach wie vor vorhanden. Aber sie haben in den letzten Jahren auch gesehen, wie schnell sich Rahmenbedingungen ändern können.» Entsprechend werde derzeit abgewartet oder kurzfristiger gebucht. In ihrer Reiseagentur hat sich auch die Kundschaft in den letzten Jahren verändert. Während Thailand früher vor allem bei Reisenden 50+ beliebt gewesen sei, entdecke jetzt eine neue Generation das Land. Viele junge Eltern seien bereits als Kinder mit ihren Eltern nach Thailand gereist und würden heute selbst die Dienstleistungen eines Reiseveranstalters in Anspruch nehmen.
Gerade bei Familienferien spiele das Bedürfnis nach Sicherheit und persönlicher Betreuung eine wichtige Rolle. «Eine deutschsprachige Ansprechperson, die das Land kennt und im Notfall erreichbar ist, wird wieder wichtiger» sagt Spring. Trotz der gegenwärtigen Zurückhaltung blickt die Reisespezialistin optimistisch in die Zukunft. Sollte sich die weltpolitische Lage entspannen, erwartet sie eine deutliche Belebung der Nachfrage. «Ich könnte mir vorstellen, dass Thailand ähnlich stark zurückkommt wie nach der Pandemie – vielleicht sogar stärker als je zuvor.»
Fabian Reber, Mitinhaber des Familienunternehmens Thailandtravel.ch, registriert, dass sich an der Attraktivität Thailands grundsätzlich nichts geändert habe. Im Gegenteil: Dank des günstigen Wechselkurses sei das Land für Schweizer Gäste aktuell sogar attraktiver geworden. Viele Buchungen würden derzeit allerdings erst kurzfristig erfolgen. «Die Menschen möchten nach Thailand reisen, sie wollen sich aber möglichst lange alle Optionen offenhalten.»
Bei den Ferienwünschen seiner Kundschaft zeichnet sich ein klarer Trend ab: Ruhe, Erholung und Qualität stehen im Vordergrund. Khao Lak ist für Thailandtravel.ch seit Jahren die erfolgreichste Destination. Ebenfalls stark nachgefragt wird Ko Samui mit seinen hochwertigen Resorts und langen Sandstränden. Besonders beliebt sind kleinere Anlagen mit persönlichem Charakter. «Unsere Gäste wollen nicht mehr in die grossen Hotelkomplexe. Sie bevorzugen überschaubare Resorts oder Bungalowanlagen mit viel Privatsphäre und einer schönen Gartenlandschaft.» Die Kundschaft sei dabei ausgesprochen vielfältig. Neben Paaren und Honeymooners, die sich einen besonderen Aufenthalt gönnen möchten, reisen immer mehr Familien nach Thailand. Gleichzeitig bleibt das Land ein wichtiger Winteraufenthaltsort für Pensionierte. «Viele schätzen unsere Unterstützung bei Visa-Anträgen, Einreiseformalitäten oder Versicherungsfragen.»
Was Thailand von anderen Destinationen unterscheidet, fasst Reber in drei Punkten zusammen: «Die Herzlichkeit der Menschen, das hohe Sicherheitsgefühl und die fantastische Küche.» Gerade alleinreisende Frauen oder Familien würden sich in Thailand besonders wohl fühlen. Hinzu komme die enorme kulinarische Vielfalt – vom einfachen Streetfood-Stand bis zum Spitzenrestaurant.