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Good News für Touristen: Singapurs Stadtzentrum soll auch dann lebendig bleiben, wenn in den umliegenden Bürotürmen die Lichter ausgehen. Bild: Isaac

Singapur lockert Hotel-Verbote im Stadtzentrum

Der Stadtstaat Singapur bricht mit einer langjährigen Regelung und erlaubt künftig neue Hotels, Hostels und Serviced Apartments in ausgewählten Denkmalschutzgebieten. Die Lockerung soll das Stadtzentrum rund um den Boat Quay und die Beach Road nach Einbruch der Dunkelheit spürbar beleben.

Die ikonische Skyline steht vor einem nächtlichen Wandel. Wo bisher strenge Denkmalschutzauflagen die Ansiedlung neuer Beherbergungsbetriebe blockierten, soll bald mehr urbanes Leben einkehren. Die Behörden des Stadtstaates Singapur haben angekündigt, die Beschränkungen für neue Hotels, Backpacker-Hostels und Serviced Apartments in zwei zentralen historischen Vierteln – am Boat Quay und an der Beach Road – drastisch zu lockern. Die Gebiete sind weltbekannt für ihre charakteristischen historischen Shophouses und gemischt genutzten Gebäude.

Bislang galt in den geschützten Zonen entlang des Singapore Rivers ein striktes Tabu für neue Hotelprojekte. Die Stadtentwicklungsbehörde (URA) wollte damit verhindern, dass eine Überdiffusion von Tourismusbetrieben den ursprünglichen Charakter der Quartiere verfälscht. Doch die Erwartungen der Besucher haben sich gewandelt. Bei der Eröffnung des Lichtkunstfestivals «i Light Singapore» erklärte der Minister für nationale Entwicklung, Chee Hong Tat, dass die Regierung mit diesem Schritt direkt auf Rückmeldungen aus der Wirtschaft reagiere. «Ziel ist es, Entwicklern und Geschäftsinhabern mehr Flexibilität zu bieten, um den Besuchern ein vielfältigeres Angebot zu machen – mit dem Singapore River direkt vor der Haustür», sagte Chee Hong Tat gemäss «The Straits Times».

Inspiration aus Sydney, Seoul und London

Die Attraktivität der Quartiere soll durch die neuen Übernachtungsmöglichkeiten gestärkt werden, ohne das historische Erbe zu gefährden. Dafür zeigt sich die Regierung pragmatisch: Derzeit wird auch über sogenannte «regulatorische Sandkästen» nachgedacht. Diese Testräume sollen es Unternehmen und lokalen Partnern erlauben, experimentelle Events und Nutzungen unbürokratisch auszuprobieren.

Ein zentraler Pfeiler der neuen Strategie ist die Stärkung der Night-Time Economy. Inspiriert von Metropolen wie Sydney, Seoul und London, die Kunst, Kultur und Freizeit nach Einbruch der Dunkelheit gezielt fördern, setzt Singapur vermehrt auf erlebnisorientierte Lichtinstallationen und kreative Abendkonzepte.

Die Hotel-Öffnung bettet sich dabei in ein noch grösseres Gesamtkonzept für das Marina-Bay-Viertel ein. Dieses soll in den kommenden Jahren um verschiedene Elemente erweitert werden. Dazu gehören Sport- und Freizeiteinrichtungen direkt am Wasser, aber auch erweiterte Kunst- und Kulturangebote im öffentlichen Raum. Ebenso zur Debatte stehen zusätzliche Grünflächen zur Steigerung der Aufenthaltsqualität und innovative Gastro- und Retail-Konzepte, die neulich schon vom Singapore Tourism Board (STB) präsentiert wurden.

Durch die Verzahnung von historischer Kulisse, moderner Hotellerie und einem bunten Nachtleben will Singapur sicherstellen, dass das Stadtzentrum auch dann lebendig bleibt, wenn in den umliegenden Bürotürmen die Lichter ausgehen.

(TN)