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Innerhalb weniger Wochen sind in zwei Tigeranlagen in Nordthailand dutzende Raubkatzen infolge eines mutmasslichen Virusausbruchs verendet. Bild: Adobe Stock

Tiger-Drama in thailändischen Erlebnisparks

In Nordthailand sind innerhalb weniger Wochen dutzende Tiger in touristischen Anlagen gestorben. Das Massensterben entfacht erneut die Debatte über Wildtier-Erlebnisse im Ferienland Thailand.

Ein Virusausbruch in zwei privaten Tigerparks im Norden Thailands wirft erneut kritische Fragen zum Umgang mit Wildtieren im Tourismus auf. In Anlagen des Anbieters Tiger Kingdom in der Provinz Chiang Mai sind innerhalb weniger Wochen 72 Tiger verendet. Medien sprechen vom grössten bekannten Massensterben dieser Art in Thailand.

Die Tiere lebten laut dem Newsportal «Watson» in touristischen Einrichtungen, in denen Besucherinnen und Besucher gegen Bezahlung Fotos mit Tigern machen oder ihnen nahekommen konnten. Insgesamt wurden dort rund 250 Raubkatzen gehalten. Anfang Februar breitete sich laut Behörden eine Krankheit in mehreren Gehegen aus, woraufhin die Parks geschlossen und unter Quarantäne gestellt wurden.

Welche Krankheit genau verantwortlich ist, wird noch untersucht. Erste Tests deuteten auf das Feline Parvovirus hin, inzwischen steht auch das Canine Staupevirus im Verdacht. Beide gelten als hochansteckend und oft tödlich für Tiere. Veterinäre prüfen zudem, ob kontaminiertes Futter eine Rolle gespielt haben könnte.

Tierschutzorganisationen sehen den Ausbruch als Folge problematischer Haltungsbedingungen. Hohe Tierdichte, Stress und mögliche Inzucht könnten das Immunsystem der Tiere geschwächt haben.

(TN)