Trips & Travellers

Der Mount Fuji zieht jedes Jahr Millionen Besucherinnen und Besucher an – mit spürbaren Folgen für die umliegenden Gemeinden. Bild: Adobe Stock

Touristenboom stoppt Kirschblütenfest in Japan

Die japanische Stadt Fujiyoshida hat ihr traditionsreiches Kirschblütenfest abgesagt – aus Sorge um Lebensqualität und Umwelt. Hintergrund ist der anhaltende Besucheransturm rund um den Mount Fuji.

Die wachsenden Touristenströme in Japan haben ein prominentes Opfer gefordert: Die Stadt Fujiyoshida am Fuss des Mount Fuji hat ihr jährliches Kirschblütenfest abgesagt. Mit der Entscheidung wolle man «die Würde und das Lebensumfeld der Bürger schützen», sagte Bürgermeister Shigeru Horiuchi.

Der Mount Fuji zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen Japans und lockt jedes Jahr Millionen Reisende an. Allein das Frühlingsfest zur Kirschblüte verzeichnete im vergangenen Jahr rund 200’000 Gäste. Für viele Einheimische wurde der Andrang zunehmend zur Belastung. Anwohner berichten von starkem Verkehr, achtlos weggeworfenem Müll und Touristen, die unerlaubt Privatgrundstücke betreten – teilweise sogar, um dort ihre Notdurft zu verrichten.

Der Park mit Aussicht auf den Fuji, in dem das Fest bisher stattfand, wird während der Kirschblüte trotzdem geöffnet sein. Nur das Festival findet nicht statt. Die Stadt rechnet laut dem «Spiegel» trotz der Absage des offiziellen Festes mit vielen Gästen.

Fujiyoshida ist kein Einzelfall. Auch in anderen beliebten Reisezielen wie Kyoto wächst der Unmut über die Schattenseiten des Booms. Die ehemalige Kaiserstadt mit ihren Tempeln und traditionellen Holzhäusern kämpft seit Jahren mit überfüllten Strassen und rücksichtslosem Verhalten einzelner Gäste.

Der Tourismus in Japan erlebt einen historischen Aufschwung. 2025 reisten rund 42,7 Millionen Menschen ins Land – so viele wie noch nie. Damit wurde der bisherige Rekord aus dem Jahr zuvor deutlich übertroffen.

(TN)