Trips & Travellers

Führen durch den Tag, von links: Luisa Schiessl (Trade Manager Brand USA), Heinz Zimmermann (Visit USA Switzerland) und Melissa Clausen (Knecht Reisen). Bild: TN

Schweizer Reisebranche zeigt Flagge für die USA

Reto Suter

Die USA kämpfen derzeit mit Gegenwind im Schweizer Reisemarkt. Doch in Zürich setzt die Branche ein bewusstes Zeichen. Beim «Visit USA Island Hopping» rücken Destinationen, Airlines und Veranstalter die Vereinigten Staaten ins Rampenlicht.

Es gab für Heinz Zimmermann, Präsident des Visit USA Committee Switzerland, schon dankbarere Aufgaben, als 2026 einen Branchen-Event rund um die Vereinigten Staaten zu organisieren.

Die umstrittene Politik von Präsident Donald Trump, Berichte über strengere Einreisebestimmungen sowie hohe Preise für Hotels und Restaurants dämpfen aktuell die Reiselust vieler Schweizerinnen und Schweizer. Manche verzichten ganz bewusst auf Ferien in den USA.

Die Zurückhaltung spiegelt sich auch in den Zahlen wider: Rund 360’000 Personen aus der Schweiz reisten 2025 in die Vereinigten Staaten – etwa zehn Prozent weniger als im Jahr davor.

Für das laufende Jahr wird sogar mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet. Für Zimmermann ist das jedoch kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. «Gerade jetzt ist es wichtig, über die USA zu sprechen, die Schönheiten des Landes aufzuzeigen und offene Fragen zu klären», sagt er zu Travelnews.

Spürbarer Teilnehmerrückgang

Genau diesem Zweck dient das «Visit USA Island Hopping», das heute Donnerstag (5. Februar 2026) im Zürcher Volkshaus stattfindet. Der wichtigste Weiterbildungsevent für die Schweizer Reisebranche rund um die Vereinigten Staaten bringt 24 Aussteller und sehr gut gezählte 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen.

Zwar liegt diese Zahl deutlich unter früheren Austragungen – bei der Premiere des Inselhüpfen-Formats 2023 waren noch über 230 Reiseprofis dabei, und selbst im vergangenen Jahr war die Beteiligung rund doppelt so hoch. Doch angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen darf die Durchführung dennoch als Erfolg gewertet werden.

Für ein starkes Signal sorgt insbesondere die Featured Destination Meet Boston, die gleich mit einer elfköpfigen Delegation angereist ist. Daneben präsentieren sich grosse Schweizer Reiseveranstalter, mehrere Airlines mit USA-Verbindungen sowie zahlreiche US-Destinationen.

Das bewährte Konzept mit sechs «Inseln» ermöglicht es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, sich gezielt über Neuheiten und Angebote zu informieren und den direkten Austausch mit den Partnern zu suchen.

Ergänzt wird das Programm durch Präsentationen im Plenum – neben Boston auch von Dutchess County im Bundesstaat New York sowie von Kuoni. In einem Q&A klärte Luisa Schiessl, Trade Manager bei Brand USA, zentrale Fragen der Branche, etwa zu steigenden Nationalpark-Gebühren, Einreiseformalitäten oder dem ESTA-Aufschlag.

Heinz Zimmermann, Präsident des Visit USA Committee Switzerland, betonte in einer seiner Ansprachen einen Vorteil für Reisende: Der Dollar befindet sich auf einem 15-Jahrestief, aktuell gibt es einen Dollar für 79 Rappen. Ein Argument, das trotz politischer Debatten und höherer Preise wieder mehr Gäste überzeugen könnte.

Der Event dauert noch bis am Abend. Schon jetzt zeichnet sich jedoch ab: Für die anwesenden Reiseprofis ist die Veranstaltung ein wertvoller Treffpunkt – und ein wichtiges Zeichen dafür, dass die USA im Schweizer Markt weiterhin eine bedeutende Rolle spielen.