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Begegnungen mit wilden Elefanten können in Thailands Nationalparks beeindruckend, aber auch gefährlich sein. Bild: Adobe Stock

Ranger warnen in Thailand vor wilden Elefanten

Im Khao-Yai-Nationalpark in Thailand wächst die Sorge vor wilden Elefanten, die zunehmend in die Nähe von Gemeinden und touristischen Anlagen vordringen. Nach mehreren tödlichen Vorfällen verstärken Ranger ihre Schutzmassnahmen und rufen Besucherinnen und Besucher zu besonderer Vorsicht auf.

Im Nordosten Thailands sorgen wilde Elefanten derzeit für wachsende Besorgnis – auch in beliebten Ferienregionen. Im Khao-Yai-Nationalpark, einem der bekanntesten Schutzgebiete des Landes, versuchen Parkranger während der Trockenzeit verstärkt, die Tiere von Gemeinden und touristischen Einrichtungen fernzuhalten, wie die «Bangkok Post» schreibt.

Hintergrund ist ein aggressiver Bulle namens Oiwan, der in den vergangenen zwei Jahren drei Menschen getötet hat, zuletzt einen 65-jährigen Camper auf einem Zeltplatz. Nach dem Vorfall wurde der betroffene Campingbereich umgehend geschlossen, während Ranger rund um die Uhr patrouillieren.

Elefanten verlieren Scheu vor Menschen

Die Trockenzeit verschärft die Situation zusätzlich: Weil natürliche Wasser- und Nahrungsquellen knapper werden, wagen sich Elefanten häufiger in die Nähe von Farmen, Hotels und Strassen.

Allein im benachbarten Thap-Lan-Nationalpark lebt eine Herde von rund 200 Tieren, die regelmässig in Gruppen auf Nahrungssuche geht. Besonders betroffen sind landwirtschaftliche Flächen und Siedlungen in den Distrikten Wang Nam Khieo und Khon Buri, wo Ranger nun über mehrere Monate hinweg verstärkt Präsenz zeigen.

Touristische Hotspots bleiben zwar grösstenteils geöffnet, doch Behörden raten zu erhöhter Vorsicht. Wer auf freilebende Elefanten trifft, sollte sich ruhig zurückziehen und möglichst in Gruppen unterwegs sein. Experten beobachten zudem, dass die Tiere zunehmend ihre Scheu vor Menschen verlieren: Sie durchstöbern Abfallbehälter und dringen teilweise bis in bewohnte Gebiete vor.

Der Khao-Yai-Nationalpark gilt als wichtiger Lebensraum für Thailands Elefanten. Gleichzeitig wächst mit der Ausbreitung menschlicher Siedlungen das Konfliktpotenzial. Für Reisende bedeutet das keine generelle Gefahr. Die Vorfälle rufen aber in Erinnerung, dass Begegnungen mit Wildtieren in Südostasien faszinierend, aber unberechenbar sein können. Wer Naturparks besucht, sollte deshalb stets die Anweisungen der Behörden befolgen und Sicherheitsregeln ernst nehmen.

(TN)