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Flammen und dichter Rauch steigen in Patagonien auf: Die Waldbrände haben in Teilen Südargentiniens verheerende Ausmasse angenommen. Bild: Screenshot France 24

Notstand wegen Mega-Bränden in Patagonien

In Patagonien wüten die schlimmsten Waldbrände seit Jahrzehnten. Nun hat Argentiniens Präsident Javier Milei den Notstand ausgerufen – nach wachsender Kritik an seinem Krisenmanagement.

Die seit Wochen wütenden Waldbrände im Süden Argentiniens haben dramatische Ausmasse angenommen. Nun hat Präsident Javier Milei für die betroffenen Gebiete in Patagonien den Notstand ausgerufen. Ein entsprechendes Dekret soll zusätzliche finanzielle Mittel freimachen, um die Brandbekämpfung zu verstärken, die Bevölkerung zu unterstützen und den Wiederaufbau einzuleiten. Zuvor war Milei von Kritikern Untätigkeit vorgeworfen worden.

Besonders betroffen ist die patagonische Provinz Chubut. Dort brennen die Wälder bereits seit Dezember. Laut dem EU-Klimadienst Copernicus handelt es sich um die heftigsten Feuer in der Region seit mindestens zwei Jahrzehnten. Nach Angaben der argentinischen Tageszeitung «La Nación» sind bislang rund 2300 Quadratkilometer zerstört worden. Auch der Nationalpark Los Alerces, ein beliebtes Reiseziel und Unesco-Weltnaturerbe, ist betroffen.

Zunehmend schwere Waldbrände im Sommer

Die anhaltenden Brände werden durch hohe Temperaturen, extreme Trockenheit und starke Winde begünstigt. Milei erklärte bereits vor der offiziellen Notstandserklärung, die Regierung habe umgerechnet rund 60 Millionen Franken zur Bekämpfung der Feuer und zur Unterstützung der Feuerwehr bereitgestellt.

Zuvor hatte die Regierung ohne Beweise militante Gruppen der indigenen Mapuche für die Brände verantwortlich gemacht. Umweltorganisationen wie Greenpeace reagierten scharf und warfen der Regierung Rassismus sowie ein zu spätes Eingreifen vor.

Experten sehen strukturelle Ursachen. In Argentinien und im benachbarten Chile treten während der Sommermonate zunehmend schwere Waldbrände auf. Der Klimawandel führe zu immer trockeneren Sommern, erklärte Camilo Bagnato vom Nationalpark Nahuel Huapi.

Hinzu komme, dass sich Feuer in grossflächigen Kiefernplantagen – etwa durch Unachtsamkeit oder Blitzeinschlag – besonders schnell ausbreiten. Die Monokulturen stehen seit Jahren in der Kritik, da sie die Böden zusätzlich austrocknen.

(TN)