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Eine aktuelle Analyse zeigt, wie stark sich Afrikas Nationalparks bei Eintrittspreisen, Besucherdichte und Erreichbarkeit unterscheiden und liefert damit wertvolle Orientierung für die Safari-Planung. Bild: Adobe Stock

Grosser Safari-Vergleich: Die Nationalparks in Afrika unter der Lupe

Eine neue Analyse vergleicht über 30 afrikanische Nationalparks nach Besucherzahlen, Eintrittspreisen und Erreichbarkeit. Die Ergebnisse zeigen, wo Safari noch Abgeschiedenheit bietet – und an welchen Orten Besucherandrang und hohe Kosten dominieren.

Eine Safari in Afrika gehört für viele Reisende zu den ganz grossen Träumen. Gleichzeitig stellt sich bei der Planung die Frage, welches Schutzgebiet den eigenen Erwartungen am besten entspricht – abgelegen oder gut erreichbar, exklusiv oder belebt, preislich moderat oder ikonisch.

Eine neue Untersuchung des Reiseanbieters Go Safari bringt Ordnung in diesen Entscheidungsprozess. Für die Analyse wurden über 30 Nationalparks in sieben afrikanischen Ländern systematisch verglichen.

Grundlage bildeten offizielle Besucherzahlen der Parkverwaltungen, Eintrittspreise, Google-Bewertungen, die Anzahl der Unterkünfte sowie die Fahrzeit vom nächstgelegenen internationalen Flughafen. Aus diesen Daten berechnete Go Safari unter anderem einen Exklusivitätswert, der die Besucherzahl ins Verhältnis zur Parkfläche setzt.

Exklusivität, Preise und Anreise im direkten Vergleich

Das Ergebnis zeigt teils erhebliche Unterschiede. Besonders abgeschieden präsentiert sich Sambia: Der North Luangwa Nationalpark verzeichnet lediglich 0,11 Besucherinnen und Besucher pro Quadratkilometer und gilt damit als exklusivstes Safari-Gebiet der Untersuchung. Ganz anders die Situation in Kenia, wo der Nairobi National Park aufgrund seiner Stadtnähe auf bis zu 1780 Gäste pro Quadratkilometer kommt.

Auch bei den Eintrittspreisen gibt es eine grosse Bandbreite. Während in Namibias Nkasa-Rupara-Nationalpark bereits für rund fünf Franken pro Tag Safari-Luft geschnuppert werden kann, verlangt die Masai Mara in Kenia bis zu 158 Franken. Auffällig ist dabei: Die Serengeti in Tansania erzielt mit 4,8 Sternen die beste Bewertung der Studie – bei weniger als der Hälfte des Eintrittspreises der Masai Mara.

Unterschiede zeigen sich zudem bei Anreise und Unterkunft. Parks wie die Serengeti oder die Masai Mara bieten zahlreiche Lodges direkt im Schutzgebiet. Andere, etwa der Nairobi National Park, verzichten vollständig auf Unterkünfte innerhalb der Parkgrenzen, punkten dafür aber mit kurzen Wegen vom Flughafen. Während hier zwischen Landung und erstem Tierkontakt teils nur 30 Minuten liegen, benötigen Reisende zu abgelegenen Parks bis zu zwölf Stunden Anfahrt.

Welche Safari passt zu wem?

Fazit: Wer Ruhe, Weite und möglichst unberührte Wildnis sucht, findet sie vor allem in Sambia und Simbabwe. Die extrem niedrige Besucherdichte sorgt für ein hohes Mass an Exklusivität – meist kombiniert mit erstklassigen, entsprechend hochpreisigen Lodges.

Für Reisende, die es unkomplizierter mögen und Wert auf ein ausgewogenes Gesamtpaket legen, erweist sich Südafrika als idealer Allrounder. Moderate Parkeintritte, visumfreie Einreise, ein geringes Malaria-Risiko sowie kurze Anfahrtszeiten erleichtern die Planung. Hinzu kommt eine grosse Auswahl an Unterkünften in allen Komfortstufen.

Kenia und Tansania sprechen hingegen jene an, die vom ikonischen Ostafrika-Erlebnis träumen. Höhere Eintrittspreise, Visaformalitäten und eine intensivere Malaria-Vorsorge gehören hier dazu. Dafür wartet die Belohnung in Form weltberühmter Parks wie der Serengeti oder der Masai Mara.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Die perfekte Safari ist so individuell wie ein Fingerabdruck. Denn der Erfolg einer Safari lässt sich nicht allein an Zahlen festmachen. Faktoren wie der konkrete Standort, die Unterkunft, Jahreszeit oder Reiseart prägen das Erlebnis ebenso.

(TN)