Trips & Travellers

Der Süden Afrikas ist seit Tagen von heftigen Regenfällen und Überschwemmungen betroffen. Das bringt auch Einschränkungen für Reisende mit sich. Bild: Screenshot ARD

Schwere Unwetter im südlichen Afrika: Das müssen Reisende wissen

Reto Suter

Unwetter, gesperrte Strassen, geschlossene Parkbereiche: Was bedeutet das momentan für Reisende im südlichen Afrika? Travelnews hat mit Spezialisten gesprochen, die die aktuelle Lage einschätzen und konkrete Empfehlungen geben.

Die südafrikanischen Behörden haben nach starken Regenfällen und Überflutungen im Norden des Landes den nationalen Katastrophenfall ausgerufen. Die Massnahme soll es der Regierung ermöglichen, notwendige Hilfs- und Rettungseinsätze zentral zu koordinieren.

Nach offiziellen Angaben kamen mindestens 30 Menschen ums Leben. Besonders betroffen sind die nördlichen Provinzen Limpopo und Mpumalanga. Dort beschädigten die Wassermassen Tausende Häuser, spülten Strassen und Brücken weg.

Auch der bei Reisenden beliebte Krüger-Nationalpark war von den Unwettern betroffen: Hunderte Menschen mussten evakuiert werden, der Park wurde vorübergehend für Tagesgäste geschlossen.

Seit Wochen werden Teile Südafrikas sowie die Nachbarländer Mosambik und Simbabwe von schweren Regenfällen getroffen. In den Regionen kam es zu grossflächigen Überschwemmungen. Seit Ende Dezember starben in den drei Ländern mehr als 200 Menschen.

Während Rettungskräfte weiterhin im Einsatz stehen, stellen sich für Reisende Fragen: Wie sicher ist eine Reise ins südliche Afrika momentan, hat sich die Situation inzwischen etwas beruhigt – und welche Empfehlungen geben Afrika-Spezialisten Touristinnen und Touristen, die in den kommenden Wochen eine Reise ins betroffene Gebiet geplant haben? Travelnews hat bei Insidern nachgefragt.

Wie präsentiert sich die Lage aktuell?

«Der Wasserpegel ist am Sinken», sagt Petra Buller, Geschäftsführerin von Africa Design Travel, auf Anfrage. Gleichzeitig seien weitere Regenfälle angekündigt. «Entscheidend wird sein, in welcher Intensität diese tatsächlich eintreffen. Wir verfolgen die Situation engmaschig und stehen im Austausch mit unseren Partnern vor Ort.» Der nördliche Teil des Krüger-Nationalparks sowie die dort gelegenen Restcamps wie Letaba, Shimuwini und Shingwedzi seien stärker in Mitleidenschaft gezogen wurden. «Der südliche Teil des Parks sowie die angrenzenden privaten Wildschutzgebiete waren und sind grösstenteils zugänglich.»

Laut Claudio Nauli, General Manager von Private Safaris, hat sich die Lage im Krüger-Nationalpark entspannt. Dank verbesserter Wetterbedingungen sei der Park seit Montag (19. Januar 2026) tagsüber wieder geöffnet. Die Eingänge Paul Kruger Gate, Numbi Gate, Malelane Gate und Phabeni Gate sind zugänglich, wobei Phabeni je nach Wasserstand kurzfristig geschlossen werden könnte. Crocodile Bridge Gate sowie die nördlichen Parkbereiche bleiben weiterhin geschlossen, da Strassen und Brücken durch die Unwetter beschädigt wurden. «Wir verfolgen die Entwicklung laufend und passen unsere Einschätzungen entsprechend an», so Nauli.

Der Flughafen Hoedspruit war vergangene Woche zeitweise geschlossen, ist mittlerweile aber wieder geöffnet. Der Kruger Mpumalanga International Airport sowie Skukuza waren durchgehend in Betrieb – und sind es weiterhin.

Sind derzeit viele Schweizer Reisende in der Region unterwegs?

Nein, momentan ist nicht Hauptreisezeit im südlichen Afrika. «Jahreszeitbedingt haben wir aktuell nur wenige Buchungen», sagt Petra Buller von Africa Design Travel. Es sei bekannt, dass es insbesondere im Januar und Februar immer wieder zu intensiven Regenfällen kommen könne. «Die Vegetation ist sehr dicht, und da für die Tiere ausreichend Wasser vorhanden ist, müssen sie die Wasserlöcher weniger regelmässig aufsuchen. Entsprechend anspruchsvoller gestalten sich in diesen Monaten die Tierbeobachtungen.» Auch Private Safaris hat momentan nur wenige Gäste in der betroffenen Region.

Welche konkreten Folgen haben die Unwetter für Reisende?

«Ausgerechnet in der vergangenen Woche, als die Regenfälle ihren Höhepunkt erreichten, befanden sich Kundinnen und Kunden von uns in der Region», schildert Petra Buller von Africa Design Travel. «Der Besuch des Blyde River Canyon sowie die Übernachtungen dort waren problemlos möglich.» Eine Lodge sei jedoch aufgrund gesperrter Zufahrtswege kurzfristig nicht erreichbar gewesen. «Wir haben die Gäste umgehend in eine alternative Lodge umgebucht, wo sie ihren Aufenthalt ohne Einschränkungen fortsetzen und regulär an Pirschfahrten teilnehmen konnten.»

Claudio Nauli von Private Safaris betont, dass der Veranstalter bei Bedarf aktiv auf betroffene Reisende zugehe. Gemeinsam mit der lokalen Partneragentur würden jeweils die bestmöglichen Lösungen geprüft. «Falls nötig organisieren wir kurzfristige Anpassungen wie alternative Routen, Lodge-Wechsel oder zusätzliche Übernachtungen ausserhalb des Parks», sagt Nauli. Ziel sei es, dass die Reise trotz der herausfordernden Situation sicher und möglichst reibungslos verlaufe – und für die Gäste weiterhin ein aussergewöhnliches Erlebnis bleibe.

Was sollten Touristen beachten, deren Abreise demnächst ansteht?

Claudio Nauli, General Manager von Private Safaris, hält fest, dass die Region grundsätzlich weiterhin bereisbar sei, insbesondere der Süden des Krüger-Nationalparks. «Wir empfehlen Reisenden jedoch, zusätzliche Fahrzeiten einzuplanen, da einzelne Strassenabschnitte beschädigt sein können», sagt er. Kurzfristige Anpassungen der Reisepläne seien zudem möglich, etwa wenn Parkabschnitte vorübergehend geschlossen blieben. «Unsere Gäste informieren wir transparent über alle relevanten Entwicklungen und stehen ihnen bei Fragen oder Anliegen jederzeit zur Verfügung.»

Auch Petra Buller von Africa Design Travel unterstreicht die Bedeutung einer engen Abstimmung. Man stehe in ständigem Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen in den Reisebüros, um jede Buchung situativ und individuell betreuen zu können. Sollten Reisepläne durch temporäre Parkschliessungen oder gesperrte Zufahrten beeinträchtigt werden, reagiere man flexibel und lösungsorientiert – etwa mit angepassten Routen oder alternativen Unterkünften. «Dank unseres Partnernetzwerks vor Ort konnten wir gute Alternativen anbieten, mit denen unsere Kundinnen und Kunden sehr zufrieden waren und sind», so Buller.