Trips & Travellers
Crew-Hotel in Miami sorgt für Ärger
Seit dem Jahreswechsel sind Crews der Lufthansa in Miami in einem neuen Hotel im Viertel North Beach untergebracht. Statt Erholung am Strand macht sich Frust breit. Flight Attendants und Cockpit-Crews sprechen von «unakzeptablen Zuständen», wie das Aviatik-Portal «Aerotelegraph» schreibt.
Für die Swiss sei das Hotel kein Neuland. Ihre Crews waren in den vergangenen Jahren mehrfach dort untergebracht, zuletzt erneut seit Anfang Dezember 2025. Seither «hängt der Haussegen wieder schief», wie mehrere Flight Attendants berichten.
Interne Rückmeldungen an die Managements sollen sich seit Anfang Januar häufen. Besonders bei der Lufthansa gehen «täglich Dutzende von Meldungen ein», wie zu hören ist. Die Kritikpunkte ähneln sich.
Lange Mängelliste
Mehrere Besatzungsmitglieder berichten von defekten Klimaanlagen, die sich nicht regulieren lassen. Andere bemängeln fehlende Sicherheitsvorrichtungen an Zimmertüren. Teilweise bringen Crews eigene Türkeile mit. Auch Schimmel, Ungeziefer und stark verschmutzte Gemeinschaftsbereiche werden erwähnt.
Hinzu kommt eine marode Infrastruktur. Von zwei Lifts soll nur einer funktionieren. Nach starken Regenfällen tropfte Wasser von der Decke. Eimer mussten aufgestellt werden. Lange Wartezeiten beim Check-in sorgen ebenfalls für Ärger. Die Kritik findet sich auch öffentlich wieder. Auf Google liegt das Hotel aktuell bei 3,1 von 5 Sternen. Frühere Crew-Hotels schnitten deutlich besser ab.
Neben Komfortfragen geht es zunehmend um Grundsätzliches. «In einigen Zimmern fehlen sogar die Sicherheitstafeln», sagt ein Crew-Mitglied. «Und in den Treppenhäusern lassen sich Notausgänge nur schwer öffnen.»
Warum fiel die Wahl trotzdem auf dieses Haus? Ein Insider erklärt, dass das Crew-Geschäft für Hotels in Miami zunehmend unattraktiv sei. In der Hochsaison seien verfügbare Zimmer knapp und teuer. Airlines müssten nehmen, was verfügbar ist.
Die Swiss bestätigt unterschiedliche Rückmeldungen. Gemeldete Mängel würden mit dem Hotel besprochen. Sicherheit und Sauberkeit hätten höchste Priorität. Auch die Lufthansa spricht von einem erhöhten Beschwerdeaufkommen und prüft Alternativen. Eine Delegation ist offenbar bereits vor Ort.
Einzelne Crew-Mitglieder finden das Hotel «ganz okay». Die Mehrheit ist jedoch überzeugt: Für einen erholsamen und sicheren Aufenthalt reicht das Angebot derzeit nicht aus.