Trips & Travellers
Schweizer Pass bei Reisefreiheit so weit vorne wie noch nie
Der Henley Passport Index feiert 2026 sein 20-jähriges Bestehen. Er zeichnet das Bild einer Welt, in der Reisefreiheit zunehmend ungleich verteilt ist. Zwar verfügen so viele Pässe wie noch nie über eine hohe visumfreie Mobilität, gleichzeitig wächst die Kluft zwischen den privilegiertesten und den am stärksten eingeschränkten Nationen weiter, wie es in einer Mitteilung heisst.
Grundlage des Rankings sind exklusive Daten der International Air Transport Association (Iata), die zeigen, wie viele Destinationen mit einem Pass ohne vorheriges Visum bereist werden können. An der Spitze steht weiterhin Singapur, dessen Staatsangehörige 2026 visumfrei in 192 Länder reisen können. Am anderen Ende der Skala liegt erneut Afghanistan mit lediglich 24 Destinationen.
Die Differenz von 168 Ländern macht deutlich, wie stark die globale Mobilitätsungleichheit in den vergangenen zwei Jahrzehnten gewachsen ist. Zum Vergleich: 2006 betrug der Abstand zwischen dem damals führenden US-Pass und Afghanistan noch 118 Länder.
Schweiz auf dem Podest
Auf Platz 2 des Rankings liegen Japan und Südkorea. Menschen, die einen dieser Pässe besitzen, können visumfrei in 188 Staaten einreisen. Ansonsten bleibt Europa im oberen Bereich des Rankings dominant – und die Schweiz ist mittendrin.
Gemeinsam mit Dänemark, Luxemburg, Spanien und Schweden belegt sie den dritten Platz. So gut war die Schweiz in der Geschichte des Rankings noch nie klassiert. Mit einem Schweizer Pass ist derzeit die visumfreie Einreise in 186 Staaten möglich.
Allerdings zeigt der Blick zurück auch eine andere Seite: Vor genau einem Jahr standen Schweizerinnen und Schweizern noch 190 visumfreie Destinationen offen. Der Aufstieg aufs Podest ist somit weniger auf zusätzliche Reisefreiheit zurückzuführen als auf stärkere Einbussen bei anderen Ländern.
Im Vergleich zum Januar 2025 ist für Schweizerinnen und Schweizer die visumfreie Einreise in Mauretanien, Burkina Faso, Pakistan, Irak, Myanmar und Somalia nicht mehr möglich. Erleichterungen gibt es hingegen bei der Einreise nach Sierra Leone, wo neu ein Visum on Arrival genügt, sowie nach Vietnam, das die Visumpflicht vollständig aufgehoben hat.
Zu den grössten Gewinnern der vergangenen zwei Jahrzehnte zählt die Vereinigte Arabische Emirate, die dank gezielter Visapolitik und internationaler Beziehungen um 57 Plätze auf Rang fünf kletterten. Auch Staaten in Südost- und Osteuropa legten deutlich zu. Demgegenüber ist Bolivien das einzige Land, das langfristig an Reisefreiheit eingebüsst hat.