Trips & Travellers
Diese Sehenswürdigkeiten können sich Reisende 2026 sparen
Wer reist, will entdecken, staunen und eintauchen – und landet trotzdem überraschend oft genau dort, wo sich Einheimische niemals freiwillig blicken lassen würden. Das ist kein persönliches Versagen, sondern ein klassischer Touristenreflex.
Doch während manche Sehenswürdigkeiten ihren Ruhm tatsächlich verdienen, entpuppen sich andere als teure Enttäuschung. Die britische Zeitung «Telegraph» (Abo) hat genau hingeschaut und jene europäischen Attraktionen identifiziert, die als besonders kitschig, überbewertet und kulturell wenig gehaltvoll gelten – und die man getrost von der Bucketlist streichen kann.
Viele Länder sind vertreten
Ganz oben auf der Negativliste steht Julias Balkon in Verona. Romantik pur? Eher nicht. Der berühmte Balkon hat mit Shakespeare nichts zu tun, wurde erst Jahrhunderte nach dessen Tod angebaut und dient heute vor allem als Kulisse für Selfies in einer engen, überfüllten Gasse – in der Hochsaison inzwischen sogar gegen Eintritt.
Ein ähnliches Schicksal ereilt den Leicester Square in London, der weniger als Sehenswürdigkeit denn als grelle, hektische Ansammlung von Fast-Food-Ketten, Werbung und Menschenmassen wahrgenommen wird.
Besonders hart fällt das Urteil über die Blaue Lagune in Island aus. Statt nordischem Spa-Zauber beschreibt der «Telegraph» sie als Ort mit der Atmosphäre einer Flughafenlounge – inklusive dicht gedrängter Badegäste im milchigen Wasser.
Auch der legendäre Blarney Stone in Irland steht in der Kritik: Um angeblich Redekunst und Charisma zu erlangen, müssen Besucherinnen und Besucher den Stein kopfüber küssen – gesichert von einer Metallstange, in einer langen Warteschlange und unter den Blicken anderer Reisender. Für viele überwiegt dabei der skurrile Zirkus klar den mythischen Mehrwert.
Ähnlich ernüchternd ist John O’Groats in Schottland, oft als nördlichster Punkt des britischen Festlands beworben. In Wahrheit handelt es sich um einen unscheinbaren Ort mit Parkplatz, Souvenirshop und Wegweiser – landschaftlich wenig spektakulär und vor allem ein Pflichtstopp für Beweisfotos. Auch weitere Klassiker wie die Reeperbahn in Hamburg, Manneken Pis in Brüssel, die Mona Lisa in Paris, Gondelfahrten in Venedig oder die Kleine Meerjungfrau in Kopenhagen schneiden schlecht ab.
Die Quintessenz: Berühmtheit ist kein Garant für ein gutes Reise-Erlebnis. Wer bereit ist, bekannte Pfade zu verlassen, entdeckt oft mehr Authentizität, Ruhe und lokale Kultur – und kehrt mit deutlich besseren Erinnerungen nach Hause zurück.
Das sind laut «Telegraph» die enttäuschendsten Sehenswürdigkeiten Europas:
- Julias Balkon, Verona.
- Leicester Square, London.
- Blaue Lagune, Island.
- Blarney Stone, Irland.
- Reeperbahn, Hamburg.
- Manneken Pis, Brüssel.
- Mona Lisa, Paris.
- Gondelfahrt, Venedig.
- Kleine Meerjungfrau, Kopenhagen.
- John O'Groats, Schottland.