Trips & Travellers
Wo Europa queer-freundlich ist – und wo nicht
Wie sicher und gleichberechtigt leben Menschen aus der Queer-Community in Europa – und was bedeutet das für Reisende? Antworten darauf liefert der neue «Rainbow Europe Index» von ILGA-Europe, der die Gesetzeslage und politischen Massnahmen in 49 Ländern vergleicht.
Die Bewertungen basieren auf über 70 Einzelkriterien – von Antidiskriminierungsgesetzen über Ehe- und Adoptionsrechte bis hin zu Trans-Gesetzgebung, Asylschutz und Versammlungsfreiheit. Aus der erreichten Punktzahl errechnet sich ein Prozentwert, der ein klares Bild über Fortschritte und Rückschritte zeichnet.
Spitzenreiter: Malta, Belgien, Island
Zum zehnten Mal in Folge steht Malta mit 89 Prozent an der Spitze des Rankings – dank konsequenter Gesetzgebung in Bereichen wie Familienrecht, Schutz von Intersex-Kindern und Antidiskriminierung. Belgien folgt mit 85 Prozent und rückt mit neuen Anti-Hass-Gesetzen auf Platz zwei vor. Island komplettiert mit 84 Prozent das Spitzentrio, dicht gefolgt von Dänemark (80 %) und Spanien (78 %).
Weitere gut bewertete Länder sind Finnland (70 %), Deutschland, Griechenland und Norwegen (je 69 %) sowie Portugal (67 %). Auch die Niederlande, Schweden, Frankreich und Irland erzielen solide Ergebnisse.
Die Schweiz: solide, aber ausbaufähig
Mit 50 Prozent liegt die Schweiz im europäischen Mittelfeld – auf Rang 21, gemeinsam mit Slowenien. Positiv angerechnet werden die Antidiskriminierungsregeln und gewisse Fortschritte bei der Geschlechtsanerkennung. Noch deutliches Entwicklungspotenzial besteht bei Elternrechten, dem Schutz intergeschlechtlicher Kinder sowie beim Verbot von Konversionstherapien.
Am unteren Ende des Rankings finden sich Länder mit schweren Einschränkungen der Rechte für Queer-Menschen. Russland und Aserbaidschan teilen sich mit zwei Prozent den letzten Platz, gefolgt von der Türkei (5 %). Innerhalb der EU schneiden Rumänien, Polen und Bulgarien mit nur 19 bis 21 Prozent besonders schlecht ab.