Trips & Travellers

Deutschlands Städte wie Hamburg bleiben für internationale Gäste attraktiv – trotz globaler Unsicherheiten. Bild: Adobe Stock

Gedämpfter Start, stabile Aussichten in Deutschland

Der Start ins Tourismusjahr 2025 verlief für Deutschland aus internationaler Sicht eher verhalten. Doch für den Sommer deutet vieles auf eine Stabilisierung hin. Unter anderem dank europäischer Reisender mit längerem Aufenthalt und höherem Budget.

Der internationale Tourismus nach Deutschland ist mit einem Dämpfer ins Jahr 2025 gestartet. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden von Januar bis März 14,6 Millionen internationale Übernachtungen in deutschen Beherbergungsbetrieben mit mindestens zehn Betten registriert – ein Minus von 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Petra Hedorfer, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), verweist auf mehrere Gründe für den Rückgang: Neben kalendarischen Sondereffekten seien es vor allem volatile Rahmenbedingungen wie Handelskonflikte und geopolitische Unsicherheiten, die das Verhalten von Reisenden beeinflussen.

Dennoch sieht Hedorfer Anlass zu vorsichtigem Optimismus., wie es in einer Mitteilung heisst. «Das Bedürfnis der Menschen nach Reisen, nach Erholung und Begegnung der Kulturen, aber auch der Geschäftsreiseverkehr als tragende Säule funktionierender Wirtschaftsbeziehungen sind stärker als aktuelle Krisenszenarien», sagt sie.

Hoffnungsträger Europa

Chancen für die kommende Sommersaison sieht die DZT vor allem im innereuropäischen Reiseverkehr. Laut aktuellen Erhebungen der European Travel Commission wollen über 70 Prozent der Europäerinnen und Europäer zwischen April und September 2025 verreisen. Besonders erfreulich: Ein Grossteil plant längere Aufenthalte und höhere Reisebudgets.

Acht von zehn Reisenden geben an, mehr als vier Nächte bleiben zu wollen, 14 Prozent sogar mehr als zwölf. Fast die Hälfte rechnet mit einem Ferienbudget von über 1500 Euro pro Person (rund 1400 Franken) – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr.

Davon könnte auch Deutschland profitieren, das unter europäischen Reisenden weiterhin als Kulturreiseziel Nummer eins gilt. Städte-, Kultur- und Rundreisen erfreuen sich steigender Beliebtheit. Faktoren wie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, Sicherheitsaspekte und ein angenehmes Klima sprechen zudem für Deutschland als Destination.

Sommer könnte Trendwende bringen

Im Flugsektor zeigt sich die Erholung bisher nur zögerlich. Die Vorausbuchungen internationaler Flüge nach Deutschland liegen für Mai bis Juli noch knapp vier Prozent unter dem Vorjahres-Niveau. Abzüglich der Sondereffekte durch zusätzliche Nachfrage zur Fussball-Europameisterschaft 2024 zeichnen sich für die Hochsaison 2025 laut der DZT nach heutigem Stand stabile Incoming-Zahlen im Flugsektor ab.

Ein Unsicherheitsfaktor für das deutsche Incoming-Geschäft bleibt der US-Markt. 2024 stellten Reisende aus den Vereinigten Staaten mit 7,2 Millionen Übernachtungen den zweitwichtigsten Quellmarkt.

Doch aktuelle Umfragen zeigen ein gemischtes Bild: Zwar geben rund ein Viertel der US-Amerikaner mit Reiseabsicht an, sich trotz geopolitischer Spannungen nicht in ihrer Destinationswahl beeinflussen zu lassen, gleichzeitig denkt ein Drittel darüber nach, Reisen aus finanziellen Gründen ganz zu streichen. Weitere 25 Prozent wollen zwar reisen, aber ihre Ausgaben senken.

Dennoch sehen viele Befragte Deutschland weiterhin als besonders sicheres und attraktives Reiseziel – ein Vorteil, der im internationalen Wettbewerb Gewicht hat. Die US-Reiseindustrie zeigt sich laut DZT ebenfalls vorsichtig optimistisch und rechnet mehrheitlich damit, das Buchungsniveau des Vorjahres halten zu können.

Auch wenn der Start ins Tourismusjahr 2025 gedämpft ausfällt, könnten sich zur Hauptreisezeit im Sommer wieder solide Zahlen einstellen. Längere Reisen, steigende Budgets und eine anhaltende Nachfrage nach Kultur und Sicherheit sprechen dafür, dass Deutschland seine Rolle als beliebte Destination in Europa behaupten kann – auch in bewegten Zeiten.

(TN)