Trips & Travellers

Tun Sie einfach die folgenden Dinge nicht, und das Flugerlebnis wird ganz angenehm sein... Bild: Adobe Stock

Gute Frage Was darf man beim Fliegen niemals tun?

Es gibt ein paar simple Verhaltensregeln, mit denen alle Reisenden das Erlebnis am Flughafen und im Flugzeug für sich wie auch für andere deutlich angenehmer gestalten können. Zeit für einen Reminder.

Was Flugreisende täglich an Flughäfen und in Flugzeugen anderen Passagieren oder dem Personal zumuten, ist leider immer noch viel zu oft ein völliges No-go. Dabei stehen viele solcher Reisende auch ihrem eigenen Reise-Glück im Weg.

Es gäbe einige ganz einfache Grundregeln, mit denen man es allen, auch sich selbst, etwas leichter machen kann. Wir haben die wichtigsten Verhaltensweisen, die man NICHT an den Tag legen sollte, zusammengefasst.

Nicht zu spät kommen

Es gibt jene, die immer zwei Stunden zu früh am Flughafen sind. Und es gibt jene, die immer auf den allerletzten Drücker kommen. Erstere riskieren allenfalls Langeweile, Zweitere riskieren aber deutlich mehr: Sind Sie zu spät, sind alle zu spät. Man weiss kaum je genau, wie lange Check-In, Security- und Boarding-Prozesse dauern. Deshalb hilft es allen, wenn man genügend Zeit einberaumt. Sonst kommt es zum Domino-Effekt der Verspätungen. Ist das Gate geschlossen, nützt auch Gezeter nicht. Dann können Sie einfach ein neues Flugticket kaufen. Weil Sie ja unbedingt erst zehn Minuten vor Abflug am Flughafen erscheinen wollten und auch dann noch kurz shoppen/trinken/pinkeln mussten...

Nicht nerven

Auch die beste Planung schützt vor Pannen nicht. Sachen passieren eben manchmal. Flüge sind verspätet oder gar annulliert. Ihre Sitzplatzreservation hat nicht geklappt. Das ist zugegenermassen nervig und sollte auch angesprochen werden. Aber «c'est le ton qui fait la musique»: Kein Grund, total die Beherrschung zu verlieren und Dienstleistungspersonal zusammenzustauchen, welches zumeist noch nicht einmal Schuld an den Missständen trägt. Seien Sie auch in schwierigen Situationen zivilisiert. Karma is a bitch.

Nicht die ganze Security-Linie blockieren

Seien Sie vorbereitet. Flüssigkeiten raus oder in der erlaubten Menge präsentieren, Metallstücke und grössere bedeckende Kleidungsstücke weg, Laptops raus – durchmarschieren und keine Miene verziehen, wenn Sie vom Zufallsgenerator für einen Sondercheck ausgewählt wurden, wird Ihr Gepäck separat von Hand kontrolliert, geben Sie einfach Auskunft über den Inhalt. Und am Ende: Nehmen Sie Ihre Sachen und verschwinden Sie weg vom Security-Band, und stellen Ihr Zeugs sonstwo – meistens hat es dafür spezielle Zonen – wieder zusammen.

Es gibt nichts Nervigeres als Leute, die zuerst völlig unvorbereitet sind und so die Schlange warten lassen, dann sich lautstark über die Kontrollen (an der Kontrollstelle!!) nerven und am Ende seelenruhig Schuhe und Gürtel anziehen, während sich auf dem Rollband die Habseligkeiten der anderen Passagiere auftürmen.

Nicht die (elektronischen) Gegenstände vergessen

Wo wir schon bei der Security sind: Man glaubt es kaum, wie oft Personen ihre eigenen Habseligkeiten dort vergessen. Sehr oft sind es die separat vorzuweisenden elektronischen Gegenstände wie Laptops oder iPads. Wenn Sie es rechtzeitig bemerken und nochmals zurück zur Security können, dann müssen Sie hoffen, dass der Gegenstand nicht schon geklaut wurde oder dass das Security-Personal diesen bereits ans «Lost&Found» weitergereicht hat, wo sie ihn mühselig wieder anfordern müssen.

Und vergessen Sie um Himmels willen nicht gleich einen ganzen Rolli oder Rucksack. Herrenlose Gegenstände an Flughäfen sorgen für Nervosität oder gar Terminal-Evakuierungen. Und dafür will ja nun wirklich niemand verantwortlich sein, oder?

Nicht die ganze Boarding-Linie blockieren

Man muss nicht immer den Pass vorweisen beim Boarding. Aber wenn es verlangt ist, seien Sie wenigstens vorbereitet und beginnen Sie nicht kurz vor der Schranke damit, den Pass aus der Geheimtasche zuunterst im Rucksack herauszupuhlen.

Überdies versuchen Airlines, das Boarding so zu gestalten, dass nach Gruppen eingestiegen wird. Warum lungern denn schon zehn Minuten vor dem Boarding die Hälfte der Passagiere in der Boardingzone rum und machen es jenen mit bevorzugtem Boarding unmöglich, ungehindert an Bord zu gehen? Warum probieren Sie immer wieder, eine Gruppe früher zu boarden, nur um abgewiesen zu werden und genervt zu gucken und somit wieder für Verzögerungen und Missmut zu sorgen? Wir verstehen ja, dass der beschränkte Handgepäckplatz an Bord dazu führt, dass das Boarding heutzutage wie die Buffet-Eröffnung im All-Inclusive-Hotel vonstatten geht. Checken Sie einfach etwas ein, oder nehmen Sie keinen Oversize-Rolli mit, dann setzen Sie sich den Ellbogen der Boarding-Faschos nicht aus.

Seien Sie kein Stuhl-Nazi

Was im öffentlichen Verkehr gilt, gilt auch an Flughäfen: Wenn Sie müde sind, nehmen Sie sich einen Sitz, aber belegen Sie nicht gleich mehrere Sitze. Oder ist Ihre Tasche etwa auch müde? Müssen Ihre Beine/Arme wirklich so platziert sein, dass gleich weitere Sitze halbbelegt sind? Müssen Sie wirklich in der Boardingzone schlafen und damit gleich 3-4 Sitze belegen? Es gibt noch andere Personen, die gerne eine Sitzgelegenheit hätten. Also setzen Sie sich hin und zwar so, dass die Sitze neben Ihnen im Bedarfsfall anderen zur Verfügung stehen, und zwar ohne, dass man zuerst danach fragen muss, ob Sie denn bitte schön Ihr Handgepäck doch anderswo hin stellen könnten.

Nicht die Socken ausziehen

Niemals. Einfach: Nein. Man kann die Schuhe ausziehen und optimalerweise «Übersocken» anziehen, um Gerüche etwas zu dämpfen und falls man nur besockt durchs Flugzeug laufen muss. Aber wer will schon ihre Füsse sehen? Und wollen Sie wirklich sockenfrei auf die Bordtoilette?

Nicht andere Passagiere mit Ihrer Musik nerven

Es gibt nichts Schöneres, als mit Musik in den Ohren über den Wolken abzuschalten. Welche Musik das ist, kann jeder für sich entscheiden. Es gibt aber jene, welche offenbar 120 Dezibel BumBum in den Ohren brauchen, um abzuschalten. Hallo? Es gibt inzwischen genügend Kopfhörer/Earpod-Technologien, welche die Umwelt abschirmen. Und sonst einfach die Musik etwas leiser stellen. Ihre Sitznachbarn und Ihre Ohren werden es Ihnen danken.

Nicht auf Teufel komm raus Alkohol trinken

Travelnews schreibt jeden Freitag über spezielle Begebenheiten in der Welt des Reisens, und dabei immer wieder über Vorfälle an Bord, die mit überhöhtem Alkoholkonsum zu tun haben. Lassen Sie es sein, oder zumindest bei dem einen Bier oder Wein bewenden. Die Wirkung von Alkohol ist auf 11'000 Metern Höhe stärker. Und sich betrunken zum Affen zu machen, ist an Bord eines Flugzeugs genauso peinlich wie anderswo, kann aber deutlich teurere Konsequenzen haben, sollte der Flug wegen Ihrem Verhalten unplanmässig landen müssen oder massgeblich gestört werden. Ausserdem sollten Transferpassagiere imstande sein, von allein und ohne Zeitverlust ihr nächstes Gate zu finden.

Nicht zu wenig trinken

Wir haben zwar für wenig Alkoholkonsum plädiert – doch muss auf jeden Fall genug getrunken werden. Vor allem Wasser, auch wenn man deshalb öfter aufs WC muss. Im Übrigen sind jedoch Kaffee und Tee nicht zu empfehlen, schon gar nicht jene, die an Bord serviert werden. Studien über die Wasserqualität in den meisten Flugzeugen lesen sich wie Stephen-King-Romane. Deshalb empfiehlt es sich, Wasserflaschen oder sonstige abgefüllte Getränke dabei zu haben. Auch wenn man diese für in etwa den Preis eines Kleinwagens am Flughafen kaufen muss ...

Nichts essen, was auf dem Klapptischchen lag

Man muss kein Sauberkeitsfanatiker sein, um sich trotzdem an gewisse Hygienegrundregeln zu halten. Mittlerweile ist bekannt, dass das Klapptischchen in der Rückenlehne der Person vor Ihnen eine noch grössere Bazillenschleuder ist als die Bordtoilette des Flugzeugs. Denken Sie mal darüber nach, wie viele Flüge schon absolviert wurden und wie viele Hände, Köpfe, Nasen, Servietten, Taschentücher und Schlimmeres auf diesem Tischchen gelegen haben. Eben. Also entweder per Serviette bedecken oder Nahrung, die direkt auf dem Tischchen gelegen hat, stehen lassen.

Nicht während der ganzen Flugzeit sitzen

Das gilt natürlich insbesondere für Langstreckenflüge. Man hat wenig Platz und bewegt sich wenig, weshalb das Thrombose-Risiko steigt. Stehen Sie auf – natürlich nicht während dem Mahlzeitenservice – und machen Sie kleine Bewegungen, laufen Sie etwas herum. Und bei Risikogruppen: Stützstrümpfe helfen.

(Dieser Artikel erschien bereits zu einem früheren Zeitpunkt auf travelnews.ch und wurde aktualisiert.)

(JCR)