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SRV-Präsident Max E. Katz: «Ich hatte noch nie keine Zeit für den SRV.» Bild: TN

Nachgefragt «Die Buchungszahlen liegen per Ende Januar 5-10 Prozent im Plus»

Von Jean-Claude Raemy

SRV-Präsident Max E. Katz äussert sich zu den diesjährigen Schwerpunkten beim Branchenverband und gibt eine erste Einschätzung der laufenden Buchungssaison.

Herr Katz, Sie sagten einmal, dass Sie 15-20% Ihres Arbeitspensums für den SRV aufbringen. Ist das immer noch so?

Der Zeitaufwand für das Präsidium ist im Verlauf des Jahres sehr unterschiedlich. So bin ich im September/Oktober im Hinblick auf den Jahresabschluss, Geschäftsbericht und die Generalversammlung sicherlich sehr viel stärker mit dem SRV beschäftigt als zu anderen Zeiten. Aber ich hatte noch nie keine Zeit für den SRV!

Welches sind im aktuellen, kommenden Jahr die wichtigsten oder dringlichsten Themen für den SRV? Dominiert immer noch das Verhältnis zu den Airlines die Debatte?

Die Flugthemen sind bekanntlich seit Jahren immer wieder sehr emotional und erhalten vielleicht deshalb einen höheren Stellenwert. Ob es sich hier um DCC, New Gen ISS oder um die eben von der IATA geforderte Zertifizierung der Kreditkartenzahlungen per 1. Juni 2017 handelt. Unser Fachexperte für den Bereich Flug, Marcel Herter, ist zusammen mit unserem Geschäftsführer permanent gefordert, um solche unangenehmen Themen frühzeitig anzugehen und entsprechende Massnahmen einzuleiten. Ansonsten liegen die Schwerpunkte im Bereich der Ausbildung, Politik und Umwelt & Soziales und last but not least bei der Mitgliederbetreuung und Akquisition. Zudem haben wir unsere Führungsstruktur angepasst und werden diese nun umsetzen. Da zwei unserer fünf Mitarbeiter pensioniert wurden oder werden gilt es, das erneuerte Team zu formen und damit die erstklassigen Serviceleistungen für unsere Mitglieder weiterzuführen.

Wie sind Ihre ersten Erfahrungen mit dem neuen Vorstandsmitglied Dieter Zümpel?

Sehr gut – ich durfte Dieter Zümpel bereits vor der Generalversammlung in Interlaken kennen lernen und an der ersten Vorstandssitzung hat er sich auch gleich gut eingebracht.

«Die Mitgliederzahl des SRV ist im Verhältnis zum Rückgang der Anzahl Reisebüros unterdurchschnittlich»

Sie haben an der letzten SRV-GV in Interlaken festgehalten, der SRV setze sich auch für «die Kleinen» ein. Läuft die Diskussion über tiefere Gebühren für kleinere Mitglieder?

Es ist uns bewusst, dass der Mitgliederbeitrag gerade für kleine Büros nicht unerheblich ist. Dennoch ist festzuhalten, dass wir diese in den vergangenen rund 20 Jahren für unsere Aktivmitglieder noch nie erhöht haben. Einmal wurden die Beiträge gar gesenkt und die früher eingeforderte einmalige Eintrittsgebühr abgeschafft. Dem gegenüber steht aber ein permanenter Leistungsausbau für die Mitglieder. Die Mitgliedschaft im SRV lohnt sich damit auch für kleinere Unternehmen.

Geht denn der SRV von einer weiterhin schwindenden Anzahl Mitglieder aus? Hat das nur mit dem Reisebürosterben zu tun oder gibt es noch andere Gründe?

Die Mitgliederzahl beim SRV ist seit dem Jahr 2000 im Verhältnis zum Rückgang der Reisebüros sehr unterdurchschnittlich rückläufig. Unser Ziel muss die Konsolidierung der Mitgliederzahlen sein - was bei einem schrumpfenden Markt schon eine grosse Herausforderung darstellt.

Wieso wird eigentlich den OTAs oder anderen Marktteilnehmern aus dem nicht-so-klassischen Online-Segment kein grösseres Gehör im SRV gegeben? Wollen diese nicht mitmachen oder werden bestehende Mitgliedschafts-Strukturen geschützt?

Gegenfrage: Wieviel OTA gibt es denn in der Schweiz ? Keine Handvoll – und jene, die es gibt, sind meines Wissens sehr wohl dem Verband angeschlossen.  Wenn der Bedarf einer Plattform gewünscht wird, sind wir offen dies zu prüfen. Einen Protektionismus gegenüber Vertriebs- und anderen Strukturen gibt es in unserem Verband nicht. Bei uns sind alle herzlich willkommen, die professionell im Markt auftreten.

Noch etwas zur aktuellen Buchungssaison: Aus Deutschland hören wir, dass die Reisebüros im Januar 2017 gut losgelegt haben und aktuell 5% über dem Januar 2016 liegen. Wie sieht es in der Schweiz aus?

Der Januar selbst war nicht so stark, aber dank den Frühbuchungen im November und Dezember liegen die Sommerbuchungen in Deutschland etwa 6% über dem Vorjahr. Das sieht in der Schweiz in etwa ähnlich aus. Wir haben Anhaltspunkte, dass die Buchungszahlen per Ende Januar gegenüber dem Vorjahr  ein Plus zwischen 5  und 10% betragen. Das ist allerdings nur eine aktuelle Momentaufnahme.

«Uns hat erstaunt, wie viele Branchenleute noch nie in Israel gewesen sind»

Die nächste SRV-GV findet in Tel Aviv statt: Klar wird man den Besucherrekord der heimischen GV in Interlaken nicht brechen. Aber was sind die Erwartungen?

Wir haben einige wenige Reaktionen erhalten mit dem Tenor – „mutig“ oder „wäre ich jetzt nicht hingereist, aber freue mich trotzdem im November dabei zu sein“. Erstaunt hat uns auch, wie viele Branchenleute uns mitgeteilt haben, noch nie in Israel gewesen zu sein. Die Möglichkeit selbst für die Branchenprofis, neue Destinationen kennenzulernen, ist ja auch Sinn und Zweck der Durchführung im Ausland. Wir gehen davon aus, wie in den Jahren vor Interlaken und Abu Dhabi mit rund 200 Mitgliedern nach Israel zu reisen.