Trips & People

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Möchte sich nicht in ein Spaceship zwängen: Dieter Zümpel geniesst lieber die Ferieninsel Kreta. Bild: Evangelos Mpikakis

Nach Kreta statt ins Weltall

Am Sonntag ging der Weltraum-Tourismus los. Kuoni-Chef Dieter Zümpel wäre es lieber, wenn der Tourismus auf Erden endlich wieder reibungslos funktionieren würde.

Nach jahrelangen Ankündigungen ging es am vergangenen Sonntag nun los mit dem Weltraumtourismus. Richard Branson flog mit seiner Virgin Galactic kurz ins Weltall, in die Thermosphäre 88 Kilometer über uns.

Von Weltraum-Tourismus war in der Schweizer Reisebranche immer wieder mal die Rede. Und heute? Was bedeutet Bransons Erstflug für Kuoni? Die «Handelszeitung» hat bei Dieter Zümpel, CEO von DER Touristik Suisse angeklopft – und ihn während eines Kreta-Aufenthalts erreicht.

Ihm wäre es lieber, wenn der Tourismus auf Erden endlich wieder reibungslos funktionieren würde, sagt Zümpel zunächst. Und über einen möglichen Markt für Weltraumreisen sagt er: «Wenn überhaupt, wird es wohl eine sehr enge Nische sein. Ein Erlebnis für Menschen, die sonst schon alles haben und sich diesen Kick leisten wollen.» Beträge von Reisen für 250'000 Dollar seien bei Kuoni nicht unbekannt, «pro Jahr haben wir eine Handvoll Dossiers, die sich in der Spitze auf 300'000 Franken belaufen. Das sind dann aber meist kleinere Gruppen, die sich beispielsweise eine ausgedehnte Afrika-Reise leisten. Bei Einzelpersonen ist eine Weltreise mit der MS Europa für 100'000 Franken das absolute High End.»

An ein Geschäft mit Virgin-Galactic-Trips für Reisebüros glaubt Zümpel nicht, wenngleich eine nur schon fünfprozentige Kommission verlockend sei. Fraglich sei einfach, ob das überhaupt ein Reisebüro-Markt werde oder ob Branson und Bezos ihre All-Tripps nicht lieber direkt verkaufen.

Und würde er selber eine Weltall-Reise in Angriff nehmen? «Nein. Nur schon die Vorstellung des begrenzten Raumes im Spaceship ... da ist mir Kreta lieber.»

(GWA)