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In Namibia dabei (v.l.): Nicole Ambrosini, Karin Werner, Carona Hegyi (TUI), Moya Eigenmann, Nicole Brun, Barbara Wohlfahrt (Reisecocktail), Sandra Schmid, Nathalie Sassine (alle Webook) sowie John der Safari-Guide. Bild: zVg

Durch Namibia mit Webook

Kürzlich waren einige Mitarbeitende von Webook gemeinsam mit Externen auf Studienreise-Tour durch Namibia. Sie waren vom Land - «Afrika wie im Bu(s)ch» - begeistert.

(Bericht von Nicole Brun, Webook.ch)

«Während Namibia die Restriktionen in Sachen Covid-19 Anfang Juni noch im Rahmen gehalten hat, habe ich mir in weiser Voraussicht bei Viselio ein Selbsttestkit bestellt. Leider haben mir die Bestimmungen für den Transit in Frankfurt einen Strich durch meine Rechnung gemacht, deshalb bin ich nach Schulschluss am Freitagabend noch rasch durch den Berufsverkehr nach Kloten ins Labor gefahren, um meinen Sabber direkt dort abzugeben. Dies war notwendig, da das Schweizer Labor nicht durchgehend arbeitet und ich das Testresultat mit der Postzustellung nicht rechtzeitig erhalten hätte. Item. Nach dem Sabbern folgte die lange Geduldsprobe und das nervenaufreibende Warten. Kurz nach 15.00 Uhr am Samstag kam dann endlich das erlösende negative Testresultat und ich konnte mit dem Packen beginnen. Und dann war es doch tatsächlich soweit und ich durfte am Sonntagabend mit 7 wunderbaren Menschen die Maschine nach Frankfurt besteigen. Die erste Teilstrecke verging wie im Flug (haha). Das Umsteigen in Frankfurt war zackig erledigt und so fanden wir uns ruckzuck im halb leeren Flugzeug nach Windhoek wieder.

Empfangen wurden wir von Ort von Mervin, dem Vertreter unserer Agentur vor Ort, «Sense of Africa Namibia», in einer äusserst herzlichen und professionellen Art. Er regelte für uns die Übernahme der Mietwagen und wir konnten uns in aller Ruhe mit einem kleinen Thriller auf den Linksverkehr vorbereiten (obligatorischer Film vor PW-Übernahme). Nebst einer Hotelbesichtigung inkl. Abendessen im Thule Hotel gab es eine saumässig kalte Nacht in einem hübschen Zimmer des Utopia Guest House in Windhoek. Am nächsten Morgen gab es einen kurzen Besuch bei Sense of Africa Namibia bevor wir dann endlich mit unseren Toyota Fortuners Richtung Süden und somit Richtung Abenteuer fahren durften.

Das Strassennetz ist einfach, gut ausgebaut und übersichtlich beschildert. Besonders viel Fahrspass kommt auf den nicht geteerten Strassen auf. Ich habe die «Huiii’s» nicht gezählt, aber es waren viele.

Sossusvlei

Unser Ziel war die 300km entfernte «Elegant Desert Lodge», ein Traum im Nirgendwo, fast ausschliesslich für uns alleine.

Hier verbrachten wir zwei gemütliche Nächte, assen gut, tranken Savanna und Pink Gin beim Sundowner, bestiegen die roten Dünen in Sossousvlei, guckten Sterne und kamen endlich richtig in Afrika an. Ganz nebenbei gab es noch die eine oder andere Hotelbesichtigung der Sossusvlei Lodge Gruppe, aber bei solch schönen Unterkünften kann man dies kaum Arbeit nennen. Weitere Informationen zu Namibia-Reise.

Swakopmund

Nachdem von diesem wunderbaren Ort verabschiedet hatten, fuhren wir rund 365 Kilometer zur Küste. Vorbei an der wohl herzigsten Tankstelle ever in Solitaire und weiter durch den Namib Naukluft Nationalpark nach Swakopmund, das Highlight der Fahrt (nebst der abwechslungsreichen Landschaft) stand mit einem laaaangen Hals mitten auf der Strasse und guckte uns verwundert an.

Swakopmund war für mich die erste und einzige Enttäuschung auf dieser Reise. Aufgrund der blumigen Beschreibung hätte ich ein Städtchen im Stil von Franschhoek erwartet, aber eben dieser Charme fehlte mir hier. Natürlich gibt es tolle Unterkünfte, die von aussen zwar nicht viel her machen, innen aber mit Stil, Charme und perfektem Service überzeugen, der Ort ist sehr sauber und es gibt gute Restaurants und Ausflugsmöglichkeiten, aber der Funke ist bei mir nicht übergesprungen. Die Katamaran Tour in Walvisbay inkl. Seehunden, Delfinen und Walfischen sowie die Flamingos in der Bucht habe ich dennoch sehr genossen.

Damaraland, Twyfelfontein

Die Weiterreise nach Damaraland konnte ich entsprechend kaum abwarten. Unsere Reise führte mit einem Abstecher zur Hotelbesichtigung und Mittagessen weiter in Richtung Damaraland, rund 350km. Wir kamen etwas erledigt am Ziel an, dennoch konnte sich ein Grossteil der Gruppe dazu aufraffen 15 Minuten später auf eine Pirschfahrt zu gehen. Der Pool rief zwar äusserst verlockend, aber das tat er auch noch nachdem wir die Wüstenelefanten gesehen haben. Weitere Informationen zu Namibia Reise

Wir waren ca. 1 Stunde unterwegs als unser Guide, erfolgreich die Elefanten aufspürte und uns hautnah an die grauen Riesen heranfuhr. Das kühle Savanna zum anschliessenden Sundowner fühlte sich entsprechend wohl verdient an.

Am Tag unserer Weiterreise in Richtung Norden fiel uns auf, dass das eine Auto einen Platten hatte. Zum Glück waren wir noch in der Lodge und die nächste Werkstatt nur wenige Kilometer entfernt. Welch ein Glück im Unglück!

Etosha National Park

Die Fahrt zum Etosha ging theoretisch über 320km relativ zackig dank dem Highway, da wir jedoch einmal falsch abbogen, haben wir einen kleinen Umweg von ein paar wenigen Kilometern und ca. 1 Stunde gemacht. Nervös wurde ich nur als allmählich die Tankanzeige überproportional zu den gefahrenen km sank, aber wie heisst es so schön? No Risk, No Fun! Immerhin kamen wir pünktlich zum Termin und noch vor dem anderen Auto im «Taleni Etosha Village» an, wo wir nebst einer Besichtigung auch ein herrliches (aber sehr spätes) Mittagessen serviert bekamen. Beim Betreten des Etosha Villages hatte ich mich schockverliebt, die Unterkunft ist, wie alles bisher äusserst sauber, vertritt hinsichtlich Tiere und Naturschutz tolle Werte, stilvoll eingerichtet und mit ganz viel Herzblut geführt. Ich wäre am liebsten gleich da geblieben! Weitere Informationen zu Familienreisen Namibia

Unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte, das «Etosha Safari Camp» hatte zum Glück auch seinen Charme, ist gepflegt und trumpft mit seinem kreativen Stil auf.

Den Tag im Etosha Nationalpark verbrachten wir mit John, dem Guide aus unserer Unterkunft. Dank ihm und seinen Adleraugen sahen wir sogar einen Geparden (was laut ihm seit Jahren nicht mehr vorgekommen ist). Die Stunden am Wasserloch mit den Löwen, Zebras, Springböcken und Gnus, lässt sich nicht in Worte fassen. Selten habe ich eine solche Spannung erlebt.

Der zweitletzte Abend in Namibia war der wohl schönste Abschluss einer solchen Reise. Hilton vom Etosha Village und sein Team organisierten uns ein Bush Dinner, das es in sich hatte. Das Ambiente war grandios und das Essen hervorragend, in meinen Augen ein Afrika-Abend wie er im Buche steht.

Die Rückreise nach Windhoek war für den frühen Morgen geplant, da wir noch zum PCR Test antreten mussten. Wir fahren über Okonjima, wo wir noch zwei wunderschöne Zimmer sowie das Rescue Center «AfriCat» besichtigen und einmal mehr kulinarisch verwöhnt wurden. Ein Ort, der zum Bleiben einlädt, was mein Zimmergspänli dann auch glatt in die Tat umsetzte. Wir beneideten sie alle sehr, vor allem, da sie auf der Pirschfahrt am Abend eine Leopardin mit frischer Beute begegnete. WOW!

Den PCR Test machten wir auf dem Road Block der Polizei kurz vor Windhoek. Das Ganze ist relativ unkompliziert und einigermassen zackig erledigt. Da wir etwas paranoid sind, liessen wir uns die Telefonnummer des Polizisten geben, für den Fall, das etwas schief läuft. (Spoiler: es lief etwas schief!)

Letzter Abend

Unseren letzten Abend verbrachten wir gemütlich in Windhoek bei einem leckeren Essen. Am nächsten Morgen besuchten wir ein Herzens-Projekt von Sense of Africa, den «Kameeta Kindergarten». Ein Ort der Bildung, Zuflucht und Heimat für einige Kinder, die ansonsten wenig Perspektive im Leben hätten. Zu Beginn fühlte es sich, vor allem mit der Kamera, komisch an, einen solchen Ort zu besuchen und zu fotografieren. Nachdem die Kinder etwas ihre Scheu abgelegt hatten kam Leben rein und wir fühlten uns sehr willkommen und schon fast heimisch. Nebst der Unterstützung von Sense of Africa Namibia benötigt der Kindergarten auch sonst viel Hilfe (finanziell bspw. für eine neue Waschmaschine sowie materiell in Form von Kleidung und Spielzeug) weshalb sich webook.ch künftig auch für Kameeta stark machen wird. (Link folgt). Weitere Informationen zu Familienreisen Namibia

Als wir gegen Mittag zurück ins Hotel kamen, fehlten natürlich die versprochenen PCR Testresultate nach wie vor. Von der Teilgruppe die aufgrund der gewählten Flugroute mit dem Antigentest Vorlieb nehmen konnte erfuhren wir, dass nur ein einziges Testresultat eingetroffen war.  Einige Telefonate mit dem Polizisten und dem Labor später hiess es «error in supply chain». Wir wurden erneut zum Test aufgeboten und waren schon fast auf dem Weg, als das erlösende Telefonat kam: Tests gefunden, alle negativ! Den Stein, der uns allen vom Herz gefallen war, konnte man sicherlich bis in die Schweiz hören.

Da der Namibische Präsident einen Lockdown der grossen Städte beschloss, kam mein Zimmergspänli doch nach Windhoek und flog mit uns nach Hause. Der Rückflug war bei weitem nicht so leer wie der Hinflug und die Nacht entsprechend nicht erholsam, dennoch kamen wir alle mit neuer Energie nach Hause.

Fazit

Namibia ist ein Traum und eine Reise wert! Trotz oder gerade wegen Covid-19! Es war zwar schön, viele Unterkünft (fast) für uns alleine zu haben, aber realistisch betrachtet ist dies für Namibia ein Desaster. Wie viele andere Länder auf der Welt ist in Namibia der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftszweig und absolut notwendig um Sicherheit, Einkommen und ein anständiges Leben für die Einheimischen gewähren zu können. Tut euch also selbst etwas Gutes, in dem ihr euch auf ein Afrika-Abenteuer einlasst und tut Namibia etwas Gutes, indem ihr es besucht. Und übrigens: alte (Kinder-)Kleidung ist gerade jetzt im Winter Namibias ein perfektes Mitbringsel für den Kameeta Kindergarten! Spenden für den Kameeta Kindergarten Windhoek unter diesem Link.

(TN)