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Beste Trainingsbedingungen für Embraer-Piloten

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David Birrer (Managing Director Lufthansa Aviation Training Switzerland, l.) und Tobias Pogorevc (CEO Helvetic Airways) im brandneuen State-of-the-art-Simulator in Glattbrugg. Bild: JCR

Vor zwei Wochen berichtete Travelnews, dass am Schweizer Trainingsstandort der Lufthansa Aviation Training (LAT) in Glattbrugg ein brandneuer Full-Flight-Simulator für den Flugzeugtyp Embraer E190-E2 in Zusammenarbeit mit Helvetic Airways in Betrieb genommen wurde. Am gestrigen 25. Mai 2021 fand nun dafür auch eine kleine, Corona-konforme offizielle Live-Einweihungsfeier statt, im Rahmen derer sich Medienvertreter den Simulator ansehen konnten, ebenso wie neue Möglichkeiten eines «Doortraining» und von «Trockenübungen» auf einem FTD (Flight Training Device).

In einer kleinen Ansprache hielt David Birrer, Managing Director von LAT für die Schweiz, fest, wie dieser neue Simulator - weltweit erst der dritte dieses Typs, nebst Standorten in Paris und Amsterdam - bahnbrechende Technologie biete. Er unterstrich auch, wie wichtig es für Airlines gerade in Pandemiezeiten wie dieser sei, entsprechende Trainingseinrichtungen direkt vor der Tür zu haben. Diesen Aspekt unterstrich Tobias Pogorevc, CEO Helvetic Airways, in seiner Ansprache ebenfalls: Für Helvetic Airways - welche bis Ende Juli total 16 Embrer-Flugzeuge haben wird, davon 12 des Typs E2 - sei LAT als «Kompetenzzentrum für Regionalfliegerei» direkt vor der Haustüre ein Glücksfall. Helvetic Airways kann selber nun das grösste Kompetenzzentrum für Embraer in Europa werden. Die eigenen Piloten müssen nicht mehr nach Paris oder Amsterdam, um sich auf der E2 auszubilden zu lassen, und können stattdessen hier das «nachhaltige Fliegen» lernen. Zur Erinnerung: Die Embraer E2 sind nicht nur 48% leiser als der E1, sondern verbrauchen auch nochmals 17,3% weniger Treibstoff.

Travelnews konnte den Simulator testen. Neu ist hierbei gegenüber anderen Simulatoren etwa, dass auf dem Pilotendisplay ein «echter Spiegel» vorhanden ist, also das Terrain so, wie man es auch aus dem Fenster sieht, 1:1 abgebildet ist. Das hat beispielsweise bei schlechter Sicht enorme Vorteile. Dazu ist evidenzbasiertes Training möglich, also individuell anpassbare Schulung basierend auf der jeweils unterschiedlichen kognitiven Wahrnehmung der einzelnen Flugschüler (die z.B. mittels Iris-Analysen festgestellt wird). Lustige Randbemerkung: Der E2-Simulator verfügt über eine kleinere «Motion» (Bewegungsweite) als die anderen Simulatoren. Wegen der kurzen Beine wird er LAT-intern «Calimero» genannt...

Das Video oben (aufs Hauptbild klicken) zeigt, was in Glattbrugg vorhanden ist.

(JCR)