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«Warten Sie bis zwei Wochen vor Abflug und dann schauen wir, was möglich ist»

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Thomas Stirnimann beantwortete am STC-Event im Hotel Schweizerhof die zahlreichen Fragen der Moderatoren Dominik Buholzer und Vanessa Bay zur Krise und Zukunft der Branche. Bild: TN

«Der Zeitpunkt meines Rücktritts mag gegen aussen überraschend sein, selber habe ich mich schon länger damit beschäftigt – seit Juni 2019. Ich musste mir überlegen, werde ich bei Hotelplan pensioniert oder nicht und ich habe mich für das zweite entschieden», sagte Hotelplan-CEO Thomas Stirnimann anlässlich eines Network-Apéros der Swiss Travel Communicators. «Ich möchte nochmals etwas Neues machen nach 25 Jahren bei Kuoni und 15 Jahren bei Hotelplan. Es ist jetzt Zeit für mich, Platz zu machen für frische Kräfte». Seine Nachfolgerin Laura Meyer bezeichnet Thomas Stirnimann als digitale Spezialistin. Sie sei dabei als Verwaltungsrätin bisher schon die Sparringpartnerin gewesen für neue Ideen und Weiterentwicklungen.

Auf die Frage, wie lange die aktuelle Krise denn noch dauern werde, sagt Stirnimann: «Wir haben de facto aktuell ein Reiseverbot in fast 70 Länder. Flugzeuge heben wieder weniger oft ab, die zögerliche Erholung stoppt wieder. Das ist tragisch für die Reisebranche, aber unter Null kann es ja nicht gehen. Aber Geschäfts- und Freizeitreisende möchten reisen. Einen Zeitpunkt zu nennen, wenn es wieder aufwärts geht? Wer kann das. Wahrscheinlich wird erst Ruhe einkehren mit einem Medikament. Im Frühling 2021?»

Interessant waren dann auch Stirnimanns Aussagen dazu, was die Krise für Hotelplan im Alltag bedeutet: «Jetzt bringt es nichts, den Kunden Reisen zu verkaufen. So absurd das klingen mag, aber wenn nun jemand im Februar nach Südafrika reisen will, sagen wir: warten Sie ab. Wir wissen nicht, ob dann überhaupt geflogen wird und die Grenzen offen sind.» Es sei eigentlich verrückt nun sagen zu müssen, «warten Sie bis zwei Wochen vor Abflug und dann schauen wir was möglich ist». Dies liege nicht in der DNA von Reiseprofis, «das widerstrebt uns allen. Wir hatten diesen Sommer aber Dossiers, die wir acht oder neun Mal in die Finger nahmen – ein Riesenfrust für unsere Mitabeiter und die Erfolgsrechnung.» Die fehlende Planungsgrundlage sei Gift. «Das Gescheiteste ist, dass wir uns nun in die Winterruhe verabschieden und warten, bis sich die Rahmenbedingungen verbessern.»

(GWA)