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Ein Blick in die brandneue Kabine von Delta Air Lines

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Thomas Brandt (Regional Manager Sales Central & Eastern Europe, Delta) ist ziemlich gross, hat aber in der neuen Delta Premium Select (Premium Economy) gut Platz, wie er in Zürich selber demonstriert. Alle Bilder: JCR:

Seit Montag (9. Dezember) wird die ganzjährig täglich von Delta Air Lines bediente Strecke Zürich-New York (JFK) mit einem brandneuen Kabinenprodukt bedient. Zürich ist nach London das zweite europäische Transatlantikziel des US-Carriers, welches mit den neuen vier Reiseklassen bedient wird.

Geflogen wird mit einer umgerüsteten Boeing 767-400; die vier Klassen sind Delta One (Business), Delta Premium Select (Premium Economy), Delta Comfort+ und Delta Main Cabin (beide Economy). Erstmalig bietet Delta somit die Reiseklasse Delta Premium Select in der Schweiz an. Die Aufrüstung der 767-400-Flotte folgt der Einführung der Delta One Suite und Delta Premium Select in den Airbus A350- und den Boeing 777-Maschinen, wobei anzumerken ist, dass ältere B767-Modelle nicht mehr umgerüstet werden.

Wir haben uns umgesehen und festgestellt, dass es in Delta One jetzt 34 (statt wie vorhin 40) brandneue Sitze gibt. Angeordnet in einer 1-2-1-Konfiguration, schaffen diese durch hohe Seitenwände weitere Privatsphäre zwischen den beiden Mittelsitzen. Zusätzlich sind die Sitzplätze (natürlich in Lie-Flat-Beds konvertierbar) jeweils mit persönlichem Stauraum, anpassbarer Beleuchtung und 18 Zoll breiten, hochauflösenden Bildschirmen ausgestattet. Ein neuer Selbstbedienungsbereich steht Passagieren während des gesamten Fluges offen um entspannt Snacks und Getränke geniessen zu können. Nachteil: Wegen Business-Sitze machen Upgrades künftig schwieriger bzw. seltener. Wichtiges Detail: Sitze in gerade Sitzreihen sind direkt beim Fenster, mit der Ablage zum Gang hin; Sitze in ungeraden Reihen haben die Ablage beim Fenster und den Sitz näher am Gang.

Die Premium Economy schliesst eine Angebotslücke: Wer nicht Business buchen kann/darf, muss sich nicht mehr mit Economy begnügen, sondern hat diese eigene Kabine zur Verfügung. Die Delta Premium Select verfügt über 20 Sitze in einer 2-2-2-Anordnung und bietet einen exklusiven Service mit einer «dedicated crew», Mahlzeiten auf Alessi-Servicegeschirr, spezielle Amenity Kits und Noise-Cancelling-Kopfhörer. Die neuen Sitze sind 48 Zentimeter breit und haben einen Abstand zum Vordersitz von fast 100 Zentimetern, zudem lässt sich die Rückenlehne knapp 18 Zentimeter nach hinten kippen. Auch verstellbare Bein- und Fussstützen sowie Bildschirme mit einem Durchmesser von 13,3 Zoll gehören zum Angebot.

Speziell in der Economy mit ihren 156 Sitzen, also nach Delta-Jargon die Main Cabin, ist der neue Service-Standard. Für alle Economy-Passagiere gibt es beim Boarding einen Begrüssungscocktaiö (Bellini oder etwas Alkoholfreies) und ein «Hot-Towel». Dazu gibt es ein Gastronomiekonzept im Bistro-Stil und WLAN auf fast allen Flügen. Die Comfort+ ist eine Unterkategorie mit 28 Sitzen, welche für einen kleinen Aufpreis zusätzliche Beinfreiheit, einen grösseren Neigungswinkel des Sitzes, ein separates Boarding und ein zugewiesenes Gepäckfach über dem Sitz bietet. Bei beiden ist die Sitzanordnung 2-3-2, womit das Risiki, den Mittelsitz zu erhalten, relativ gering ist. Gegenüber der vorherigen Economy-Klasse sind hier 22 Sitze weniger vorhanden. Ein Plus: Jeder Sitz hat ein USB-Port.

«Der von Flugbegleitern mitentwickelte neue Service in der Main Cabin setzt neue Standards – und zwar auf allen Langstreckenflügen von Delta», hält Thomas Brandt (Regional Manager Sales Central & Eastern Europe, Delta Air Lines) fest. Der langjährige Delta-Manager - Brandt ist seit 32 Jahren bei Delta tätig - freut sich auch über das moderne Bordunterhaltungssystem, welches drahtlose Technologie mit Tablet-Displays, die fest in den Rückenlehnen der Vordersitze montiert sind, kombiniert: «Dadurch werden bei der Installation rund 450 Gramm weniger Kabel pro
Sitzplatz verbaut. So kann die modifizierte 767-400 Flotte von Delta jährlich etwa 1330 Tonnen CO2-Emissionen einsparen.»

Brandt verspricht sich vom neuen Kabinenprodukte neue Impulse im Schweizer Markt. Grundsätzlich war er schon bisher mit der Schweizer Marktleistung zufrieden: Die ganzjährigen Flüge nach New York und die saisonalen Sommer-Flüge nach Atlanta seien im Durchschnitt zu über 80 Prozent ausgelastet und die Wahl von Zürich als zweiter Transatlantikmarkt fürs neue Kabinenprodukt spreche für die Stärke dieses Standorts. Zürich gelte aus US-Sicht als fünftstärkster Business-Markt in Europa, weshalb auch vor einigen Jahren der Fokus auf New York anstelle von Atlanta gelegt wurde. Schweizer Delta-Kunden haben übrigens via den Hubs New York (JFK) oder Atlanta täglich über 200 Verbindungsmöglichkeiten zu weiteren Zielen in Nordamerika und anderswo.

(JCR)