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Auf den Spuren der Flugpioniere

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2. Jungfernflug nach 70 Jahren für den «Zögling», der beim Segelflugtag in Bellechasse zu bestaunen war. Bild: SMS

Heute fliegt man in einem modernen Jet innert Stunden um die halbe Welt. Dabei ist die Geschichte der Luftfahrt relativ jung: Die ersten holprigen Segelflugversuche der Gebrüder Wright wurden erst vor knapp 120 Jahren durchgeführt. In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts war man immer noch weit weg vom Jet-Zeitalter und motorisierte Flugzeuge noch eher die Ausnahme. Doch Segelfliegen war bereits ziemlich verbreitet.

Die Schweiz hatte einen Hersteller früher Segelflugmodelle, mit welchen vor allem Starts und Landungen geübt (oder eher «simuliert») wurden und nicht etwa lange Flugstrecken zurückgelegt wurden. Ein solches Modell gab es kürzlich am Flugplatz Bellechasse FR zwischen Murten und Kerzers zu sehen: Ein hölzernes Segelflugzeug namens «Ae.C.S. Zögling HB-429», basierend auf einer Konstruktion von Stamer/Lippisch von 1926 und von der Flugtechnischen Zentrale Belpmoos erbaut, welches ab 1944 bis 1952 im Einsatz war. Der Gleiter wurde anschliessend bei der Museumsgesellschaft Grenchen eingelagert. Thomas Fessler (Präsident der Stiftung Segelfluggeschichte) konnte dann 2007 den Zögling für 500 Franken kaufen. Es folgte eine aufwändige, mehrjährige Restaurierung. Anfangs dieses Jahres stand der Zögling dann mitdsamt technischen Unterlagen für die Abnahme durch das BAZL bereit - und erhielt die Zertifizierung.

Im Rahmen der Segelflugtage Bellechasse war das Sonderbare Flugobjekt im Einsatz zu sehen. Ein Genuss für Fans der Aviatik allgemein und der historischen Fliegerei im Besonderen. Wir haben uns mit Lukas Moser Moser (Verantwortlicher Organisator vor Ort) über das Unikat und die Segelflugtage unterhalten. Wer den Zögling auf einem der kurzen Flüge in Bellechasse sehen möchte, kann diesen Link anklicken.

(JCR/SMS)