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Kreuzfahrtschiff rammt Flussschiff in Venedig

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Am Sonntagmorgen um 8.30 Uhr ereignete sich der tragische Unfall in Venedig: Videoaufnahmen zeigen, wie das Kreuzfahrtschiff MSC Opera mit dem Flussschiff River Countess kollidiert (übrigens nicht die von uns eben vorgestellte «Excellence Countess», sondern die der Reederei Uniworld). Passanten auf dem Hafenquai flüchten vor dem Giganten. Zum Unfall kam es, weil der Kapitän aufgrund eines technischen Problems die Kontrolle über das Schiff bei der Anfahrt auf das Kreuzfahrt-Terminal Stazione Marittima verlor, gab die Reederei in einer Mitteilung bekannt. Obwohl die obligatorischen Schlepper an Bug und Heck der MSC Opera waren, um Vorfälle wie diese zu verhindern, kam es zum Unglück. Die Leine zwischen dem vorderen Schlepper und der MSC Opera hielt der grossen Wucht nicht stand. Glücklicherweise befanden sich die meisten Passagiere der River Countess bereits an Land – trotzdem wurden aber vier Personen verletzt und ins Spital gebracht. Laut aktuellem Stand, konnten zwei das Krankenhaus bereits wieder verlassen. Auf dem Kreuzfahrtschiff kam niemand zu Schaden, wie MSC berichtet.

Der Vorfall heizt die Diskussion um die Giganten in der Lagunenstadt erneut an: In Venedig wird seit Jahren über ein Verbot der riesigen Schiffe debattiert. Zum einen sorgt man sich, dass ein Unfall wie dieser auch am Markusplatz geschehen könnte, weil die Schiffe dort nur mit einem geringen Abstand passieren. Zum anderen nehmen die Stadt und das spezielle Ökosystem der Lagune laut Unesco immer mehr Schäden. Nun spricht sich nach diesem Vorfall auch der Bürgermeister Luigi Brugnaro für ein Verbot der Schiffe im Kanal von Guidecca aus. Der Umweltminister Sergio Costa äussert sich ebenfalls zum Unglück: «Kreuzfahrtschiffe dürfen nicht durch den Giudecca-Kanal. Seit mehreren Monaten arbeiten wir an ihrer Verlegung – und sind einer Lösung nahe». Geplant ist nämlich, dass die Giganten zukünftig eine weniger spektakuläre Route um die Stadt fahren und zukünftig in der Industriegegend Marghera anlegen.

(NWI)