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Wieso in ein echtes Flugzeug steigen wenn es auch virtuell geht? Die neuste Innovation aus Japan ist einmal mehr aussergewöhnlich. Bild: First Airlines

Willkommen auf dem Flug, der nie abhebt

Eine virtuelle japanische Fluggesellschaft bietet ihren Gästen ein Flug-Erlebnis, ohne dass man den Boden verlassen muss. Doch, dafür gibt es eine Nachfrage.

Jeder kann von den Japanern halten, was er will - sie lancieren jedenfalls immer wieder aussergewöhnliche Innovationen. Das neuste touristische Geschäft dürfte zumindest uns Europäern recht befremdlich vorkommen, doch in Japan ist es der letzte Schrei: Flüge mit allem Drum und Dran, aber ohne Fliegen.

So geht das: First Airlines ist eine virtuelle Fluggesellschaft mit Sitz in Tokio, welche ab dem fiktiven Flughafen Ikebukuro Flüge zu diversen Metropolen der Welt anbietet, ohne dabei je den Boden zu verlassen. Das ganze Prozedere funktioniert genau gleich wie bei einem normalen Flug. Passagiere erhalten Flugtickets, die sie vor dem «Boarding», in einen Raum versteht sich, der dafür vorgesehenen Flugbegleiterin abgeben müssen. Die Kapazität eines solchen Fluges ist deutlich geringer als auf gewöhnlichen Flügen. Gerade einmal zwölf Personen, oder in diesem Fall «Passagiere», können gleichzeitig in einem der First- oder Business-Class-Sitze Platz nehmen. Sobald die Passagiere bequem sitzen, erhalten sie von uniformierten Flugbegleiterinnen eine Virtual-Reality-Brille (VRB) und werden über die Sicherheitsvorkehrungen instruiert. Man sollte ja schliesslich wissen, was zu tun ist, wenn auf dem virtuellen Flug Probleme auftreten.

Nach dem «Start» wird den Gästen ein Vier-Gang-Menu im klassischen Stil serviert. Dabei darf die VRB abgelegt werden, es geht halt doch nicht alles in der virtuellen Welt. Sobald das Flugzeug erfolgreich an der Zieldestination gelandet ist, begeben sich die «Touristen» auf eine 360-Grad-VR-Tour, bei der sie die Sehenswürdigkeiten der Stadt erkunden.

First Airlines bietet aktuell zweistündige Flüge nach Paris, Rom, Honolulu und New York an. Der ganze Spass kostet 6600 Yen, also umgerechnet rund 57 Franken – weit weniger als ein normales Flugticket. Die Plätze sind seit der Eröffnung im Jahre 2016 immer ausgebucht. Hiroaki Abe, CEO von First Airlines, sagt: «Wir haben viele ältere Kunden, die nach Übersee reisen möchten, dies aber aufgrund ihrer körperlichen Einschränkungen nicht schaffen.»

Takashi Sakano von der Nachrichtenagentur Reuters sagt nach seinem ersten VR-Trip: «Eine echte Reise ist mühsam vorzubereiten, teuer und braucht Zeit. Aus meiner Sicht ist das eine tolle Sache, so können wir unsere Ferien problemlos geniessen. Das nächste Mal werde ich nach Rom reisen.»

Hiroaki Abe liess verlauten, dass First Airlines in Zukunft weitere Pläne hat. Zum einen soll das Angebot um Inlandflüge in ganz Japan erweitert werden, zum anderen soll das Mahlzeiten-Angebot weiter ausgebaut werden.

(YEB)