Travel Tech

Google11.jpg
Hierhin geht die digitale Reise: Philipp Ries von Google Schweiz nannte am Donnerstag im Zürcher Kongresshaus die Haupttendenzen. Bilder: TN

«Die Kunden werden noch besser informiert sein»

Philipp Ries, der Industry Leader für die Reisebranche bei Google Schweiz, äusserte sich am Swiss Travel Day zu den wichtigsten Tendenzen in der Reisewelt.

Schon immer war die Reisebranche im Wandel – in den letzten drei bis fünf Jahren geschah dies jedoch besonders schnell. Über diesen Wandel sprach Philipp Ries gestern am Swiss Travel Day aus der Sicht von Google.

Der Industry Leader bei Google Switzerland nahm zunächst Bezug auf sein Referat von 2013, das er am St. Galler Touristikertag hielt. Damals zeigte er die Statistik der Suchanfragen in der Schweiz mit diesen Kurven (Hotelplan vor Kuoni und TUI, angeführt von Ebookers und Booking.com):

Drei Jahre später zeigte er nun die aktualisierte Grafik – neue Player (Airbnb, Trivago) sind aufgetaucht, Kuoni ist zurückgefallen:

Und ebenso interessant ist die Prognose von Philipp Ries, wann es zum „mobile moment“ kommen wird. Derzeit erfolgen 53 Prozent der Suchanfragen in der Schweiz über Desktops und 37 Prozent über Mobiles. Gegen Ende des nächsten Jahres dürften sich die Kurven erstmals kreuzen. Entsprechend empfahl er den Anbietern, unbedingt auf eine Mobile-First-Strategie zu setzen, also zu smartphone-tauglichen Websites.

Einen weiteren Vergleich zu 2013 zog er bei der Präsentation der aktuell verfügbaren Travel-Produkte, neu hinzugekommen sind „Destinations on Google“ für die Inspirationsphase und „Goolge Trips“ während der Reise:

Im zweiten Teil seines Referats nannte Ries die Haupttendenzen, die aus seiner Sicht künftig die Reisewelt prägen werden:

  1. Die Kunden werden noch besser informiert sein: Kunden kommen mit viel Vorwissen über die gewünschte Reisedestination ins Reisebüro; das wird sich in Zukunft verstärken. Ries ist überzeugt, dass es selbstverständlich wird, für Dienstleistungen wie Beratung im Reisebüro zu bezahlen. Es sei nicht jedermanns Sache, sich stundenlang mit Internetrecherche zu einer Reise herumzuschlagen.
  2. Es wird noch einfacher selber zu buchen.
  3. Die Kunden werden in Zukunft immer online sein. Das Roaming werde Mitte 2017 in Europa deutlich günstiger, damit kämen auch die Preise in der Schweiz unter Druck.
  4. Volatile Nachfrage: Dabei nahm er Bezug zum Shift der vergangenen Monate von Ägypten/Tunesien/Türkei Richtung Spanien/Portugal.
  5. Veränderung ist eine Konstante.

(OR)