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Lufthansa im Rechtsstreit mit Sabre

Die deutsche Airline will auch weiterhin keine 16 Euro pro Ticket im direkten Vertrieb erheben.

Lufthansa hat vor einem texanischen Gericht Klage gegen Sabre eingereicht. Grund der Streitigkeit: Sabre wirft der Lufthansa die Nichteinhaltung des gemeinsamen Vertrages vor. Insbesondere geht es um die Distrubiton Cost Charge (DCC) von 16 Euro, die die Lufthansa seit September 2015 für jede über ein Globales Distribution System (GDS) getätigte Buchung erhebt. 


Sabre gibt an, dass die beiden direkten Vertriebskanäle der Lufthansagruppe – zu einem ihre offizielle Internetseite und zum anderen das Portal agent.com – die von den Technologie-Anbietern Farelogix und Travelfusion betrieben werden, die DCC-Gebühr nicht verrechnen würden. Farelogix und Travelfusion operieren in den Augen von Sabre aber als GDS und müssten somit auch die 16 Euro pro Ticket verrechnen. Lufthansa widerspricht dem und betont, dass die Möglichkeit zum Direktmarketing und zur direkten Kommunikation mit den Endkunden gegeben sei müsse.


GegenüberTnooz sagte ein Sprecher von Sabre, dass sie – wie es auch die Lufthansa tue – von ihrem Vertragspartner erwarten, die Vereinbarungen zu respektieren. Sabre hätte in der Vergangenheit mehrfach ihre Bedenken gegenüber Lufthansa geäussert, dass diese den Abmachungen nicht folgen würde. Nichtsdestotrotz habe man in den letzten Monaten konstruktive Diskussionen geführt, wie die Zusammenarbeit verbessert werden könne. Trotzdem: Sabre werde sich energisch gegen die Klage verteidigen.

Die Lufthansa ist zuversichtlich, dass der Richter bestätigen wird, dass die DCC-Gebühr bei Reservationen über die Lufthansa-Direktvertriebskanälen weiterhin nicht erhoben werden muss. Langfristig will die Airlinegruppe damit die hohen Buchungsgebühren, die sie jährlich an GDS - darunter auch Sabre - bezahlen würde, senken. Der Vertrieb über die direkten Kanäle würde die Airline eigenen Angaben zufolge deutlich weniger kosten. 

(TN)