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Amadeus reduziert seine Betriebskosten. Das NDC-Programm ist nicht betroffen. Bild: TN

Diese Massnahmen sieht Amadeus vor

Wo der Technologie-Anbieter seinen Rotstift ansetzt und welche Abteilungen zusammengelegt werden, ist jetzt bekannt.

Gegen 1800 Stellen wird Technologie-Anbieter Amadeus weltweit streichen. Nachdem gestern noch nicht bekannt war, in welchen Bereichen Amadeus Sparmassnahmen vorgesehen hat, zeichnen sich die Details jetzt ab.

Nachdem die weltweite Reisetätigkeit durch den Ausbruch von Covid-19 Anfang 2020 de facto zum Erliegen kam, hat Amadeus eine Reihe von Massnahmen ergriffen, die das Unternehmen stabilisieren sollen. «Dazu gehörten die sofortige Reduzierung des Geldmittelabflusses, die Sicherung neuer Finanzierungsmöglichkeiten zur Wahrung ausreichender Liquidität, die Senkung der Fixkosten und des CAPEX um 300 Millionen Euro sowie die Einführung eines freiwilligen Programms mit zeitlich befristeten Arbeitszeitreduzierungen für die Mitarbeiter», erklärt Klaus Ennen, Head of Marketing and Communication DEATCH bei Amadeus, auf Anfrage von Travelnews.

Das Management-Team von Amadeus habe seitdem eine gründliche Analyse durchgeführt, um festzustellen, wie am besten langfristig auf die Wiederaufnahme der Reisetätigkeit reagiert werden kann. Infolgedessen werde Amadeus folgende Masnahmen umsetzen:

  • sein Vertriebs- und Airline-IT-Business in einer transversalen und plattformbasierten Geschäftseinheit zusammenführen
  • seine Technologie- und Betriebsressourcen in einer Technologieeinheit unter einem Chief Technology Officer zusammenfassen
  • Initiierung und Beschleunigung strategischer Programme zur Förderung von Innovation, Wachstum und Effizienz, einschliesslich des potenziellen Transfers der Betriebsabläufe von Amadeus in die Cloud und der Forcierung von M&A-Integration, Digitalisierung und SAFe im gesamten Unternehmen
  • Darüber hinaus werden die Betriebskosten weiter reduziert. «Die Mitarbeiter von Amadeus sind das wertvollste Kapital des Unternehmens. Die Belegschaft eines Unternehmens stellt jedoch auch einen erheblichen Kostenfaktor dar. Und so wird in dieser Phase leider auch eine Verringerung der Belegschaft Teil der Kostensenkung sein, die so weit wie möglich begrenzt wird», erklärt Ennen.

Reisebranche von morgen


Und Amadeus-CEO Luis Maroto fasst die Sparmassnahmen so zusammen: «Seit Beginn von COVID-19 haben wir intensiv gearbeitet, um sicherzustellen, dass die Entscheidungen, die wir treffen, verantwortungsvoll, gewissenhaft und massvoll sind. Die angekündigten Änderungen werden uns in die Lage versetzen, unsere Kunden weiterhin zu unterstützen, uns an die anhaltende Unsicherheit und die Auswirkungen von COVID-19 anzupassen und strategische Programme zu beschleunigen, um weiterhin Wachstums- und Innovationsmöglichkeiten zu verfolgen, damit Amadeus auch in Zukunft erfolgreich sein kann.

Die Reisebranche von morgen werde sich deutlich von der unterscheiden, an die wir alle bisher gewöhnt waren, sagt Maroto weiter: «Wir müssen die Zusammensetzung unserer Belegschaft auf die Anforderungen, Realitäten und Kundenbedürfnisse der Zukunft abstimmen», sagt er zum beabsichtigten Personalabbau.

(GWA)