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Haben Discover.swiss vor drei Jahren angedacht und am Donnerstag im Impact Hub in Zürich lanciert, von links: Jon Erni, Urs Wagenseil, Janine Bunte und Andreas Züllig. Bild: TN

discover.swiss öffnet die digitale Welt für alle Tourismusplayer

Von Gregor Waser

Drei Jahre lang haben die Initianten die Plattform entwickelt, jetzt wird discover.swiss lanciert. Auch kleine Tourismusanbieter mit geringem Budget können Gästen mit hinterlegtem Profil passgenaue Angebote präsentieren.

Was ist discover.swiss? Eine neue Buchungsmaschine für Ferien in der Schweiz? Es geht um mehr: discover.swiss ist eine Back-End-Serviceplattform, bei der die einzelnen Tourismusplayer ihren Gästen mit wenig Aufwand ein digitales Tor zu ihrer Region oder ihren Angeboten bieten können. Der vielversprechende Ansatz wird insbesondere kleine Anbieter freuen, ob Tourguide, Outdoor-Anbieter, Kutschenfahrer oder auch Hotels.

Discover.swiss ist ein Angebot für digitale Entwicklungen von der Tourismusbranche für die Tourismusbranche. Die Initialzündung kam dabei nicht etwa von einem Verband oder einer Vermarkungsorganisation, sondern von der Basis. Lanciert wurde das Projekt vor über drei Jahren von Janine Bunte (CEO der Schweizer Jugendherbergen), Andreas Züllig (Gastgeber im Hotel Schweizerhof, Lenzerheide), Urs Wagenseil (Professor an der Hochschule Luzern) und Jon Erni (damals Mitglied der Geschäftsleitung von Microsoft Schweiz und Initiant von miaEngiadina).

Die Plattform soll bestehende technische Strukturen und technologische Lösungen sowie bestehende Angebote optimal zusammenbringen und über eine gemeinsame Back-End-Serviceplattform verbinden. Damit soll die weitere digitale Entwicklung gebündelt und gemeinsam vorangetrieben werden. Ziel ist es, dass die Destinationen und die unzähligen touristischen Betriebe die digitalen Herausforderungen rascher, kostengünstiger und kompetenter meistern können. Gleichzeitig soll discover.swiss auch eine Alternative werden zu internationalen Plattformen wie Booking.

Die Partner aus der Tourismusbranche müssen somit weniger Geld, Zeit und Energie für technische Grundservices wie Info-Center, Marktplatz und User-Profile investieren. Sie können sich voll und ganz auf den Inhalt und die Präsentation fokussieren. Neue Anbieter können von Vorinvestitionen anderer Anbieter profitieren.

«Gegen 25 Partner haben sich schon committed»

Andererseits ist discover.swiss eine Plattform, welche dem Gast, der in der Schweiz seine Ferien verbringt, den Vorteil eines einzigen Profils bietet, welches er in der ganzen Schweiz und über die verschiedensten Plattformen nutzen kann. Dabei hat er jederzeit die volle Transparenz über seine Daten, welche über ihn gesammelt werden und er kann sie gemäss EU-Datenschutzgesetz verwalten. Dieses myData-Konzept ist die Basis des Modells. Dabei interagiert der Gast primär mit der Destination respektive dem Anbieter seiner Wahl und merkt kaum, dass im Hintergrund discover.swiss viele Aufgaben erledigt.

«Dank discover.swiss können auch kleine Destinationen und touristische Leistungsträger von der Digitalisierung profitieren. Wir begleiten sie auf dem Weg der digitalen Transformation», sagt Jon Erni, Präsident der Genossenschaft Discover.swiss. Auf die Frage von Travelnews, wie gross bereits die Resonanz von Discover.swiss im Schweizer Tourismusmarkt ist, sagt Jon Erni: «Das Interesse ist sehr gross, obwohl wir bisher noch nicht in die Öffentlichkeit gegangen sind. Bereits haben wir 25 Partner mit dabei. Das war für uns auch die Eintrittshürde beim Seco, das von uns einen Bedürfnisnachweis gefordert hat. Um nur einige Destinationspartner zu nennen, die sich committed haben: Luzern, Lenzerheide, Chur oder Adelboden Lenk Kandersteg. Weitere Partner sind etwa Ticketcorner oder Swiss Travel Centre, das den Zugang zu allen Unterkünften bietet. Auch Organisation wie Barrierefreie Schweiz schliessen uns an.» Bereits mit an Bord sind neben den Schweizer Jugenherbergen auch die Ferienregion Engadin Scuol Zernez sowie Zürich Tourismus, die im Hintergrund bereits die digitalen Angebote nutzen.

Noch erscheint die neue Plattform sehr technisch. Doch in der Praxis dürfte sie enorme Möglichkeiten eröffnen. Mitinitiant Andreas Züllig sagt zu seinen Erwartungen: «Der Gast kann künftig eine Schweiz-Reise ganz nach seinen Bedürfnissen und Neigungen planen. Bedürfnisgerechte Angebote können nun aufgelegt werden und müssen nicht in der riesigen Masse von Angeboten gesucht werden. Unsere Vision ist, dass wir in fünf Jahren in der ganzen Schweiz vernetzt sind und der Gast mit dem hinterlegten Profil das genau passende Angebot erhält.»