Travel Tech

Gooogle.jpg
Die Google-Maps-Profis vor dem neuen Google-Maps-Icon: v.l. Christophe Subilia (Google Maps Local Guide), Eric Tholomé (Senior Director Product Management Google Maps), Rasťo Šrámek (Software Engineer) und Petra Ehmann (Global Product Partnerships). Bild: TN

Google Maps wird immer mehr zum unverzichtbaren Reisetool

Von Nina Wild

Schon 15 Jahre gibt es den digitalen Kartendienst, der sich im Laufe der Zeit ständig weiterentwickelt hat. Heute ist das Tool weitaus mehr als nur eine Landkarte.

In Zürich befindet sich der weltweit zweitgrösste Sitz des Internetgiganten Google. Rund 4500 Menschen sind hier beschäftigt und es gibt noch Platz für mehr. Eines der Tools, an welchen hier getüftelt wird, ist Google Maps – und dieses feiert bereits seinen 15. Geburtstag.

Mögen Sie sich noch erinnern, wie es war, als Sie mit den riesigen und unhandlichen Papierkarten den Weg ans Ziel zusammensuchen mussten? Ist noch gar nicht so lange her und trotzdem ist Google Maps heute nicht mehr aus unserem Leben zu denken. Als Apple 2008 das erste Smartphone auf den Markt brachte, folgte kurz darauf die App für das Handy und erleichtert uns seit jeher das Leben.

Heute, 15 Jahre später, ist Google Maps viel mehr als nur eine Navigationshilfe, um von A nach B zu gelangen. Der smarte Assistent gibt darüber hinaus Tipps für Restaurants, erkennt Verkehrsbehinderungen wie Staus, zeigt die besten Verbindungen mit dem Öffentlichen Verkehr an, weiss wo die nächste Public-Bike Station ist und hilft sogar bei der Verständigung im Ausland. Sozusagen ein kleiner Reiseführer. Das Leben der Nutzer einfacher machen, ist das Ziel, und das kommt an: Monatlich werden in der Schweiz eine Million aktive Nutzer verzeichnet.

Echtzeit ÖV-Informationen

Die schweizweit vier Millionen Pendlerinnen und Pendler pro Tag dürfen sich über eine noch komfortablere Reiseplanung freuen: Dank der Open-Data-Plattform «ÖV-Schweiz», welche die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) im Auftrag des Bundesamts für Verkehr für konzessionierte Transportunternehmen der Schweiz betreiben, können ÖV-Reisende ab sofort auf noch mehr Echtzeit-Informationen zugreifen. «Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit der SBB, die vor fast 15 Jahren begonnen hat. Mit der Anzeige von SBB-Verkehrsinformationen in Echtzeit kann Google Maps nun jedem in der Schweiz die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel noch einfacher machen», sagt Britta Duerscheid, Global Product Partnerships Manager Geo von Google Schweiz.

Das ist aber nicht das einzige Geburtstags-Special: Pünktlich zum Geburtstag erstrahlt Google Maps im neuen Look. Das neue App-Icon erstrahlt in den typischen Google-Farben rot, blau, gelb und grün. Es steht für die bemerkenswerte Reise, die das Tool in den letzten Jahren hingelegt hat. Ausserdem werden beim Start der Applikation neuerdings die fünf wichtigsten Tabs angezeigt: Entdecken, Pendeln, Gemerkt, Beitragen und Aktuell. So haben User einen schnellen Zugriff auf alle Informationen, die sie für die Orientierung an den verschiedenen Orten der Welt brauchen.

So sieht die Applikation mit den fünf Tabs aus. Bild: Google

Um Google Maps noch hilfreicher zu machen, kann jeder einen Beitrag leisten und als «Local Guide» neue Orte auf der Karte hinzufügen, Fotos veröffentlichen oder Reviews schreiben. 20 Millionen Inputs werden Google täglich geliefert und insgesamt sind 120 Millionen Local Guides angemeldet. Einer davon ist Christophe Subilia aus Lausanne. Er speist den Kartendienst hierzulande mit Informationen wie kein anderer. «Es macht mir Spass, diese Reviews zu schreiben und schöne Fotos zu machen. Freunde geben mir die Rückmeldung, dass sie dank meinen Empfehlungen neue Restaurants ausprobieren, deshalb weiss ich, dass das was ich mache, sinnvoll ist und etwas bringt», sagte Subilia zu seinem Engagement.

Augmented Reality und Google Maps

Innerhalb von Google Maps wird auch fleissig an der Augmented-Reality-Technologie getüftelt und überlegt, wie diese in den Kartendienst integriert werden kann. Vergangenes Jahr hat Google das AR-Feature «Live View» vorgestellt, mit dem User sehen, in welche Richtung sie laufen müssen, damit zu Fuss eine Routennavigation gestartet wird. Indem Street-View-Bilder mit aktuellen Bildern aus dem Hier und Jetzt, mit maschinellem Lernen und Smartphone-Sensoren kombiniert werden, zeigt Live View innerhalb von Google Maps die echte Umgebung mit Routenangaben an, die direkt darübergelegt werden. In den kommenden Monaten wird weiter am Live-View-Feature getüftelt, damit direkt angezeigt werden kann, wie weit ein Ort entfernt ist, wenn man etwas sucht.

Welcome to the Future von Google Maps. Bild: Google