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Die Digital-Management-Crew von Schweiz Tourismus nach der Aufschaltung des neuen Portals, hinten von links: Falk Staudte, Silvio Jacconi, Daniel Zapf, Christoph Brülhart, Philipp Herzig, Thomas Rüegg, Marcel Styger, Etienne Copiery, Alexandra Weber, Pascal Bieri, Marcelle Blass, Roland Inderbitzin und Dave Owen; vorne von links: Suh Kim, Markus Dittli (Hauptprojektleiter MyS2019), Thomas Winkler, Carole Aymon, Elena Peterhans und Rahel Bellwald. Bild: ST

Myswitzerland.com in einer neuen Dimension

Von Gregor Waser

Jetzt ist der neue, bildergewaltige Auftritt von Myswitzerland.com online. Vor drei Jahren hat Schweiz Tourismus dieses Projekt lanciert. Im Video-Interview nennt Thomas Winkler, Head of Digital Management, die Neuerungen und Herausforderungen.

Der Klick auf Myswitzerland.com beginnt neuerdings mit einem Eintauchen in die schönsten Gegenden der Schweiz, abrufbar je nach Reisemonat. Total 48 Filme hat Schweiz Tourismus in den letzten Monaten mit Hilfe von Drohnen gedreht. Und mit diesen inspirierenden, mit Vogelgezwitscher oder Wasserfall-Rauschen hinterlegten Überflügen werden die weltweiten Schweiz-Interessierten empfangen. Die Filme, deren Perspektive man mit der Maus beeinflussen kann, sind auch mit ersten, anklickbaren Infos hinterlegt. Das komplett überarbeitete, in neuer Architektur aufgesetzte Webportal von Schweiz Tourismus dürfte in der Tourismuswelt neue Standards setzen.

Vor drei Jahren begannen die Arbeiten für den neuen Webauftritt und die Migration der total 18'000 Seiten. Diese Woche, am Dienstagnachmittag, wurde der Schalter von der Beta-Version in den Live-Auftritt nun umgelegt. «Klar, wir waren alle ziemlich angespannt, ob alles klappt», räumt Thomas Winkler ein, der Head of Digital Management bei Schweiz Tourismus. «Nach 24 Stunden können wir aber mit Freude feststellen, dass alles wie gewünscht läuft.»

Welche Neuerungen abrufbar sind (0:21), wo Artificial Intelligence Einzug hält (0:58), welches die grössten Herausforderungen waren (1:34) und was die Partner von Schweiz Tourismus erwarten dürfen (2:30), erklärt Thomas Winkler im Video-Interview:

Beim Surfen durch das neue Portal fällt einem neben der bisher in dieser Form noch nie gesehenen inspirierenden Dimension vor allem die Übersicht und Usability auf. Das Informationsmenü ist in einer ersten Ebene zunächst nach «Reisezielen», «Erlebnissen», «Unterkünften» und «Planung» aufgeteilt. In wenigen Klicks wird man fündig. Erlebnisse - Mountainbike - Touren: nach drei Klicks werden einem 41 Touren präsentiert, bebildert, mit Distanzangaben und der Verortung auf der Schweiz-Karte. Wir wählen «Hoch-Ybrig Bike», erhalten alle Infos, Bilder, Karten, Buchungsangaben und das aktuelle Wetter. Schnell, schön, schlicht und schlank.

Auch der Klick auf Planung überzeugt. Von Anreise, Billette, Badewetter, Brauchtum oder Fakten zu Geografie, Währung oder wichtigen Nummern – alles da. Auch die Suchfunktion ist gut: Wir geben «Sörenberg» ein: zack, 136 Ergebnisse sind da – vom Hochseilpark bis zum Bergschwinget.

Neue Funktionalitäten im Drei-Wochen-Rhythmus

Noch ist Myswitzerland.com aber auch eine Baustelle. Denn fertig ist der neue Auftritt noch nicht. «Jetzt schieben wir bis Ende Jahr alle drei Wochen einen Release mit neuen Funktionalitäten nach», erklärt Winkler und nennt dabei Meeting Site mit Meetingplanner, globales Kartenmodul (auch mit SwissTopo Karten), automatische CDN Invalidierung, A/B-Testing, Personalisierung, Content Hub MySwitzerland Application Programming Interface und zusätzlich noch diverse Updates auch seitens CMS.

Schon von Beginn weg, seit drei Jahren, hat Schweiz Tourismus 200 Testpersonen allen Alters ins Projekt involviert und liess sich kontinuierlich Feedbacks geben und liess dieses einfliessen – und die Testpersonen werden auch die weitere Entwicklung des Portals verfolgen und ihren Input mitteilen. «Gemäss unseren Usability-Tests, welche wir über die ganze Projektphase kontinuierlich durchgeführt haben, wurde die Auffindbarkeit des Contents sei es über die Navigation und die einfach zu bedienende Filterung oder über die ausgeklügelte Suche immer wieder positiv erwähnt. Das Look & Feel haben wir ebenfalls in einem frühen Stadion überprüfen lassen», sagt Winkler dazu. Eine ganz grosse Herausforderung sei auch die Accessibility gewesen, der Zugang für handicapierte Personen wie Blinde, Seh- oder motorisch Behinderte – aber auch ältere Personen sollen die Website barrierefrei bedienen können.

Mit künstlicher Intelligenz

Neu wird auf Myswitzerland.com auch maschinelles Lernen eingesetzt: bei der Bearbeitung der über 80'000 Bilder. «Alle unsere Bilder müssen in verschiedensten Formaten für verschiedene Geräte aufbereitet werden. Für diese aufwendige Aufgabe haben wir einen Machine Learning Service integriert, welcher den relevanten Content auf den Bildern erkannt und die Bilder in allen notwendigen Formaten aufbereitet und ausliefert.» Bei der Personalisierung für massgeschneiderte Informationen werde maschinelles Lernen künftig ebenfalls eingesetzt.

Welche Bedeutung in den letzten Jahren das Portal Myswitzerland.com in der Präsentation und Vermarktung des Reiselandes Schweiz eingenommen hat, verdeutlicht ein Blick auf die Zahlen. 2006 verzeichnete Schweiz Tourismus eine Million weltweite Besucher im Jahr. 2018, zwölf Jahr später, waren es 32 Millionen. Und die Kurve hält an. «Wir hatten in diesem Jahr erstmals an einem Tag über 200’000 Visits. Im ersten Quartal 2019 waren es 9 Millionen Besuche oder eine Zunahme von über 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr», sagt Thomas Winkler, der nun hofft, mit dem komplett erneuerten Portal erst recht auf Zuspruch zu stossen – und noch mehr Inspiration für Ferien in der Schweiz auszulösen.