Tourismuswelt

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Sunday Press Es gibt einen extrem heissen Sommer mit vielen Flugverspätungen

Es gibt zu wenige Lotsen, was für Verspätungen sorgt. Dazu hält der mögliche Lotsenstreik die Schweiz zusätzlich in Atem. Ferner wird ein Sommer prognostiziert, der die Hitzerekorde von 2003 schlägt. Und die Preise vieler Bahnen sind nur schwer nachvollziehbar... Wir haben die Schweizer Sonntagspresse wieder für Sie nach Artikeln aus der Reisewelt durchforstet.

Weniger Lotsen, mehr Flüge: Die Verspätungen explodieren

Die «NZZ am Sonntag» widmet einen grossen Artikel den zunehmenden Verspätungen im europäischen Flugverkehr. «Ich erwarte, dass die durchschnittliche Verspätung in den Sommermonaten auf 30 bis 35 Minuten ansteigen wird», sagt dort Eamonn Brennan, der Chef der supranationalen Organisation Eurocontrol. Ende 2017 lag der Wert noch bei 20 Minuten. Jeder fünfte Flug in Europa ist von einer substanziellen Verzögerung betroffen. In Zürich sei es gar jeder vierte Flug. Unerfreulich, zumal der Flughafen Zürich an diesem Wochenende einen Rekordansturm mit über 110‘000 Reisenden pro Tag erwartet.

Als wichtigsten Grund für die zunehmenden Störungen nennt Luftfahrtexpertin Regula Dettling-Ott eine «zu knappe Personaldecke bei den Flugsicherungsdiensten». 41 nationale Flugsicherungsdienste lenken und überwachen allein in Europa an Spitzentagen 38‘000 Flüge pro Tag. Der Flugverkehr in Europa wächst seit vier Jahren stark: Ende 2018 werden in Europa 30% mehr Flugsitze buchbar sein als noch vor fünf Jahren. Das hat offenbar viele Dienste überrascht – diese seien unzureichend personell und technisch ausgerüstet und verursachten damit «ein hohes Verspätungsniveau» im ganzen europäischen Flugverkehrsnetzwerk. Angesichts der acht Milliarden Euro, welche die Airlines den Flugsicherungen als Gebühren zahlen, mute diese Unterdotierung seltsam an. Dazu investierte die EU rund 2 Mrd. € in neue Technologien, die die Produktivität des Gesamtsystems erhöhen sollten. Bis anhin vergeblich.

Der 1999 von der EU eingeführte «Single European Sky», also ein grenzüberschreitender Luftraum, sei bisher auch nicht richtig umgesetzt: Die europäischen Staaten wollen die Kontrolle der Lufträume über ihren Hoheitsgebieten nicht aus der Hand geben. Stockt der Durchfluss in einer Kontrollzone, schwappt der Effekt auf die anderen Räume über. Wegen Kapazitäts­engpässen sei solches häufig der Fall: 60% der Verspätungen in Europas Luftraum gehen auf eine zu knappe Personaldecke bei den Flugsicherungsdiensten zurück, 25% auf schlechtes Wetter und 10% auf Streiks. Die nationalen Flugdienste müssten dringend mehr in Personal und Technologie investieren. Derzeit gelten sieben Flugkontrollzentren, drei davon in Frankreich, als Flaschenhälse. Den einsamen Spitzenplatz als Nadelöhr hält aber das von der deutschen Flugsicherung geführte Kontrollzentrum Karlsruhe mit seiner zentralen Lage in Mitteleuropa.

Gegendruck setzen fast nur die Fluggesellschaften auf. Abgesehen von den erhöhten Betriebskosten müssen sie auch Passagiere für entstandene Umtriebe entschädigen. Insgesamt schlugen diese Ausgaben bei den ­Airlines letztes Jahr mit hohen 1,6 Milliarden Euro zu Buche.

Ein von Eurocontrol vorangetriebenes System namens «Free Route Airspace» könnte ab Ende 2019 etwas Entlastung bringen. Vorläufig müssen sich Europas Flugrei­sende aber mit Geduld wappnen. Dazu sagt die EU-Kommissarin für Verkehr, Violeta Bulc: «Die düstere Realität ist, dass rund 50‘000 Passagiere – jeden Tag – bis zu zwei Stunden Verspätungen an den Flughäfen Europas werden hinnehmen müssen.»

Lotsenstreik: Wo bleibt der Bund?

Der Bund bleibt untätig, obwohl für Schweizer Ferienreisende schwerwiegende Probleme in der Luft liegen – die «SonntagsZeitung» fragt sich, wo der Staat beim angedrohten Streik der Skycontrol-Angestellten bleibt. Skycontrol könnte ab dem 23. Juli weite Teile des Schweizer Flugverkehrs lahmlegen. Die Lotsen von Skycontrol sehen ihre unverhandelbaren Forderungen im «Pseudo-GAV» nicht erfüllt. Zur Info: Heute arbeiten die Lotsen durchschnittlich 35 Stunden pro Woche, verdienen rund 200‘000  Franken, haben sechs Wochen Ferien, zu denen alle drei bis fünf Jahre ein zweiwöchiger Regenerationsurlaub kommt, der von Skyguide vergütet wird. Das Rentenalter erreichen sie derzeit mit 56 Jahren.

Die Flugsicherung untersteht als Bundesbetrieb der Aufsicht des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek). Trotzdem hielt sich das Departement aus dem Zwist zwischen den Lotsen und ihrem Arbeitgeber heraus. «Der Bund ist nicht legitimiert, sich in die Verhandlungen zwischen Sozialpartnern einzumischen», heisse es. Politiker wie Thomas Hardegger, SP-Nationalrat und Mitglied der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen, sei dies unverständlich, denn die Lotsen verübten eine «unglaublich verantwortungsvolle Aufgabe». Es gehe nicht nur um das Wohlergehen der Passagiere, sondern auch um das Leben der Menschen unter den Flugrouten: «Daher steht der Bund in der Verantwortung. Er hätte zumindest als Vermittler auftreten müssen.» Diese Aufgabe übernimmt  die Genfer Schlichtungsstelle.

Beunruhigende Rekordtemperaturen

Experten prognostizieren einen Sommer, der noch heisser wird als der bisherige Rekordsommer von 2003. Aktuell erleben der äusserste Norden Kanadas sowie die US-Staaten Minnesota, North Dakota und South Dakota eine Hitzewelle. Im Südirak, im Iran sowie im Norden Pakistans könnten in zwei Meter Höhe 52 Grad gemessen werden. In Südfrankreich herrschten am letzten Wochenende Temperaturen von 39 Grad, in der Schweiz kletterte das Quecksilber auf rund 30 Grad. In Südkalifornien waren es mehr als 43 Grad, in Denver gut 40 und in Montreal fast 37. Glasgow und Shannon in Irland berichteten von 32 Grad - auch das historische Spitzenwerte in dem normalerweise kühlen Klima. In Jerewan in Armenien erreichte das Thermometer 42 Grad, und Qurayyat in Oman vermeldete Ende Juni, dass die Temperatur dort über eine 24-Stunden-Periode nicht unter 42,6 Grad gefallen sei. Selbst an der Nordküste Russlands, am Polarmeer, seien Temperaturen von 32 Grad

«Durch die Erderwärmung sind häufigere und schlimmere Hitzewellen und Extremniederschläge physikalisch zu erwarten, und Klimaforscher haben seit langem davor gewarnt», sagt Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung in der «SonntagsZeitung». Auch die Schweiz spürt das aufgeheizte Wetter. Laut Meteoschweiz erlebten wir den viertmildesten, lokal auch den drittmildesten Juni seit Messbeginn im Jahr 1864. Wir leiden unter aussergewöhnlicher Trockenheit. In den von der Hitze erdrückten Teilen Nordamerikas, Nordafrikas und des Nahen Ostens werden die Temperaturen für viele Menschen lebensgefährlich. Besonders wenn es nachts kaum abkühlt – und  Rekorde für die «höchste Mindesttemperatur» werden zurzeit ungefähr doppelt so häufig gebrochen wie für die «höchste Maximaltemperatur»: Die amerikanische Behörde für Ozeane und Atmosphäre zählte in den vergangenen 30 Tagen weltweit gut 5000 neue Spitzenwerte nachts und knapp 2700 tagsüber.

Intransparente Preise bei den Schweizer Bahnen

Die «SonntagsZeitung» geht der Frage auf den Grund, wieso gleich lange Strecken unterschiedlich viel kosten, obwohl gemäss Preistabelle der Schweizer ÖV-Branche Billette für gleich lange Strecken gleich teuer sein müssten. Und kommt anhand diverser Beispiele zum Schluss: Die einzelnen Bahnen haben bei der Anzahl der verrechneten Kilometer einen Spielraum. Gerechnet wird eben nicht mit der effektiven Kilometerzahl, sondern mit den sogenannten Tarifkilometern. Welche Faktoren bei der Preissetzung massgebend sind, sei ziemlich intransparent.

Das gelte auch bei den SBB: Indem sie stark frequentierte Strecken wie Bern-Olten verteuern, können sie andere Linien quersubventionieren. Die höchsten Zuschläge bei der Zahl der Kilometer nehmen aber nicht die SBB, sondern touristische Bergbahnen vor. Das Extrembeispiel ist die Bahn von der Kleinen Scheidegg aufs Jungfraujoch. 9 Kilometer und 1400 Höhenmeter legt sie auf einer Fahrt zurück. Verrechnet werden aber 256 Kilometer. Die Folge: Ein Billett kostet 76 Franken. Gemessen an der effektiven Kilometerzahl würde der Preis 4.40 Franken betragen. Das Billett ist rund 16-mal teurer, als wenn die tatsächliche Fahrstrecke verrechnet würde.

Das zeigen aktuelle Daten der nationalen Tariforganisation ch-direct, welche die «SonntagsZeitung» ausgewertet hat. Bei ch-direct handeln alle Schweizer Transportunternehmen gemeinsam die ÖV-Preise aus. Grundsätzlich gilt: Je länger die Strecke, desto günstiger ein Kilometer. Aber eben: Ein verrechneter Kilometer entspricht nicht unbedingt einem tatsächlichen Kilometer. Früher musste der Bundesrat den «Tarifkilometer» bewilligen; heute macht dies ein Ausschuss der Transportunternehmen bei ch-direct. Gründe, wonach zusätzliche Tarifkilometer genehmigt werden, sind etwa Kurzstrecken (wo überproportional hohe Fixkosten anfallen), hohe Taktfrequenz, der Komfort (WC, Bordrestaurant, Klimaanlage, Niederflur-Einstieg), ein starker Zeitvorteil gegenüber dem Auto sowie der hohe Preis für die Schienennutzung.

Generell hat der Preisüberwacher ein kritisches Auge auf die Tarifkilometer. Eine 2010 geschlossene einvernehmliche Regelung, dass keine neuen Erhöhungen der Tarifkilometer vorgenommen werden, wirkt bis heute. Trotzdem müssen vor allem Touristen tief in die Taschen greifen: Beim Grossteil der teuersten ÖV-Linien der Schweiz handelt es sich um touristische Linien. Das Bundesamt für Verkehr hält die Zuschläge bei touristischen Linien «bis zu einem gewissen Ausmass» für zulässig.

Uber ist «offensiv, nicht mehr aggressiv»

Der Fahrdienstleister Uber zählt laut dem «SonntagsBlick» in der Schweiz 300‘000 Kunden – und will seine Aktivitäten in unserem Land ausbauen. In einen Interview mit der Zeitung sagt Uber-Landeschef Steve Salom, dass man offensiv, aber nicht mehr aggressiv in der Schweiz expandieren wolle. So schweben dem Unternehmer etwa Kooperationen mit ÖV-Betrieben – aber nicht mit den SBB - vor. Auch selbstfahrende Uber-Autos soll es in der Schweiz «in den nächsten paar Jahren» geben, darüber hinaus arbeite das Unternehmen weiterhin an Drohnen-Taxis. Und um im regulatorischen Dickicht besser zurechtzukommen, suche man verstärkt den Dialog mit den Behörden. Diesen habe Uber seine Kooperationsbereitschaft etwa durch die Einstellung von Uber-Pop gezeigt. Laut ihm sind übrigens Schweizer Uber-Fahrer selbständig Erwerbende. Gerichte müssen noch entscheiden, ob dies so ist oder ob Uber als Arbeitgeber gilt.

Sind die Malediven eine «toxische Bombe im Ozean»?

Eine Reportage der «SonntagsZeitung» führt auf das «Barefoot Eco Hotel» auf der Insel Hanimaadhoo, ganz im Norden der Malediven gelegen. Diese hat sich dem Umweltschutz verschrieben, dem Plastik den Kampf angesagt. Von dort aus werden Säuberungstouren unternommen. Was die Reporter sehen: Sandbänke, übersät mit Plastikmüll: «Innert 15 Minuten füllen wir vier grosse Säcke mit Einwegflaschen, Flipflops, Plastiktüten, Glasflaschen, einem Kamm, einem grünen Stabilo Boss, Trinkröhrchen, Bierbüchsen, Sonnencremetuben und einem Rucksack. Dazu kommt ein halb offener Kehrichtsack voller Reis mit Gemüse, darunter Plastikgeschirr und Chop Sticks - beschriftet mit ‚Hideaway‘, dem Ferienresort auf der Nachbarinsel.» Eine Sisyphusarbeit: Am nächsten Tag haben Wind und Wellen neuen Müll auf die Sandbank getragen.

Die Malediven, Traumziel von Tauchern und Verliebten, haben ein riesiges Abfallproblem. Auf den luxuriösen Touristeninseln bekommt der Gast kaum etwas von der Plastikschwemme mit. Noch vor Sonnenaufgang werden die Strände von den Angestellten gesäubert. Im Barefoot Eco Resort versucht man vorzuleben, wie es plastikfrei und nachhaltig geht. Und wo landet der auf der Sandbank gesammelte Abfall? Die Säcke würden nach Thilafushi transportiert. Thilafushi ist die grösste Müllinsel der Welt, keine zehn Kilometer von der Inselstadt Male entfernt. Täglich werden 600 Tonnen Abfall angeliefert und verbrannt - allerdings nicht in modernen Verbrennungsanlagen. Umweltorganisationen sprechen von einer «toxischen Bombe im Ozean».

Die rund 400 000 Malediver müssen umdenken, aber vor allem auch der Feriengast ist gefordert: Über 1,5 Millionen Touristen besuchen die tropische Inselwelt jedes Jahr, sechs bis sieben Millionen sollen es werden, bis zu 100 Inseln sollen neu erschlossen werden, so das Ziel des muslimischen Staates. Pläne, bei denen alle Bemühungen zum Schutz der Umwelt zu verblassen scheinen. Jeder Gast produziert im Schnitt 3,5 Kilogramm Abfall pro Tag - doppelt so viel wie ein Bewohner von Male. Reiseveranstalter wie Manta Reisen weisen ihre Kunden an, Abfall so weit wie möglich zu reduzieren. Batterien, Spraydosen, Sonnenölflaschen mit nach Hause zu nehmen. Die Fluggesellschaft Edelweiss hat ein eigenes Recyclingprogramm eingeführt: Die Airline verteilt beim Hinflug Kehrichtsäcke, welche die Gäste während des Aufenthalts füllen und vor dem Rückflug am Check-in-Schalter in Male abgeben. Edelweiss bringt den Abfall zurück nach Zürich, wo er fachgerecht entsorgt wird. Ein Drittel der Fluggäste mache vom Angebot Gebrauch, sagt Edelweiss-Sprecher Andreas Meier, 2017 habe man fast sechs Tonnen Abfall auf den Malediven vermeiden können.

Der Tourismus belastet die Malediven. Dem Tourismus, der Haupteinnahmequelle des Landes, ist es aber auch zu verdanken, dass Riffe und Inseln besser geschützt werden. Nicht zuletzt wegen der Tauch- und Schnorchelgäste, die sensibler für Umweltprobleme sind, hat die Einheimischen-Insel Dhigurah (630 Bewohner) im südlichen Ari-Atoll ein fortschrittliches Abfallkonzept eingeführt.

Prestigebau für den Titlis

Die Star-Architekten Herzog/de Meuron erarbeiten ein Gesamtkonzept für den Titlis. Das Projekt soll den «Blick der ganzen Welt» auf den Gipfel lenken, wie die «Zentralschweiz am Sonntag» berichtet. Immerhin stand das Architektenduo bisher schon hinter weltberühmten Projekten wie der Elbphilharmonie Hamburg, der Allianz-Arena München, dem Nationalstadion «Vogelnest» in Peking oder dem Hotel Astoria in Luzern.

Das «Leuchtturmprojekt» für den Titlis wird voraussichtlich Mitte August an einer Medienkonferenz der breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Der neue Titlisgipfel soll nachhaltig gestaltet sein: Es gehe also nicht in erster Linie um optische Elemente, sondern auch um Abläufe und das Schaffen einer einzigartigen Wohlfühl- atmosphäre für die Gäste. Der Neubau wird unter Betrieb entstehen müssen. Ersetzt wird die 1967 erbaute Bergstation, welche nach etlichen An- und Umbauten das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Eine Sanierung steht nicht mehr zur Diskussion. Zeitlich gehe man heute davon aus, dass es Grössenordnung 2024 wird, bis alles realisiert sei.

Heli-Biking provoziert Protest

Zermatt organisiert seit einem Monat «ganz spezielles Mountainbike-Erlebnis» - das Helikopterunternehmen Air Zermatt fliegt Biker zusammen mit einem ortskundigen Bergführer zu einem von drei Gebirgslandeplätzen, von wo sie ins Tal fahren. 80 bis 370 Franken pro Person kostet der Ausflug mit Helikopter und Velo je nach Route.

Umweltschützer kritisieren das neue Angebot. Für die Alpenschutzorganisation Mountain Wilderness ist Heli-Biking ein grosses Ärgernis. Der Verein, der sich seit Jahren gegen rein touristische Flugbewegungen in den Bergen einsetzt, sieht sich nicht mehr nur mit Heli-Skiing im Winter konfrontiert, sondern neu auch mit Flügen für abenteuerlustige Velofahrer im Sommer. Es sei ein «absurder Trend» und der Helikopterlärm widerspreche den Schutzzielen in diversen Berggebieten. Zermatt Tourismus seinerseits spricht von einem «Nischenprodukt».

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) hält fest, dass Flüge zu touristischen oder sportlichen Zwecken nicht einzeln genehmigt werden müssten, wenn in Höhen von über 1100 Metern über Meer die bewilligten Gebirgslandeplätze angesteuert würden. In Italien – etwa am Gardasee, in Südtirol oder in Livigno – wird Heli-Biking schon lange angeboten. Ebenso in den chilenischen Anden, in Rumänien, Neuseeland, Südafrika und Kanada. Die zunehmende Konsummentalität im Bergsport erreiche mit dem Heli-Biking in der Schweiz neue Ausmasse, die Natur verkomme zur bedeutungslosen Kulisse, moniert Mountain Wilderness.

Bissige Passagierin

Unter dem Titel «Hunde-Grosi beisst Flugbegleiter» hat der «SonntagsBlick» auch was Kurioses von einem SWISS-Flug zu berichten. Auf Flug LX41 von Los Angeles nach Zürich fütterte eine Economy-Passagierin an Bord seelenruhig ihren Hund – welcher laut Vorschrfit aber eigentlich während des ganzen Fluges nicht aus der Tasche dürfte. Der Flugbegleiter wies die 75-jährige Ungarin an, mit der Fütterung aufzuhören. Als sie dies nicht tat, wollte der Flugbegleiter der Dame das Tierfutterpäckchen abnehmen, worauf diese ihn in den Unterarm biss. Der Vorfall ereignete sich im April; SWISS verklagte die Frau, das Urteil liegt nun vor: Sie muss 300 Franken Busse bezahlen. Auf einen Zivilprozess verzichtet der SWISS-Angestellte. Merke: SWISS und andere Airlines gehen gegen renitente Passagiere zunehmend hart vor.

Tipps zum Ferienhaus im Ausland

Wer ein Ferienhaus im Ausland wieder loswerden will, sieht sich oft hohen Hürden gegenüber, analysiert die «NZZ am Sonntag» - und gibt Tipps ab, worauf geachtet werden muss. Viele Schweizer besitzen in Spanien, Frankreich oder Italien eine Wohnung oder ein Haus. Kaum jemand denke jedoch daran, dass er seinen Feriensitz vielleicht eines Tages verkaufen will oder muss. Die Probleme beim Verkauf seien aber oft grösser als beim Erwerb.

Zum einen brauche es viel Zeit. Die Käufer warten zu und spekulieren auf Schnäppchenpreise; die Verkäufer hingegen wollen ihr Wohneigentum nur im äussersten Notfall unter dem eigenen Kaufpreis veräussern. Und wie sieht es aus? In Spanien sind die Immobilienpreise seit dem Höchststand von 2007 selbst an guten Lagen (Balearen, Costa Brava) um 15 bis 20% gesunken, im Landesdurchschnitt sind es fast 34%. Auch in Italien hat der Preisrückgang 2007 eingesetzt. Über zehn Jahre beträgt er 27%. Frankreich blieb vom Preiszerfall zumindest an der Côte d’Azur weitgehend verschont. Landesweit gingen die Immobilienpreise seit den Peaks von 2007 und 2011 um 6% zurück. Nebst der Côte konnten sich die Preise nur in Paris halten.

Wer einen zahlungskräftigen Käufer für sein Feriendomizil gefunden hat, ist seine Probleme allerdings noch lange nicht los: Denn Frankreich, Italien und Spanien machen es Immobilien-Verkäufern deutlich schwerer als Käufern. So verlangt etwa Frankreich neben dem Eigentumsnachweis und den Personalien eine Bestätigung, dass das Haus frei von Termiten, Asbest und Blei ist. In Italien muss ein Verkäufer die ursprüngliche Baugenehmigung vorlegen. Wenn sie verloren ging oder – was viel häufiger der Fall ist – gar nie existiert hat, muss ein aufwendiges und teures Amnestieverfahren durchgeführt werden. Erst danach kann der Verkauf notariell beglaubigt werden. Und Spanien verlangt unter anderem einen Nachweis, dass sämtliche Liegenschaftssteuern bezahlt sind, bevor der Handel vollzogen werden kann.

Und: Frankreich verlangt von Ausländern ohne ständigen Wohnsitz die ersten 15 Jahre nach dem Kauf Steuern auf den Nettogewinn beim Liegenschaftsverkauf von bis zu 50%. Danach sinkt die Steuerlast kontinuierlich. Nach 30 Jahren kann die Liegenschaft steuerfrei veräussert werden. Italien hat die Grundstückgewinnsteuer abgeschafft. Spanien verlangt von Nichtresidenten 20% Grundstückgewinnsteuer, wer einen festen Wohnsitz hat, zahlt nur 3,7%.

Social-Media-Prioritäten

Bei einem Flug mit der Billiglinie Ryanair von Dublin nach Kroatien am Freitagabend wurde es sehr ungemütlich. Die Maschine landete ausserplanmässig in Frankfurt. 33 Passagiere mussten mit Kopf- und Ohrenschmerzen ins Spital gebracht werden. Ein Passagier twitterte ein Bild von heruntergefallenen Sauerstoffmasken, offenbar aus dem Flugzeug. Die Nachrichtenagenturen konnten das Medienteam von Ryanair-Chef Michael OLeary für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichen. Stattdessen twitterte das Unternehmen am Samstagmorgen laut «SonntagsZeitung» ein Bild. Darauf zu sehen: blauer Himmel und die «morning view» in Bratislava. Man muss eben Prioritäten setzen.

Reisereportagen aus aller Welt

Sibirien und Moskau: Russland ist wegen der WM in aller Munde. Deshalb gibt es in der «Zentralschweiz a, Sonntag» eine Reportage über Irkutsk in Sibirien, wo auch der in Irkutsk wohnhafte jurassische Sprachlehrer Felix Baumann zu Wort kommt – über den berichteten wir neulich auch bei Travelnews. Darüber hinaus gibt es eine Städtereise-Reportage zu Moskau.

Rhein-Route: In der «Zentralschweiz am Sonntag» gibt es auch eine spannende Reportage zur Velotour auf der Rhein-Route, die vom Gebirge am Oberalppass in die Weite der Bodenseeregion, weiter zum stiebenden Rheinfall bis ins geschäftige Basel führt.

Pamplona: Insgesamt acht Mal wurde im Rahmen der diesjährigen «Feria de Pamplona» eine Stierhatz durchgeführt, bei der Stiere über eine 875 Meter lange Strecke bis in die Arena rennen – und vor ihnen Hunderte Männer auszuweichen versuchen. Dieses Jahr gab es laut «SonntagsBlick» 31 Verletzte; den letzten Toten gab es 2009. So sehr das Fest traditionsreich, farbenfroh und beliebt ist: Die Stierhatz selber bleibt stark umstritten

Baden AG: Im früher sehr gepriesenen Kurort Baden baut Stararchitekt Mario Botta eine Therme. Auguren erwarten eine halbe Million Besucher pro Jahr. «Höchste Zeit für den einst mondänen Kurort, an die glorreiche Vergangenheit anzuknüpfen», meint die «SonntagsZeitung».

Arosa GR: Am 4. August 2018 eröffnet das «Bärenland Arosa». Bär «Napa» ist das erste Tier, das dort heimisch wird. Das verleitet Arosas Kurdirektor Pascal Jenny zu folgender Aussage in der «SonntagsZeitung»: «Ich muss gestehen, dass mir der Tierschutz heute mehr bedeutet als der Tourismus.»

(JCR)