Tourismuswelt

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Wie betrunken muss man wohl sein, um sein Hotel statt im Dorf Breuil-Cervinia oben auf dem Berg Ventina zu suchen? Bild: Vagues Solaires

Die totale Desorientierung, wahnsinnige Busfahrer und gestrickte Souvenirs

Auch das ist diese Woche in den Tourismushochburgen und an den Stränden der Welt passiert.

Betrunkener Tourist überwindet 500 Höhenmeter auf der Suche nach seinem Hotel

Im italienischen Skiresort Cervinia trank neulich ein estnischer Tourist namens Pavel an der Après-Ski-Bar ein paar Gläser - ein paar zuviel, offenbar. Denn nach dem Gelage wollte Pavel zu Fuss zu seinem Hotel im Ortskern von Cervinia zurück, verlief sich aber, gelinde gesagt, gewaltig. Bevor er bemerkte, dass er die Abzweigung zum Hotel mit einer Skipiste verwechselt hatte, war er schon unterwegs aus dem Dorf hinauf auf den angrenzenden Berg. Cervinia liegt auf rund 2050 Metern - Pavel bemerkte aber seinen Fehler erst, als er auf 2500 Metern Höhe um etwa 02.00 Uhr beim dortigen (längst geschlossenen) Restaurant Igloo ankam. Pavel merkte nun, dass sein Hotel wohl nicht zuoberst auf dem Berg liegt. Da die Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt lagen, wusste Pavel trotz (oder wegen) seinem betrunkenen Zustand um die Erfrierungsgefahr, und brach deshalb kurzerhand ins Igloo ein, wo er Trinkwasser fand und endlich zur Nachtruhe kam. Die Bediensteten des Restaurants fanden Pavel am nächsten Morgen mit brummendem Schädel und vermutlich tief verschämtem Blick auf einem Haufen Kissen nahe der Bar des Restaurants. Angeklagt wurde der Trunkenbold nicht, aber er erhielt eine saftige Busse, weil während der Nacht Polizeiteams mit Drohnen nach ihm gesucht hatten. [gelesen bei La Stampa]

Indonesien hat den verrücktesten Busfahrer der Welt

Mit diesem Busfahrer kommen Sie bestimmt nie zu spät an den Flughafen. Was zunächst wie eine Verfolgungsjagd aussieht ist in Wahrheit Alltag in Indonesien. Ein indonesischer Busfahrer versucht alles aus seinem etwas in die Jahre gekommenen Bus herauszuholen und gibt Gas, ohne Rücksicht auf Verluste. Eigentlich herrscht auf dem Inselstaat Linksverkehr, doch den Mann kümmert das herzlich wenig. Er fährt konsequent auf dem Begrenzungsstreifen –teilweise gar auf der Gegenfahrbahn. Zentimeter liegen zum Teil zwischen dem Bus und dem entgegenkommenden Motorrädern. Bleibt zu hoffen, dass diese Fahrt unfallfrei zu Ende geht. (Gelesen beim Blick)

Frachter kracht ungebremst in historische Villa

Ein 225 Meter langes Frachtschiff bohrte sich am Bosporus mit dem Bug in eine aus Holz erbaute Villa aus osmanischer Zeit. Der ausser Kontrolle geratene Frachter war wegen eines Motorschadens nicht mehr steuerbar und hat die antike Villa weitgehend zerstört. Das Gebäude war zuletzt unbewohnt und wurde meist nur für Hochzeitsfeiern oder Konzerte vermietet. Der Zwischenfall führte am Bosporus zu Stau im Schiffs-Transit-Verkehr. Berichten zufolge soll es beim Unfall keine Verletzten gegeben haben. (Gelesen bei Daily Sabah Istanbul)

Naturpark warnt vor bissigen Hirschen

Im beliebten Nara-Naturpark in Japans gleichnamiger Stadt kommt es vermehrt zu Tierbissen. Die sonst eher als zahm und gutmütig bekannten Hirsche vergnügen sich vermehrt an den Besuchern. In jüngster Zeit häufen sich die Vorfälle, bei denen aggressive Tiere bei  Fütterungen arglos Touristen beissen. Nach Angaben der Parkleitung ist die Zahl der Verletzten im letzten Geschäftsjahr von 118 auf 180 gestiegen. Der Park hat seither Massnahmen ergriffen und Warnschilder aufgestellt mit einer höflichen Bitte: «Kleine Kinder sollten die Tiere nur in Begleitung von Erwachsenen füttern.» Ausserdem wird geraten, sich mit den Hirschen in deren «Zeichensprache» zu unterhalten. So sollen ihnen beide Hände gezeigt werden, wenn die Fütterung vorbei ist. (Gelesen bei Deutsche Welle)

«Lismender» Amerikaner geht viral

Samuel Barsky, ein mittlerweile 43-jähriger Amerikaner, hat im Jahr 1999 seine Ausbildung zum Krankenpfleger abgebrochen und sich voll und ganz dem Stricken zugewendet. Drei ältere Damen haben ihn für das Handwerk mit Wolle und Stricknadel begeistert. Zwei Jahrzehnte später besitzt Barskey eine Kollektion von 119 tragbaren Kunstwerken. Doch was macht ihn so besonders, das er mittlerweile über 25‘000 Instagram-Follower hat? Der Amerikaner strickt Landschaften und Sehenswürdigkeiten auf einen Pulli und macht danach ein Foto von sich. Es gibt kaum eine Sehenswürdigkeit die nicht seinen Oberköper ziert. Da soll noch wer sagen, «lisme» sei uncool. (Gelesen bei New York Times)

(TN)