Tourismuswelt

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Sunday Press Nur noch Wasser beim «Eco Light»-Tarif

Für Bier, Wein, Kaffee und Sandwiches wird die Swiss ihre Passagiere ab Genf beim Economy-Tarif «Eco Light» bald zur Kasse bitten. – SBB wollen ran an die Reisedaten ihrer Fahrgäste. – Schweizer Städte werden von Mietvelos geschwemmt.

Die Fluggesellschaft Swiss will auf Europaflügen von und nach Genf ein neues Verpflegungskonzept testen. Dabei sollen Passagiere mit dem Economy-Tarif «Eco Light» vermehrt für Essen und Getränke zur Kasse gebeten werden, schreibt die «SonntagsZeitung».

Die übrigen Fluggäste in der Economy Klasse sollen dagegen nach wie vor kostenlose Verpflegung in Form von Mineralwasser und einem Snack erhalten, ergänzt die Airline Swiss am Sonntag in einer Stellungnahme. (Update, 14 Uhr)

Gleichzeitig erklärte der Konzernchef von Swiss Thomas Klühr gegenüber der Zeitung, dass sich der Standort Genf für die Fluggesellschaft über den Erwartungen entwickle. Er gehe davon aus, dass Swiss im Jahr 2018 in Genf schwarze Zahlen schreiben werde. Damit dürfte die Swiss ihre Basis in Genf wohl behalten, so Klühr weiter.

Seitens Kabinenpersonal Kapers werden gemäss «Sonntagszeitung» Zweifel über das neue Verpflegungskonzept geäussert. Man sei nicht gegen kostenpflichtige Verpflegung. Allerdings befürchtet der Verband einen deutlichen Mehraufwand, wenn Flugbegleiter die Economy-Gäste unterschiedlich bedienen und sowohl Gratissnacks als auch bezahltes Essen ausgeben müssten.

Condors Ausgangslage

In einem weiteren Artikel zitiert die Zeitung Condor-Chef Ralf Teckentrup, dessen Airline für Laudamotion Dienstleistungen wie Crew-Planung, Vermarktung und Verkauf übernimmt: «Durch die Pleite von Air Berlin haben wir jetzt eine gute Ausgangslage, um zu wachsen. Der Schweizer Markt kann etwas mehr Wettbewerb brauchen». Laudamotion fliegt ab Sommer ab Zürich und Basel Ferienziele in Spanien, Griechenland und Italien an und platziert damit gegen 300'000 Flugsitze auf dem Schweizer Markt.

Kurt Eberhard, Chef von Hotelplan Suisse, freue sich über die Flugoffensive von Condor. Es bestehe die Hoffnung, dass mit zunehmender Kapazität die Flugpreise wieder etwas sinken.

Gelbe und grüne Velos überall

Über den Markt des Velo-Verleihs schreibt die «NZZ am Sonntag» – schliesslich prägen mittlerweile die gelben «O-Bikes» und die grünen «Limebikes» das gesamte Stadtbild und jeden Veloständer Zürichs. Nun sollen noch mehr Velos kommen. Zwar habe der Anbieter «Onebike» seinen angekündigte Markteintritt wieder auf Eis gelegt, aber Limebike wolle nun – wie bereits «Smide» – auch E-Bikes und E-Trottis lancieren. Zudem stünde der Markteintritt der Postauto-Tochter «Publibike» am 6. April an. Die Rede ist von 2000 Velos und E-Bikes.

Die explosionsartige Vermehrung von Mietvelos lasse sich in vielen Städten beobachten, wird ein Verkehrexperte zitiert. Der globale Markt für Bike Sharing habe sich seit 2015 versiebenfacht. Bereits seien 200 Anbieter weltweit präsent.

Erste Player ziehen sich bereits wieder zurück. Der Bike-Sharing-Anbieter Gobee etwa zieht sich aus Frankreich zurück, wo eine Vielzahl seiner Velos zerstört wurden. Marktexperten erwarten trotzdem, dass Uber und Lyft ihre herkömmlichen Dienstleistungen ebenfalls mit Mietvelos erweitern werden. Städtetouristen dürfte die Entwicklung jedenfalls freuen, um spontan von A nach B zu gelangen – die Benützung eines Limebikes während einer halben Stunde kostet einen Franken.

SBB: Goodie für Reisedaten

Die «NZZ am Sonntag» greift ein weiteres Verkehrsthema auf: Züge, die zwar in der Mitte zu voll sind, am Anfang und am Ende der Komposition aber noch über genügend Platz verfügen, sollen der Vergangenheit angehören. Dafür läuft derzeit ein Projekt «zur wagengenauen Auslastungssteuerung».

Der Plan ist, die Passagiere darüber zu informieren, welche Teile des Zuges weniger ausgelastet sind, wo es also noch Sitzplätze benötigt. Dafür müssten die Fahrgäste der SBB allerdings ihre Reisedaten zur Verfügung stellen.

SBB-Chef Andreas Meyer sagt: «Wenn wir nicht wissen, wo die Kunden ihre Reise beginnen und abschliessen, lassen sich viele mögliche Anwendungen gar nicht umsetzen.» Damit Reisende ihre Daten aushändigen, soll zum Beispiel das Entschädigungssystem überarbeitet werden. «Wir müssen die Diskussion über Kundenrechte neu führen und sollten Kunden bei Verspätungen mit mehr entschädigen als einem Kaffeegutschein», sagt Meyer. Zudem schweben ihm auf den Fahrgast zugeschnittene Störungsmeldungen oder reservierte Sitzplätze vor, bei denen man sich schon im Voraus Verpflegung bestellen könnte.

An Sedrun angedockt

Investor Samih Sawiris und Skilegende Bernhard Russi sind im «Sonntagsblick» bildlich festgehalten, wie sie zusammen auf Skis stehen. Es sei ein grosser Tag für das Tourismusprojekt Andermatt. Am Samstag konnte die neue Sechser-Sesselbahn «Schneehüenerstock-Flyer» offiziell eingeweiht werden. Damit ist es nun möglich, auf Skis von Andermatt UR nach Sedrun GR zu fahren.

Sawiris zeigte sich erfreut, dass die einseitige Verbindung noch im laufenden Winter befahrbar gemacht werden konnte. Denn die Bauarbeiten an der Bergstation mussten in den letzten Monaten wegen schlechten Wetters immer wieder unterbrochen werden.

Arabischer Sparkurs

Einen Seitenhieb verteilt die «Sonntagszeitung» an die arabischen Airlines. Diese hätten unübliche Bescheidenheit an der ITB in Berlin an den Tag gelegt.

Einzig Qatar Airways war mit grossem eigenem Stand präsent. Etihad begnügte sich mit einer Präsenz im Pavillon von Abu Dhabi. Jeden Rappen drehe offenbar Präsident Tim Clark von Emirates um. Die Fluglinie – sonst mit pompösem dreistöckigem Stand – war diese Woche gar nicht präsent. Im vergangenen Jahr musste das Unternehmen mit Hauptsitz in Dubai einen Gewinneinbruch von 80 Prozent vermelden. Erst ein strikter Sparkurs mit Gehaltskürzungen und Entlassungen brachte die Fluggesellschaft wieder auf Kurs.

Superstrand und Pulverschnee

Die Reiseteile der Sonntagszeitungen fallen heute dünn aus, der Genfer Autosalon breitet sich aus. In der «Sonntagszeitung» sind zwei Geschichten auszumachen. Zum einen werden die «Superstrände» von Clearwater Beach in Florida vorgestellt: «Blendend weisser Sand, fein wie Puderzucker. Sauber und gepflegt. Kilometerlang. Eine endlose Joggingpiste. Alle paar Hundert Meter steht ein pastellfarbenes Lifeguard-Häuschen mit einem sonnengebräunten Rettungsschwimmer.»

Ein weiterer Text beschreibt die Mutter aller Skihochtouren. Die Haute Route zwischen Chamonix und Zermatt erfordere viel Kondition – und noch viel mehr Geduld.

(GWA)