Tourismuswelt

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Sunday Press Der Mallorca-Flug kostet ein Vermögen

Die Flugpreise auf die Balearen-Insel sind markant angestiegen. – Sitten hat geringe Chancen für die Austragung von Olympia 2026. – Statt buchhalterisch zu tricksen, soll die Postauto Schweiz AG gescheiter Fernstrecken anbieten.

Durch den Wegfall von Air Berlin werden Mallorcaferien ab der Schweiz deutlich teurer, stellt die «Sonntagszeitung» fest und verweist auf de Übernahme von grossen Teilen Air Berlins durch die Lufthansa und den Wegfall von Belair und Niki in der Schweiz.

«Heute kann man für ein Economy-Ticket, das vor der Pleite rund 200 Franken gekostet hat, bis zu 600 Franken zahlen», wird Hotelplan-Group-Chef Thomas Stirnimann mit Blick auf die Strecke Zürich-Palma zitiert. Seitens DER Touristik Suisse lautet die Begründung: es spiele der Markt, die Nachfrage treffe auf ein geringeres Angebot.

Das Sitzplatzangebot im Januar ist laut Flughafen Zürich auf der Strecke Zürich-Palma um 18 Prozent gesunken. Zwar stocken die Gesellschaften Germania und Edelweiss Flüge auf. Das mache den Ausfall von Air Berlin aber nicht wett, sagt Universal-Reisen-Chef Philippe Erhart. Er rechnet für das ganze Jahr mit weniger Sitzplätzen und höheren Preisen ab Zürich.

Die starken Preisunterschiede seien den Kunden schwer zu vermitteln, sagt Erhart. Selbst bei der Billigairline Easyjet müssten Reisende über Ostern 450 Franken für den einfachen Flug hinblättern. «Die Kunden sind aber rund 350 Franken Flugpreis für beide Strecken gewöhnt.» Die Hoffnungen der Veranstalter ruhen nun auf neuen Anbietern. Etwa der gegroundeten und jüngst von Air Berlin verkauften Belair. «Wenn Belair wieder fliegt, wäre sie ein möglicher Kandidat, um die Lücke zu füllen», sagt Stirnimann.

Postautos auf die Fernstrecke

Nachdem diese Woche bekannt wurde, dass die Postauto Schweiz AG getrickst und sich 78 Millionen Franken erschummelt hat, steht Postauto-Chefin Susanne Ruoff in allen Sonntagstiteln am Pranger: «Haben Sie an einen Rücktritt gedacht?» fragt etwa der «Sonntagsblick». «Nein, ich will zuerst Klarheit schaffen», entgegnet Susanne Ruoff.

Dass Ruoff ihren Posten behalten kann, wird laut «Sonntagszeitung» immer unwahrscheinlicher. In wenigen Tagen soll der Verwaltungsrat zusammenkommen und über das Schicksal der Konzernchefin befinden. Das Gremium sei gespalten und es sei fraglich, ob Ruoff noch eine Mehrheit finde, heisst es im Bericht unter Berufung auf Insider.

In der «NZZ am Sonntag» ist zu erfahren, die Post soll bei den Fernbussen einsteigen. So könnte sie mit ihren Postautos legal Gewinne machen, statt illegal Gewinne zu verschieben. Dies findet jedenfalls der Chef des Bundesamtes für Verkehr, Peter Füglistaler. «Im nationalen Fernbusverkehr wäre diese Herausforderung zu finden gewesen. Postauto wäre dazu prädestiniert, ein optimales, kundenfreundliches und gewinnbringendes Angebot zu erbringen.»

Die Postautos als gelbe Fernbusse? Der Vorschlag fällt mitten in eine politisch aufgeladene Debatte. Mit dem Boom dieser Busse rund um die Schweiz haben sich mittlerweile auch im Inland zwei Bewerber in Stellung gebracht: Die Zürcher Firma Domo Reisen will mehrere Linien entlang den grossen Verkehrsachsen anbieten, etwa von Genf nach St.Gallen. Eurobus, der zweite Bewerber, möchte auch touristische Gebiete wie Grindelwald (BE) und Davos (GR) erschliessen.

Sion 2026 hat geringe Chancen

Dann dominiert natürlich der Olympia-Start die Blätter, etwa auch ein mögliches Tauwetter zwischen Süd- und Nordkorea. Bei der Aktualität hinken die Printtitel hinterher. Dass die Herren-Abfahrt verschoben werden musste und dass Dario Cologna eine Medaille im Skiathlon verpasst hat, ist im Papierwald nicht zu erfahren. 

Dafür steht Olympia 2026 im Fokus: Vier Monate vor einer entscheidenden Abstimmung im Wallis hat die Olympiakandidatur Sion 2026 im Schweizer Volk wenig Rückhalt, stellt die «Sonntagszeitung» anhand einer repräsentativen Meinungsumfrage fest. Demnach waren 60 Prozent der Befragten grundsätzlich gegen Olympische Winterspiele in der Schweiz. 59 Prozent sagten Nein, wenn konkret nach der Unterstützung für das Projekt Sion 2026 gefragt wurde. 36 Prozent sagten Ja oder eher Ja.

Hier leben die Senioren

Eindrücklich ist die Reportage der «Sonntagszeitung» über die «Villages» in Florida, «das Disney World für Senioren». Die grösste Alterssiedlung der Welt, die fast so gross ist wie die Stadt Zürich. 130'000 Menschen ab 55 Jahren leben hier, der Altersdurchschnitt liegt bei 67 Jahren. Jeden Monat werden 250 Häuser verkauft, noch mehr neue werden gebaut. Die Trottoirs sind sauber geputzt. Hits aus vergangenen Zeiten tönen aus Lautspre- chern. Jedes Village hat seinen eigenen Stil, Brownwood zum Beispiel ist ganz auf Wildwest getrimmt.

Alles findet man hier. Nur keine Kinder: Menschen unter 19 Jahren dürfen nicht in den Villages wohnen. Natürlich dürften die Enkel auf Besuch kommen. Sie erhalten dann einen Besucherpass, ein Visum quasi. Die Aufenthaltsbewilligung ist begrenzt auf 30 Tage im Jahr. Zudem bestimmt auch das Thema Golf das Leben in den Villages. Die Villages schaffen es mit der längsten Golfcart-Parade der Welt (3321 Wagen) ins «Guinnessbuch der Rekorde». Die Golfwagen eignen sich auch Katheterhalter, ist zudem zu erfahren.

Sehnsucht nach Ägypten

Eine grössere Abhandlung bringt der «Sonntagsblick» über die Sharing-Economy, wo neben Unterkünften oder Bikes immer mehr Gebrauchsartikel geteilt werden. Das Fazit lautet: während jeder gerne nimmt, hapert es mit dem Geben.

Und in einer Kolumne mit dem Titel «Beim Fliegen erkennt man das wahre Ich», beschäftigt sich eine «SoBli»-Autorin mit dem nervigen Verhalten anderer Passagiere, vom Drängeln, Kicken bis zum Klatschen.

Die «Sonntagszeitung» war auf einer von Amin Travel organisierten Ägypten-Reise mit dabei. Ägypten leide schwer daran, dass die Touristen das Land meiden, schreibt der Autor, die Angst sei verständlich, aber unbegründet. Sein Text ist so dicht wie eine Besichtigung von Kairo und Luxor – und macht Lust darauf, wieder mal in Ägypten einzutauchen.

Die «NZZ am Sonntag» war mit der MS «Douro Spirit» von Porto bis Barca d’Alva unterwegs und stellt fest: eine beschwingte ­Flussreise durch das Douro-Tal macht aus jedem Passagier einen Portwein-Kenner.

(GWA)