Tourismuswelt

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VUSA Board Switzerland meets Las Vegas. O.v.l.: Reto Schneider (United), Sebastian Wagner (LVCVA), Dan Flores (Maverick), Anna Lentz (Caesar's), Brandon Reed (Graceland Wedding), Pia Holler (Nevada), Walter Behre (MGM), Katja Spitz (LVCVA), Raul de la Cruz (Papillon), Susan Farkas (Cosmopolitan), Aaron Hinterleitner (Cirque du Soleil), Janine Brauner (LVCVA) und Werner Wiedmer (VUSA); u.v.l. Tino Swoboda (Kuoni), Heinz Zimmermann (VUSA), Pino Andreano (Hotelplan), Louisa Bordewieck (Top Line). Bilder: TN

Es sieht nach einem schwierigen USA-Jahr aus

Von Jean-Claude Raemy

Änderungen in der USA-Vermarktung sind nötig, denn das USA-Geschäft läuft aktuell nicht rund. Das Visit USA wird künftig auf mehr Workshops setzen. Dazu wird auf mehr Unterstützung von USA-Partnern gehofft.

Das Visit USA Seminar 2018 ist Geschichte. Am gestrigen Mittwoch fanden sich im Mövenpick Hotel Zürich Regensdorf wie immer USA-Anbieter und USA-interessierte Branchenprofis zum grossen «Amerika-Tag». Mit 41 Aussteller-Ständen und 370 Besuchern kam man zwar nicht ganz an die Zahlen aus den Vorjahren heran, doch allgemein war das «VUSA» wieder gut besucht und ein intensiver Tag für alle Beteiligten.

Zum Auftakt hatten sich die «featured destination» Las Vegas sowie der neue US-Botschafter in Bern, Ed McMullen, vorgestellt. Anschliessend ging der reguläre Workshop- und Marketplace-Betrieb über die Bühne, wie üblich von einem feinen Buffet-Lunch und einer Musikshow unterbrochen.

In den viele Gesprächen mit den Ausstellern wurde schnell klar: Aktuell läuft das USA-Geschäft nicht wirklich rund. Niemand steht wirklich öffentlich dazu, aber bei praktisch allen liegen die USA-Zahlen aktuell hinter dem Vorjahreswert zurück – und auch letztes Jahr war im Gegensatz zu früheren Jahren schon kein grandioses USA-Jahr. Ein Hinweis auf die Flaute ist unter anderem, dass Ende Januar, gegen Ende der Buchungs-Hochsaison, immer noch Plätze in den tiefsten Buchungsklassen bei vielen Carriern zu haben waren. Kein besonders gutes Zeichen. Immerhin verzeichnen die Veranstalter sehr gute Zahlen nach Kanada, und innerhalb der USA scheinen zumindest Hawaii und Alaska gut zu laufen – das federt die Verluste etwas ab.

Allerdings ist allen klar: Die USA sind nach «sieben fetten Jahren» aktuell kein Selbstläufer im Verkauf mehr. Über die Gründe mag man lange spekulieren – der Dollarkurs ist nicht mehr so gut, die Preise vor Ort sind inzwischen teils recht happig, die US-Regierung schafft aktuell wenig Sympathien – doch unter dem Strich ist klar, dass es jetzt marketingseitig einen «Ruck» braucht.

Gewichtige Abwesende, ein paar Lichtblicke

Das betrifft unter anderem die USA selber. Die Teilnahme von US-Firmen, mittlerweile aber auch von Repräsentanzen von US-Regionen, ist ein Problem des VUSA. Wichtige Destinationen wie New York, Las Vegas und viele Florida-Vertreter (aber kein Visit Florida mehr) waren natürlich zugegen; es gab aber auch gewichtige Absenzen (Texas, New Orleans, Chicago, Oregon/Washington, Hawaii, Tennessee, Icelandair, um nur mal einige zu nennen, die früher auf dem VUSA zu sehen waren). Lieb Management, welche inzwischen auch die Geschicke von Brand USA für die deutschsprachigen Länder in der Hand hat, war mit keinem einzigen seiner vielen USA-Kunden präsent, ebenso wenig die Wiechmann Tourist Services. Partner aus den USA direkt? Da waren immerhin Visit Anchorage und Philips Cruises & Tours, welche extra aus Alaska angereist waren – schliesslich gibt es für Alaska ja keine Vertretung mehr im deutschsprachigen Markt. Die Vertreterinnen waren denn auch sehr erfreut über ihre Präsenz am VUSA. Ebenso positiv war beispielsweise Vera Sommer, welche gleich zwei Stände betreute (Visit Tampa Bay und Bradenton CVB) und seit über 20 Jahren treue VUSA-Ausstellerin ist: «Man muss nur auf die Leute zugehen», lautet ihr Credo.

Es gab allerdings auch kritische Stimmen. Einigen Besuchern fiel auf, dass nur die grossen US-Destinationen repräsentiert waren, es jedoch in der Breite  eher wenig hatte. Zudem bemängelten einzelne Aussteller, dass es sehr viele «Junge» habe, die relativ wenig konkretes Interesse für einzelne Produkte mitbringen, und demgegenüber wenige «USA-Cracks» unter den Besuchern sind. Sprich, dass das Besucher-Niveau etwas tief sei. Andere meinten, vielleicht müsse man etwas das langjährig mehr oder weniger gleich geblieben Konzept mal überdenken, um neue Besucheranreize zu schaffen.

Visit USA Committee denkt über Konzeptänderungen am Seminar nach

Im Anschluss ans VUSA unterhielt sich travelnews.ch mit VUSA-Chairman Werner Wiedmer – und erfuhr nicht nur, dass man sich durchaus Gedanken mache in Bezug aufs Besuchermarketing, sondern auch, dass bereits im kommenden Jahr konkrete Änderungen für Aussteller umgesetzt werden: «Manche Aussteller sind der Meinung, dass sie ihre Produkt-Inhalte in Workshops besser anbringen als an den Ständen. Bislang war die Anzahl Workshops aber begrenzt. Im kommenden Jahr werden wir, mit nur minimen Änderungen am zeitlichen Ablauf, die doppelte Anzahl Workshops anbieten können, und dies für die Aussteller zu einem günstigeren Preis.»

Wiedmer erinnert überdies daran, dass die VUSA-Mitglieder, ob aktiv oder passiv, sich vermehrt in den promotionellen Effort für das Visit USA Switzerland einbinden müssen – etwa auf Ausland-Messen oder in der eigenen Promotion bei Reisebüro- und US-Partnern. Er selber habe jedenfalls vorwiegend positives Echo zum VUSA vernommen, aber ebenfalls Signale vernommen, wonach das USA-Geschäft aktuell etwas harzt. Man braucht das nicht zu dramatisieren: Die USA bleiben das beliebteste Überseeziel der Schweizer. Doch am VUSA bzw. an der VUSA-Roadshow sowie bei den Veranstaltern sowie den Repräsentanzen wird es einen Zack mehr brauchen als auch schon, um die USA-Nachfrage wieder anzukurbeln.

(BILDEINDRÜCKE vom Visit USA Seminar 2018 gibt es in der grossen Bildstrecke oben - einfach aufs Hauptbild klicken)