Tourismuswelt

VUSA1.JPG
US-Botschafter Ed McMullen (m.) mit Werner Wiedmer (Chairman Visit USA Committee Switzerland, l.) und Heinz Zimmermann (Vice Chairman/Top Line Marketing). Bilder: TN

Der US-Botschafter wirbt für sein Land

Das alljährliche Visit USA Seminar ist seit heute Morgen in Gang. Der neue US-Botschafter in Bern, Ed McMullen, richtete einen engagierten Appell an die Schweizer Reisebranche.

Seit heute Morgen, 9 Uhr ist im Mövenpick Hotel Regensdorf wieder das Visit USA (VUSA) Seminar in Gang. Trotz zuletzt leicht rückläufiger Besucherzahlen von Schweizern in den USA ist das Interesse der Branche am Anlass wie immer sehr gross (siehe Bild unten). Gastland dieses Jahr ist Las Vegas, wohin bekanntlich Edelweiss Air seit Kurzem nonstop ab Zürich fliegt; natürlich sind auch fast alle anderen relevanten US-Marktplayer aus der Schweiz sowie die Repräsentanzen im In- und Ausland mit dabei. Die Agenten können sich freuen: Insgesamt werden heute 20 Flüge in die USA verlost.

Ein wichtiges Zeichen setzt gleich zu Beginn auch Botschafter Ed McMullen, seit Dezember 2017 in Bern im Amt, schon allein durch seine Präsenz. Obwohl man in den vergangenen Jahren immer wieder US-Botschafter am VUSA sah, ist deren Präsenz alles andere als eine Selbstverständlichkeit und der guten Vernetzung von VUSA-Chairman Werner Wiedmer zu verdanken.

In seiner Ansprache an die rund 400 anwesenden Agenten und USA-Profis gibt es ein immer wiederkehrendes Wort: «Diversity», also Vielfalt. McMullen preist die landschaftliche und kulturelle Vielfalt der USA, spricht über Jazz und Blues, gutes Essen, über die Städte New York oder New Orleans oder Charleston, aber auch über kleinere persönliche Geheimtipps wie Cumberland Island im Bundesstaat Georgia oder auch Jackson Hole in Wyoming. «I have to sell the USA», bekennt er und unterstreicht die Nähe der Schweiz zu den USA – im wirtschaftlichen wie auch in vielen anderen Hinsichten. (Text geht unten weiter)

Wie immer «Full House» am Visit USA im Mövenpick Hotel Regensdorf.

Im persönlichen Gespräch mit travelnews.ch holt der Werbeprofi – der gebürtige New Yorker besass bis zu seiner Ernennung zum Ambassador eine Kommunikations- und Werbeagentur in Charleston (South Carolina) – weiter aus: «Tourismus ist für die aktuelle US-Regierung extrem wichtig. Der Austausch zwischen den USA und der Schweiz ist in vielerlei Hinsicht wichtig, und Tourismus ist ein ganz wesentlicher Faktor dabei.» McMullen, der soeben das WEF in Davos gemeinsam mit seinem obersten Chef Donald Trump hinter sich gebracht hat, erklärt, dass dies auch im Bünderland ein Thema war. Kern von Trumps Rede war ja, «the USA are open for business».

In diesem Zusammenhang spricht McMullen auch über die Bemühungen, die Infrastruktur der USA, zum Beispiel veraltete Flughäfen oder Brücken, auf Vordermann bringen zu wollen. Er spricht enthusiastisch darüber, wie kinderfreundlich die USA sind und wie leicht sie zu bereisen sind. Er werde sich zudem persönlich in Bern dafür einsetzen, dass Austauschprogramme zwischen den USA und der Schweiz weiter gefördert werden - etwa auf Ebene von Lehrlingen, aber auch von Schülern oder herkömmlichen Arbeitnehmern. «Solche Vernetzungen fördern das gegenseitige Verständnis», weiss McMullen. 

Bevor McMullen weiter muss zu einem externen Treffen, erklärt er noch, dass die Probleme der Schweizer Banken mit den USA «vorbei» seien, Er kennt beispielsweise UBS-Chairman Sergio Ermotti persönlich, und dieser sei «bullish» im Hinblick aufs kommende USA-Geschäft. Damit dürfte sich auch der zuletzt etwas eingebrochene Markt der Geschäftsreisen in die USA, immerhin 15 Prozent des gesamten Reiseaufkommens dorthin, wieder etwas erholen.

Der Botschafter ist direkt und offen und will für Gespräche offen sein und beantwortet im Vorbeigehen auch Fragen von Agenten. Das ist positiv und ein gutes Zeichen. Wie sich die USA generell im kommenden Reisejahr 2018 schlagen werden, hängt natürlich noch von vielen weiteren Faktoren ab. Wiedmer jedenfalls versprüht Optimismus und erinnert daran, dass trotz Rückgängen die Gesamtzahl der Schweizer USA-Reisenden immer noch sehr hoch sei. Die Vorzeichen sind zumindest von Transport-Seite her so gut wie nie: 2018 werden bereits 15 US-Städte nonstop aus der Schweiz angeflogen, und dies zu vernünftigen Preisen.

Mehr zum Visit USA Seminar in einer weiteren Berichterstattung morgen.

US-Botschafter Ed McMullen (l.) und VUSA-Chairman Werner Wiedmer (r.) im Gespräch mit dem Travelnews-Autor.

(JCR)