Tourismuswelt

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Sören Hartmann, CEO DER Touristik: "Kuoni Schweiz hat eine stabile Mutter".

Swiss Travel Day: Die News und Gewinner

Animierter Branchentreff im Zürcher Kongresshaus. Peter Fankhauser, CEO Thomas Cook Group, erhielt den Travel Personality Award.

Das sind die Gewinner der Swiss Travel Awards 2015

Touroperators Generalisten Pauschal weltweit:

  1. TUI
  2. Hotelplan
  3. Kuoni

Tour Operators Special Interest:

  1. Manta
  2. Baumeler
  3. Globo-Study

Tour Operators Individual Kurz-/Mittelstrecke:

  1. Kontiki
  2. TUI
  3. Railtour

Tour Operators Individual Fernreisen (mit Unterkategorien)

  1. Tourasia
  2. Salinatours
  3. Private Safaris
  • Afrika: Private Safaris
  • Ozeanien: Knecht
  • Mittel-und Südamerika: Salinatours
  • Asien: Tourasia

Airlines Kurz-/Mittelstrecke:

  1. Edelweiss Air
  2. Air Berlin
  3. Helvetic Airways

Airlines Langstrecke:

  1. Emirates
  2. Singapore Airlines
  3. Edelweiss Air

Hotel-Ketten:

  1. Mövenpick
  2. RIU
  3. Iberostar

Cruise Companies:

  1. Aida Cruises
  2. MSC Cruises
  3. TUI Cruises

Car Rental Companies:

  1. Hertz
  2. Alamo
  3. Europcar

Car Rental Brokers:

  1. Sunny Cars
  2. Flex Cars
  3. Hotelplan Carexpress

 

Travel Personality Award für Peter Fankhauser

Der Nachfolger von Roger Geissberger, CEO der Knecht Reisegruppe, ist Peter Fankhauser, CEO der Thomas Cook Group. Der Berner erhielt den diesjährigen Travel Personality Award. Zurecht: seine eloquenten Antworten zuvor auf dem "Heissen Stuhl" zum Thema "Wohin steuern die europäischen Reise-Giganten" wussten die Zuschauer des Swiss Travel Summit in den Bann zu ziehen.  

Sören Hartmann: "Wir sind ein langfristiger Player mit einer stabilen Mutter"

Im Keynote-Referat beantwortete DER Touristik CEO Sören Hartmann die Frage "Kuoni in deutschen Händen — was ändert sich?". Es sei nicht die schlechteste Lösung, dass Kuoni Schweiz nun zu DER gehöre: "Wir sind ein langfristiger Player und haben eine stabile Mutter". Wichtig ist ihm, auf lokale Stärken zu setzen und gleichzeitig den europäischen Verbund zu nutzen. "In der Schweiz erwarten unsere Marktforscher bis 2020 ein Plus von 2,4 Prozent". Insbesondere im Online-Vertrieb ortet Hartmann das Wachstum und prognostiziert einen Anteil von 20 bis 30 Prozent. Gleichzeitig würden hochwertige Reisebüros bestehen bleiben. Es skizziert die kommenden Jahre mit sinkenden Preisen, höherer Preistransparenz und wachsendem Reiseaufkommen. Zudem sagt er: "Bauchtouristiker zu sein reicht nicht mehr aus. Unser feines Gespür braucht es weiterhin, aber wir müssen auch Datenmanager sein" und er verweist dabei auf die Dynamisierung der Pauschalreise.

Im Clinch mit der Swiss

Welche Rolle spielt die Reisebranche noch im Airline-Vertrieb? In der Podiumsdiskussion am Travel Summit sah sich Marcus Frank, Head of Revenue Management der Swiss vier Kontrahenten gegenüber, die wenig Gefallen haben an der Einführung der 16-Franken-Gebühr, die seit zwei Monaten bei Buchungen über GDS anfallen. Marcel Herter von Hotelplan monierte: "Es kann nicht sein, dass man uns vor vollendete Tatsachen stellt, ohne das Gespräch gesucht zu haben". Dieter Rumpel von Travelport sieht Ungemach aufkommen anhand der vielen neuen Schnittstellen. Marcel Hausheer, Leiter Ressort Geschäftsreisen bei TTS, unterstrich, künftig noch stärker auf die Kundenbedürfnisse eingehen zu müssen. Und Marcus Frank stellte fest: "Die Swiss generiert immer noch 60 bis 70 Prozent des Umsatzes über Reisebüros". Aber Reisebüros müssten künftig die Technologie anpassen.

Wenn Schweizer ihre Reisen im Ausland buchen

An der Medienkonferenz des Swiss Travel Day diskutierte TUI-Suisse-CEO Martin Wittwer mit Babette Sigg Frank, Präsidentin des Konsumentenforums, über das Buchen von Reisen im Ausland. «Nach der Aufgabe des Euromindestkurs von 1.20 Franken wollten die Kunden sofort Preisreduktionen, aber die Veranstalter sassen auf festgelegten Devisenkursen», sagte Wittwer. «Trotzdem mussten wir die Preise senken, das heisst, auch im eigenen Unternehmen», so Wittwer. Entgegen der Wahrnehmung vieler Konsumenten beteuerte der TUI-Suisse-CEO, dass die Preise von TUI Suisse «absolut identisch» seien mit denjenigen von TUI in Deutschland.

Angesprochen auf Flüge zu Dumpingpreisen äusserten sich die beiden Podiumsgäste kritisch: «Das Fliegen ist zu günstig, das ist keine gute Entwicklung», so Sigg Frank, und Wittwer fügte hinzu: «Ein ökologischer Unsinn.» Beratungsgebühren im Reisebüro seien ebenfalls völlig gerechtfertigt, sind sich beide einig. «Sonst ist es ein Bschiss für die Anbieter, wenn Kunden sich stundenlang beraten lassen und dann selber im Internet buchen», sagte die Präsidentin des Konsumentenforums. (OW)

20 Jahre STAR

Die Swiss Travel Association um Präsident Luc Vuilleumier (4. von links) hat allen Grund zu feiern: Die Reisebüro-Vereinigung kann ihr 20-jähriges Jubiläum feiern und verzeichnet weiterhin rund 400 Mitglieder. Neu im Vorstand neben Luc B. Vuilleumier und Jean-Marc von Gunten ist Cécile Rüdisühli (4. von rechts) vom Reisebüro Crew Travel in Bülach.

Wie Reisebüros via Social Media punkten können

«Reisebüros müssen präsent sein, und da bieten die sozialen Medien viele Chancen», sagte Gabriele Bryant, Spezialistin für Onlinemarketing und Social Media für die Hotellerie, am Spotlight-Referat zum Thema Travel Tech. Denn Reisen seien allgegenwärtig in sozialen Medien. Der wichtigste Social-Media-Kanal sei Facebook mit rund 3,5 Millionen Nutzern allein in der Schweiz. Die Möglichkeiten sind laut Bryant vielfältig: Seien es Bewertungen von Leistungsträgern und Reisebüros, das Posten von Reiseangeboten oder das Teilen von Reiseerlebnissen. «Die Reichweite von Facebook ist enorm, jeder Nutzer hat im Schnitt 150 Freunde», sagte Bryant und gab den vielen Anwesenden gleich ein Best-Practice-Beispiel: «Ein Reisebüro schenkt den Kunden ein Maskottchen, diese laden Ferienfotos mit dem Maskottchen aufs Netz. Das motiviert andere, auch mit besagtem Reisebüro zu verreisen.»

Der Verein FAIR stellt eigene Kundengeldabsicherung vor

Die Retailer-Vereinigung FAIR (Federation of Actife and Independent Retailer) hat eine eigene Kundengeldabsicherung ins Leben gerufen und am heutigen TTW vorgestellt. "Die Gründe zur Prüfung einer eigenen Lösung liegen darin, dass die bestehenden Modelle nicht auf kleinere Betrieb ausgerichtet sin und die Kosten hoch sind", sagt FAIR-Geschäftsführer Claude Ferrari. Ein Anliegen sei, dass die laufenden Kosten der Teilnehmer im Verlaufe einer längeren schadensfreien Zeit sinken sollten.

Vor einer Woche wurde nun die FAIR - Reisegarant als Genossenschaft gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehören neben Claude Ferrari (Ferrari Travel) auch Marcel Gsell von Sunshine Reisen und der Rechtsanwalt Arthur D. Ruckstuhl. Das Grundkonzept basiert auf einer webbasierten Datenverwaltung, die erlaubt, dass Reisebüros mit Hilfe einer Homepage ihren Kunden mit einfachen Mitteln und wenigen Angaben einen Sicherungsschein ausstellen und ausdrucken können. Weitere Informationen: www.fair-reisegarant.ch

Auf dem Bild, v.l.: Claude Ferrari, Silvia Cornel (Cornels Reisebar) und Marcel Gsell.

 

Weitere Impressionen des diesjährigen Swiss Travel Day:

Zwar hat Germania Hotelplan vor den Richter gezogen, am kollegialen Austausch ändert sich nichts, v.l.: Christian Spring (Hotelplan Agent Sales, Tobias Somandin (CEO Germania Flug AG) und Remo Weidmann (Hotelplan Flight Management).

Viel Raum für gute Gespräche auf der Piazza Turistica.

Haben vor 30 Jahren zusammen bei SSR-Reisen gearbeitet, v.l.: Christoph Zollinger (del solar), Werner Blum (move) und Beat Obrist (TTS).

(TN)