Tourismuswelt

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Sunday Press Doris Leuthard kritisiert den Flughafen Zürich

Tourismusjahr 2017 Schweiz-China lanciert – Keine Hoffnung mehr für Belair.

Mit einer klaren Ansage konfrontiert Bundespräsidentin und Verkehrsministerin Doris Leuthard den Zürcher Flughafen und die Politik: Weil der Flughafen zu viele Landerechte in Spitzenzeiten vergeben hat, wird der Bund künftig die umstrittenen Südstarts zulassen. Im grossen Interview mit der «SonntagsZeitung» – als Nachlese zum WEF in Davos – wirft sie den Flughafen-Verantwortlichen vor, zu viele Slots vergeben zu haben und damit für die Verspätungen, unter denen vor allem die Swiss leidet, verantwortlich zu sein. Leuthard fordert unmissverständlich: «Die Verspätungen müssen weg», weil sie Bevölkerung und die Passagiere ärgern. «Die Betriebszeiten und die Ruhezeiten müssen eingehalten werden.» Es sei Aufgabe des Flughafens einen Beitrag zu leisten. Man könne auch in dieser Frage «nicht immer die Schuld bei den anderen suchen oder die Lösung an die Politik nach Bern delegieren.»

Doris Leuthard macht überdies klar, dass es jetzt «Bewegung gibt»: Es werde eine Antwort aus Deutschland kommen und dann gibt es ein neues Startsystem. «Wegen der Südstarts wird der Süden von Zürich wohl keine Freude haben», zeigt sie die Richtung an. «Aufgrund der unterschiedlichen Signale müssen wir beim Bund entscheiden.» (Im Klartext: also gegen den Stadt- und Regierungsrat von Zürich.)

Im Weiteren verteidigt sie auch den Aufwand für den umstrittenen Staatsbesuch des chinesischen Präsidenten. Bisher habe es keine Zusammenarbeit im Tourismus gegeben, sagt Leuthard. Im Rahmen des Staatsbesuches konnte auch das Tourismusjahr 2017 Schweiz-China lanciert werden. «Die Chinesen bauen Wintersportzentren auf. Wenn nur wieder ein Prozent Chinesen mehr kommen, ist das sehr gut.»

Martin Ebner will Belair nicht retten

Da die Wirtschaftsteile der Sonntagsblätter im Zeichen des WEF stehen, finden sich kaum News aus dem Tourismusbereich. Nach dem angekündigten Grounding der Belair fragte die «Schweiz am Sonntag» bei Helvetic Airways nach, ob allenfalls Martin Ebner als rettender Investor einspringen könnte. Dürfen die Belair-Angestellten auf ihn hoffen? Nein, lautet die Antwort. «Wir haben uns die Firma angesehen», sagt Helvetic-Finanzchef Tobias Pogorevc, «aber das Konzept passt nicht zu unserem Geschäftsmodell.» Mehr wolle er nicht sagen, schreibt das Blatt, doch die Gründe seien klar: «Ein Käufer könnte nur die Angestellten übernehmen, denn die Belair-Maschinen sind via Air Berlin geleast. Auch die Slots gehören Air Berlin.»

Schub für ITS Coop Travel

Da selbst teure Destinationen wie die Malediven oder Mauritius auf einmal günstig angeflogen werden können, wirkt sich das positiv auf den Geschäftsverlauf von ITS Coop Travel aus. Es sei eine einfache Rechnung, schreibt die «Zentralschweiz am Sonntag»: «Je grösser das Angebot, desto grösser der Preisdruck.» Andi Restle, Chef von ITS Coop Travel sagt: «Die Preise für Fernflüge waren noch nie so preiswert wie in diesem Jahr.» Günstig seien aber vor allem die Flüge nach Asien und Australien geworden, relativiert Hotelplan, «nicht aber nach Amerika». Für den Preissturz verantwortlich sind die Golf-Carrier wie Etihad oder Emirates. Davon profitiert ITS Coop Travel. Laut Restle legte man im vergangenen Geschäftsjahr (Oktober 2015 bis November 2016) um mehr als 20 Prozent zu. Allerdings war das Jahr davor wegen des starken Franken «kein gutes», wie er relativiert, man habe gar Marktanteile verloren. Im aktuellen Geschäftsjahr sei man dank der tiefen Preise für Fernflüge wieder gut unterwegs – «auf dem Niveau des Vorjahres, was für uns äusserst erfreulich ist», sagt Restle.

«Zauber des Engadins»

Nach dem Weckruf des früheren Kurdirektors von St. Moritz vor einer Woche meldet sich in der heutigen «Schweiz am Sonntag» Ariane Ehrat zu Wort, die als CEO der Tourismusorganisation Engadin St. Moritz im Frühjahr abtritt und mit der Ski-WM in zwei Wochen vor einem krönenden Abschluss steht. Im Hinblick auf das Grossereignis berichtet die Zeitung auf einer Doppelseite über den «Zauber des Engadins». In ihrem Blick zurück auf ihre zehnjährige Amtszeit sagt Ehrat: «Die Herausforderungen sind unglaublich geworden, nicht nur für uns im Engadin.» Die Abhängigkeit von den Euroländern sei besonders zu spüren, denn „in den Märkten wie Russland und Japan haben wir die Hälfte der Logiernächte verloren.» Ähnlich wie Bundespräsident Leuthard hofft sie nun auf China, wo bis im Jahr 2030 etwa 300 Millionen von 1,4 Milliarden Chinesen Wintersport betreiben werden und 2022 in Peking die Winterspiele stattfinden. «Da ist viel Potenzial vorhanden», glaubt Ehrat.

Im Reiseteil der «SonntagsZeitung» wird «im Auge des Regenbogens» die Kulturhauptstadt 2017 Aarhus porträtiert und empfohlen: «Nichts wie hin, im Sommer könnte es eng werden.» Die «Zentralschweiz und Ostschweiz am Sonntag» waren in Hamburg, aber nicht nur wegen der kürzlich eröffneten Elbphilharmonie. Die «NZZ am Sonntag» schliesslich wartet in der Stil-Beilage mit einem Reise-Spezial auf unter dem Titel «Das Weite suchen». Ziele sind Tansania, Australien und Kanada.

(HPB)