Tourismuswelt

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Ade «Türkei»: Planen Sie Ihre Ferien nun in «Türkiye». Bild: Ahmet Demiroglu

Die Türkei heisst neu offiziell TürkiyeElefanten in der Hotellobby

Auch das ist diese Woche in den Tourismushochburgen und an den Stränden der Welt passiert.

Die Türkei heisst jetzt anders

Die Türkei hat offenbar genug davon, dass ihr englischer Name «Turkey» in den Google-Suchen haufenweise Bilder von Truthähnen (auf Englisch ebenfalls «Turkey») hervorbringt und das Land auch eher unflätigen Witzen aussetzt, da «Turkey» in einer dritten Bedeutung eben auch noch «Flop» oder «Pleite» und in einer vierten Bedeutung gar noch «Tölpel» oder sinngemäss sowas wie «Vollpfosten» heissen kann. Sowas kann das stolze Land nicht auf sich sitzen lassen. Und so hat die Türkei im Dezember den eigenen international gebräuchlichen Namen, von der Weltöffentlichkeit noch nicht so sehr beachtet, offiziell in «Türkiye» umgewandelt, also in die türkische Bezeichnung. Bei allen offiziellen Aktivitäten und in der Korrespondenz soll künftig nur noch dieser Begriff verwendet werden; sicher nicht mehr erwünscht ist «Turkey», aber auch in anderen Sprachen soll der Begriff türkisch sein, also nicht mehr «Türkei» heissen oder «Turquie». Ob das im deutschsprachigen Raum durchkommen wird, ist fraglich. Doch so wünscht es sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Die Entscheidung sei getroffen worden, um die Kultur und die Traditionen des Landes besser widerzuspiegeln. Auf türkischen Produkten steht übrigens bereits seit Januar 2020 «Made in Türkiye» statt «Made in Turkey». Vielleicht ist es Ihnen auch schon aufgefallen: Die touristische Website «GoTurkey» heisst seit Kurzem nun «GoTurkiye».

Die Namensänderung eines Landes ist übrigens gar nicht so aussergewöhnlich. 2019 beschlossen die Niederlande, dass der Begriff «Holland» ab 2020 nicht mehr gebraucht werden soll (Travelnews berichtete), 2018 wurde aus Mazedonien neu «Nordmazedonien» und 2016 änderte die Tschechische Republik ihren Namen offiziell in «Tschechien» um, um nur mal Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit zu nennen. [gelesen bei TRT World]

Ein richtiger «Elephant in the room»

Die englische Metapher «Elephant in the room» bezeichnet ein Problem, das zwar offensichtlich «im Raum steht», aber von niemandem angesprochen wird. In Sambia war dies allerdings jüngst keine Metapher: In der bei Touristen beliebten Mfuwe Lodge stand plötzlich ein Elefant in der Lobby und wollte mal den Manager sprechen, bzw. schien auf der Suche nach Snacks zu sein. Offenbar geschieht solches öfter, weshalb die Lodge keine Früchte und dergleichen herumliegen lässt. Die Gäste finden es toll, werden jedoch angehalten, sich den wilden Elefanten nicht zu nähern. Die Wildnis kommt in Sambia also sozusagen zu ihnen...  [gelesen bei Fox News, mitsamt Bildern]

Rudolf wandert durch Helsinki

Bekanntlich wohnt der Weihnachtsmann in Finnland, in Rovaniemi, um genau zu sein. Doch hat dieser seine Rentiere nach abgelaufener Weihnachts-Saison noch im Griff? In der finnischen Hauptstadt Helsinki lief jüngst jedenfalls ein herrenloses Rentier umher und sorgte im bewaldeten Stadtquartier Haaga für Umstände,was einen Polizei-Einsatz nach sich zog. Hoffen wir, dass das nette Rentier gut wieder in die Natur zurückgebracht oder allenfalls an seinen Besitzer übergeben wurde. PS: Offenbar sind Rentier-Sichtungen in der finnischen Hauptstadt mit ihren rund 660'000 Einwohnern keine Seltenheit. [gelesen bei Yle]

Beherzte Flugbegleiterin sorgt für «happy moment»

Auf einem Flug von New York nach Chicago liess kürzlich ein Mann einen Stapel Briefe, welche dessen verstorbene Mutter in den 40er Jahren an ihren Bruder geschrieben hatte und somit unschätzbaren emotionalen Wert für die ganze Familie besassen, in einem Flugzeug von Southwest Airlines liegen. Diese Erinnerungsstücke galten für die Familie dann als immer verloren und der Mann durfte sich wohl einiges anhören, doch es kam doch noch zu einem «happy end»: Eine engagierte Airline-Mitarbeiterin namens Sarah Haffner erkannte den (emotionalen) Wert der Schriftstücke, welche statt im Lager für verlorenes Gepäck dann im Gepäckbüro von Haffner landeten, welche alles daran setzte, die Besitzerin namens Rachel de Golia ausfindig zu machen. Diese war aber beim Flug gar nicht an Bord. Schliesslich gelang es Haffner dank persönlichem Einsatz dennoch, die Besitzerin der Briefe ausfindig zu machen – die darüber überglücklich ist. [gelesen bei Nau.ch]

Alabama setzt auf Strände

In den USA gibt es je nach Bundesstaat unterschiedliche Autokennzeichen, die auch immer mal wieder neu herausgegeben werden. 2022 ist im US-Südstaat Alabama nun der Tourismus dran. Kürzlich wurde ein neues Nummernschild-Design vorgestellt, auf welchem unter den Autokennzeichen-Ziffern «www.alabama.travel» prangt. Den Hintergrund bildet... ein Strand. Zwar verfügt Alabama über weniger als 100 Kilometer Küstenlinie am Golf von Mexiko, doch gibt es dort viele tolle Strände - und rechnet man noch Strände an weiter im Landesinneren gelegenen Buchten und Bayous mit, kommt der Staat auf fast 1000 Kilometer Stränden. Insofern sind Strände als touristisches Markenzeichen schon berechtigt, auch wenn man bei Alabama vielleicht eher etwas zu Bürgerrechten oder Südstaatenkultur als Markenzeichen erwartet hätte. Ausserdem stellt sich uns die Frage: Die Strände von Alabama zeigen doch alle in Richtung Süden. Ist dann das Bild von einem Sonnenaufgang bzw. Sonnenuntergang direkt am Horizont über dem Meer eigentlich korrekt? [gelesen bei 48Waff, mit Bild des Nummernschilds]

(JCR)