Tourismuswelt

Novavax_AdobeStock_405526525_Editorial_Use_Only.jpeg
Die EU lässt Novavax zu - doch der Hersteller hat für die Schweiz noch gar keinen Zulassungsantrag gestellt. Bild: AdobeStock

Die EU anerkennt jetzt auch Impfungen mit Novavax

Die herkömmlich hergestellte Impfung soll helfen, Impfskeptiker für eine Impfung zu gewinnen - doch die Schweiz könnte aussen vor bleiben. Darüber hinaus sind EU-weit Impfnachweise ohne Booster nur mehr neun Monate lang gültig.

Die Europäische Union (EU) hat diese Woche einen fünften Covid-19-Impfstoff für den Einsatz in den 27 EU-Mitgliedstaaten freigegeben. Neu zugelassen ist der Zweidosis-Impfstoff des US-Biotech-Unternehmens Novavax. Die EU-Kommission bestätigte eine diesbezügliche Empfehlung der Europäischen Arzneimittelzulassungsbehörde, den Impfstoff für Personen ab 18 Jahren unter Vorbehalt zuzulassen.

Hintergrund sind die gesteigerten Bemühungen im Kampf gegen die neue Corona-Variante Omikron. Der Novavax-Impfstoff gehört neu neben denjenigen von Pfizer-BioNTech, Moderna, Johnson & Johnson und AstraZeneca zu den einzigen in der EU zugelassenen Impfstoffen. Die EU hat 100 Millionen Novavax-Dosen bestellt, mit einer Option auf weitere 100 Millionen. Novavax testet derweil nach eigenen Angaben, wie sich die Impfung gegen Omikron verhält und hat, wie andere Hersteller auch, mit der Formulierung einer aktualisierten Version begonnen, die besser auf diese Variante abgestimmt ist.

Novavax ist insofern interessant, als der Impfstoff auf herkömmlichen Technologien und nicht etwa der mRNA-Technologie basiert. Der Protein-basierte Impfstoff wird mitunter als «Impfskeptiker-Impfstoff» bezeichnet, weil man sich erhofft, dass eben viele Impfskeptiker aufgrund der herkömmlichen Herstellungs- und Wirkungsweise sich doch noch zu einer Covid-Impfung bewegen lassen.

Die Schweiz, bekanntlich nicht EU-Mitglied, wird sich derweil etwas gedulden müssen. Die Schweiz habe zwar bereits 3 Millionen Novavax-Impfdosen bestellt, jedoch liege vom Hersteller noch gar kein Zulassungsgesuch vor, wie Swissmedic dem «Tages-Anzeiger» verriet. Dazu kommt, dass die europäische Zulassungsbehörde EMA den Novavax-Impfstoff wegen der Pandemie im Schnellverfahren geprüft und deshalb nur mit Vorbehalt zugelassen hat, die Datenlage also geringer als üblich ist. Das könnte die Skeptiker dann wieder vor der Impfung abschrecken.

Impfnachweis weniger lang gültig

Die EU hat diese Woche aber auch noch an anderer Front vorwärts gemacht: Ohne Booster sind EU-Impfzertifikate für Reisen innerhalb der EU künftig nur noch neun Monate lang, gerechnet ab der Grundimmunisierung, gültig. Dies tritt am 1. Februar in Kraft.

Bisher waren die europaweit anerkannten Impfzertifikate in der EU unbefristet gültig. Auffrischungsimpfungen werden inzwischen spätestens sechs Monate nach der vollständigen Impfung empfohlen; in der Schweiz gibt es aktuell bereits einen Run auf die Booster-Impfungen. Das Impfzertifikat soll aber drei weitere Monate gültig sein, bevor es abläuft, damit man genug Zeit hat, sich eine Auffrischungsimpfung zu holen.

Der EU-Impfnachweis besteht aus einem QR-Code, der direkt nach der Impfung beim Arzt, im Impfzentrum oder auch in der Apotheke vergeben wird. Der Code ist in einer Smartphone-App darstellbar und kann digital ausgelesen werden, analog dem System in der Schweiz. Die Codes werden trotz verschiedener Apps der einzelnen Länder überall in der EU erkannt. Bisher seien in der EU 807 Millionen Zertifikate ausgestellt worden; total haben sich 60 Länder dem System angeschlossen.

(JCR)